Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 11 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 403 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3094266-3094336-3094346--1914-3096650- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wir bitten, sich mit uns in Verbindung zu setzen, und Nachrichten uns u»ter der Adresse der Geschäftsstelle des Jüdischen Friedensbundes, Berlin-Schöneberg, Am Park 15, zukommen zu lassen. Vereinigen wir alle unsere Kräfte, um das, was unsere Vorfahren geträumt und gelehrt haben, heute ins Leben umzusetzen. Das Präsidium: Oscar Wassermann, 1. Vorsitzender; Rabb. Dr. Baeck, Vorsitzender des Allgem. Rabbinerverbandes: Prof. Dr. A. Einstein: Komm.-Rat G. Simon: Rechtsanwalt H. Stern. Jubiläumstagung des Jüdischen Frauenbundes. Am Sonntag, den 9. Juni, fand vormittags im Saale der Hochschule für Musik die feierliche Eröffnung der Jubiläumstagung des Jüdischen Frauenbundes statt. Die musikalisch umrahmte Feier wurde durch eine Weiherede des Herrn Rabbiner Dr. Baeck eingeleitet, in der er den Sinn der jüdischen Frauenbewegung auseinandersetzte. Dann folgten Ansprachen der Vertreter des Bundes Deutscher Frauenvereine und des Stadtverbandes Berliner Frauenvereine, des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und des Council of Jewish Women of Amerika. Zahlreiche weitere Behörden, jüdische und nichtjüdische Organisationen hatten ihre Glückwünsche schriftlich ausgesprochen, u. a. das Reichsministerium des Innern, das Reichsarbeitsministerium, das Polizeipräsidium, der Magistrat Berlin. Nach einer Dankrede von Frau Bettina Brenner, der Borsitzenden des Jüdischen Frauenbundes, schloß ein Chor die festliche Eröffnungsfeier. Am Abend begrüßte Frau Bertha Falkenberg, die Vorsitzende des Verbandes Berlin, die Delegierten und auswärtigen Gäste im Logenhaus. Frau Brenner eröffnet die A r b e i t s s i tz u ng am Montag mit einem kurzen Ueberblick über die Idee und den Aufgabenkreis des Frauenbundes und seine Entwicklung in den letzten Jahren. Frau Paula Ollendorff, Breslau, gibt einen Rückblick über 25 Jahre Jüdischen Frauenbund. Sie gedenkt der Gründerinnen und Fülirerinnen des Bundes: Bertha Pappenheim, Sidonie Werner und Henriette May und betont, daß der Frauenbund mit seinen 65 Ortsgruppen, 11 Landesverbänden und 400 angeschlossenen Vereinen, die insgesamt 52 000 Mitglieder umfassen, ein sehr beachtenswerter Faktor im Frauenleben Deutschlands ist. Die Geschäftsführerin des Bundes, Hannah Karminsk!, hält hierauf ein Referat, in dem sie die Entwicklung und den Ausbau des Bundes schildert. Nachdem am Dienstagvormittag Frau Vaula Ollendorff die Leitung der Tagung übernommen hatte, begrüßte Frau Ministerialrat Hirschfeld im Namen des Reichsarbeitsministeriums. Hierauf sprach Frau Bertha Eschelbacher- Düsseldorf sehr eingehend über die soziale Arbeit der jüdischen Frauenvereine. Im Anschluß hieran sprach Fräulein Frieda Weinreich, Referentin der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, über soziale Arbeit als Beruf. An die beiden Vorträge Moß sich eme lebhafte Diskussion. Dann gibt Frau Helene Mayer-Berlin einen eingehenden Bericht über die Weltkonferenz jüdischer Frauen in Hamburg, in der es gelungen ist, einen Frauenweltbund ins Leben zu rufen. Fräulein Prof. Selma Mayer-Düsseldorf beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den bevölkerungspolitischen Aufgaben der jüdischen Frau in Deutschland. Sie ging von dem Gedanken aus, jüdisches Leben schaffen und jüdisches wertvolles Leben erhalten, sei die Leistung der Frau in der Vergangenheit gewesen und werde es auch in oer Gegenwart und Zukunft sein. Fräulein Rechtsanwalt Dr. Margarete Berent ging dann in ihrem Bortrag auf