Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 5 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Paul-EhrHch-Stiftung. Frau Hedwig Ehrlich, Exzellenz, die Witwe Paul Ehrlichs, hat einen ihr zur Verfügung stehenden Fonds von Mk. 90 000 für eine Stiftung bestimmt, aus deren Zinsen den Schöpfern hervorragender Leistungen auf verschiedenen von Ehrlich bearbeiteten Gebieten goldene Medaillen verliehen werden sollen. Ferner sollen Preise oder Stipendien für Forschungsarbeiten ausgesetzt werden. Ueber die Verleihung dieser Auszeichnungen entscheidet ein aus Fachgelehrten bestehender Stiftungsrat. Durch diese Stiftung hat Frau Ehrlich im Sinne ihres Mannes , die Wissenschaft in dankenswerter Weise gefördert. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden (Amtlich). Wohlfahrtsausschuss. Am Sonntag, den 24. November tagte unter dem Vorsitz von Dir. Ost her g der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Die Sitzung dehnte sich bis 4 Uhr nachmittags aus. Nach der Mittagspause übernahm die stellvertretende Vorsitzende, Frau Siddy Wronsky, den Vorsitz. Bei Beginn der Tagunggedachten Herr Dir. Ostl>erg und Frau Wronsky des verewigten bisherigen Vorsitzenden des Wohlfahrtsausschusses, Herrn Prof. Dr. Moritz Türk, und seiner besonderen Verdienste gerade auf dem Gebiet der jüdischen Wohlfahrtspflege. Herr Ostberg dankte Frau Wronsky, welche nach dem Tode Prof. Türks bis zur jetzt erfolgten Neubesetzung des Vorsitzes durch den Rat die Arbeiten des Ausschusses geleitet und die heutige Sitzung vorbereitet hat. für ihre Tätigkeit und bat um ihre und der übrigen Ausschußmitglieder weitere tatkräftige Unterstützung. Anstelle von Prof. Türk wurden die folgenden Ausschußmitglieder in die Unterausschüsse delegiert: Berger in die Kommission zur Verteilung der für Handwerkerausbildung vorgesehenen Mittel, Frau Wronsky in die Studentenhilfe und Frau Meyer-Stargard in die Stipendien-Kommission für soziale Ausbildung. — Das Gesuch einer Gemeinde um Gewährung eines Zuschusses zu der dort bestehenden Haushaltungsschule mußte mit Rücksicht auf die Knappheit der Mittel, die dem Landesverband im Augenblick nur die Erfüllung der allerdringendsten Aufgaben ermöglicht, zurückgestellt werden. Trotz dieses vorläufig negativen Beschlusses wurde die dringende Notwendigkeit von Haushaltungsschulen allseitig anerkannt. Vor allem wurde darauf hingewiesen, daß es sich weniger um die Ausbildung von Lehrerinnen als darum handelt, junge Mädchen zu zweckmäßiger Wirtschaftsführung zu erziehen, was heute nötiger ist als je. — Die Probleme jüdischer Fürsorgerziehung wurden, insbesondere unter pädagogischen und organisatorischen Gesichtspunkten, eingehend erörtert. Die für das •Erziehungswerk des DJGB. vorgesehene Unterstützung wird zunächst in Form eines Darlehens gewährt. — Um die Förderung jüdischer Studenten planmäßig und produktiv zu gestalten, wurde es für unerläßlich gehalten, die verschiedenen in Deutschland bestehenden Studentenhilfsvereine in einer Spitzenorganisation zusammenzufassen. Die Zentralwohlfahrtsstelle hat bereits die entsprechenden organisatorischen Maßnahmen eingeleitet. Es wurde beschlossen, sie hierin in jeder Weise zu unterstützen und in die zu gründende Zentralstelle ebenfalls Mitglieder zu delegieren. Das vorliegende Gesuch eines Studenten Vereins wurde mit Rücksicht auf die bevorstehende Umorganisation abgelehnt. — Bezüglich der seit langem geplanten Umwandlung des Kinderheims in Bad Ems in ein Alters- und Erholungsheim für jüdische Kantoren und Lehrer wurde einer kleinen Unterkommission die Auszahlung der bereits in der vorigen Sitzung zurückgestellten Summe unter der Voraussetzung übertragen, daß die Verhandlungen mit dem Kantoren- und Lehrerverband den finanziellen Aufbau und die Frequenz des Heims gesichert erscheinen lassen. — Frl. Karminsky berichtete über den Stand der jüdischen Tuberkulosefürsorge. Die Erkrankungsfälle gegenüber dem Vorjahre haben eine Steigerung erfahren. Für Frauen und Kinder bestehen bereits Heime. In Anbetracht der großen Zahl der Erkrankungen von Männern ist die Gründung einer Männerheilstätte, für die ein Teil der Mittel bereits aufgebracht ist, besonders zu begrüßen. Die Mithilfe des Landesverbandes, insbesondere für die Unterhaltung des zu gründenden Heims, wird als dringend notwendig erachtet. Die Zentralwohlfahrtsstelle soll auf Antrag von Frau Wronsky aufgefordert werden, über die Ursachen des Ansteigens der Tuberkulose Erhebunge i anzustellen. Dadurch wird erzielt, daß in einem Stadium eingegriffen werden kann, in dem vorbeugende Maßnahmen noch ausreichen. — Die für das Lehrlingsheim Pankow bereitgestellte Subvention soll zur Ausschüttung gelangen, sobald die bereits in Angriff genommenen Reformen dieses Heims ausreichend erscheinen. — Bei der Ausbildung von Sozialbeamtinnen soll mehr Wert auf ihre Ausbildung auf den Gebieten jüdischen Wissens gelegt werden. — Für ein jüdisches Kinder- und ein Altersheim wurden einmalige Bewilligungen beschlossen. M u s i k~k ommission. Unter dem Vorsitz des Oberkantors Zivi-Elberfeld trat am 1. Dezember 1929 zu Berlin die Musikkommission des liberalen Kultusausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zusammen, der die Chordirektoren Badrian-Königsberg, Arno Nadel und Alexander ' Kakao Schokolade I Pralinen. KURT BOETTGER Fernspr.: Hansa 5056 58 Muster-Ausstellung, Büro und Stadtlager: Am Schwimmbad 6 Hauptlager: Am Hauptgüterbahnhof Waschtische für fließend. Wasser Mod. Klosettii. Bade- Einrichtungen Wand- und Bodenplatten Baustoffe öi^mmio^tWi-vp |e wtä*« Spfesia-titöt G?ic& & Ocöfacich&z