neuere Gesetzentwürfe zu Fragen der Bevölkerungspolitik ein. Sie behandelte vor allem den Gesetzentwurf über die rechtliche Stellung des unehelichen Kindes. Den Abschluß der offiziellen Tagung -bildete die unter Leitung der Frau Paula Ollendorff stehende Kundgebung am Dienstagabend im Herrenhaus. Führende Frauen aus England, Holland Amerika der Schweiz Polen und Palästina berichteten über jüdisches Leben in ihren Ländern, die Stellung der jüdischen Frauen, ihre Leistungen auf sozialem Gebiet und über die Organisationsformen und Einrichtungen sozialer Frauenarbeit. Der Dank der Versammlung an die Begründerin und Präsidentin des neugegründeten Frauenweltbundes, Frau Rebekka Kohut- New Jork, wurde von der Leiterin Frau Paula Ollendorff zum Ausdruck gebracht. Frau Dr. Eschelbacher, die Seniorin des Jüdischen Frauenbundes, schloß die große Versammlung mit der Feststellung, daß in allen Ländern die Juden eine Schicksalsgemeinschaft und darum die Pflichten die gleichen seien, die in dem Gedanken des Weltfriedens gipfeln. Der dritte und letzte Verhandlungstag war der eigentlichen internqn Bundes arbeit bestimmt. Fräulein Karminski gab in ihrem Geschäftsbericht einen Ueberblick der Entwicklung und gegenwärtigen Stand der verschiedenen Arbeitsgebiete des Bundes einschließlich der Bundesheime. Der Kassenbericht von Frau Meyer ergab das Bild produktiver Verwendung der vorhandenen Mittel. Während des Wahlvorgangs wurden die Spezialberichte der Kommissionen gegeben. Den letzten Teil der Tagung nimmt die Erörterung eingegangener Anregungen und Anträge ein. Die Resultate der Wahlen für den engeren Borstand ergaben folgende Namen: Frau Bettina Brenner-Leipzig, Paula Ollendorff-Breslau, Hannah Karminski-Berlin, Helene Meyer- Berlin, Ernestine Eschelbacher-Berlin, Martha Ollendorff-Berlin, Clementine Krämer-München, Clara Samuel-Elberfeld, Dr. Margarete Berent-Berlin, Schönewald-Bochum, Ida Auerbach-Köln, Anna Lewy-Stettin. (Und Frankfurt? Schriftltg.) Weliverband der Schomre Schabbos. Der überparteiliche Weltverband zur Wahrung und zum Schutz des Sabbat hat sich die Aufgabe gestellt, die Förderung der Sabbatruhe als Grundidee jüdischer Lehre und jüdischen Lebens neu zu beleben und mit zeitgemäßen Mitteln ihre Durchführung zu fördern, u. a. auch durch die Herausgabe eines eigenen Nachrichtenblatts. Das Sekretariat des Verbandes befindet sich in Berlin NW 40, Thomasiusstraße 7. Kaufmanns-Erholungsheime. Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime e.V. hat sich bereit erklärt, den jüdischen Gästen der „Ferienheime für Handel und Industrie" (F. H. I.), die das Mittag- und Abendessen in rituell geführten Speisehäusern einnehmen wollen, eine Rückvergütung von 1.60 RM. pro Tag zu gewähren. — Es kommen in diesem Jahre — und zwar nur in der Nachsaison — die folgenden Orte in Frage: Landeck (Schl.), Neuenahr, Norderney, Reichenhall, Wiesbaden. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e.V., Hamburg 1, hat mit den an den erwähnten Orten befindlichen ihm angeschlossenen Restaurationen vereinbart, daß den Gästen der F. H. I. Mittag- und Abendessen zu ermäßigtem Preise verabreicht wird. Interessenten wollen sich unter Beifügung von Rückporto an den Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V., Hamburg 1, wenden. Die gleiche Stelle gibt Auskunft in solchen Fällen, in denen jüdische Versorgungsberechtigte für die ihnen zustehende Badekur oder Heilstättenbehandlung rituelle Verpflegung wünschen, was nach einem Erlaß des Reichsarbeitsministers unter gewissen Voraussetzungen zulässig ist. SsclsükSn vsc>«Hvsnnsn Lssker«!«?sckmZnniscks vsrstung! Kiesigs HusvskI!! Sonstigst« prsiss! XskIIungLerleiiektsrung I nasezc? s5c»«K>«»«e>»«ki»?o«z SLNXIIVS