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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-03-01 · 7 (3.1929) · p. Seite 230

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
7 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 230 (sequence 22)
Language
German
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230 Silberhochzeit. Herr Bendix Landau und Frau Minna geb. Bloch, Langestraße 30, feiern am 2. März das Fest der silbernen Hochzeit. Siebzigjährige. Ihren 70. Geburtstag konnlen begehen: . am 11. Februar Herr Leopold Rothbarth, Versicherungs-Generalvertreter, Roseggerstraße 17; - am 13. Februar Herr Santtätsrat Dr. Sigmund Eulau, Beethovcnstraße 61? am 20. Februar Herr Samuel Frendenberg«?, Textilwarenvertreter, Feuerbachstraße 46. Herr Freudenberger bat. sich lange Jahre hindurch als Vorstandsmitglied der Hauptsynagoge große Verdienste erworben und betätigt sich auch jetzt noch erfolgreich als Vorsitzender des „Vereins Hauptsynagoge. Leo Hamburger. Am 16. Februar verstarb im 83. Lebensjahr Herr. Leo Hamburger, eines der angeseyensten und verdientesten Mitglieder der Gemeinde. Geboren am IS. November 1846 in Hanau, widmete er sich dem kaufmännischen Beruf zunächst bei L. I- Ettlinger - in Karlsruhe, dann bei Philipp Abraham Cohn (jetzt Metallgesellschaft). Im Jahr 1863 trat er in die vier Jahre zuvor von seinem Vetter gegründete MünzenhandlunH ein uns vermählte sich 1376 mit Meta geb. Feuchtwanger aus München; seine Frau ging ihm 1923 :m Tod voran. Hamburger erwarb sich im Lauf der Jahrzehnte eine ungewöhnliche Fachkenntnis, )eine Firma war weitbekannt, und er selbst galt als hervorragender Numismatiker. Aber Leo Hamburger begnügte sich nicht mit geschä'ftlichec Tätigkeit, ein großer Teil seiner Arbeit gehörte vielmehr den von chm bekleideten Ehrenämtern. Er gehörte der Verwaltung des Waisen-- Hauses und des Roihschildschen Altersheimes an, außerdem bis vor wenigen Jahren der Friedhofskommission der Gemeinde. Als Senior („Herrle") der Beerdigungsbruderschaft war er mit besonderem Eifer darauf bedacht, die Jahrhunderte alten Traditionen der „Kippe" zu erhalten und setzte sich dabei stets mit seiner ganzen Autorität dafür ein, den unparteii-schen Charakter dieser der Gesamtheit dienenden Institution zu bewahren. Der Heimgegangene war eine überaus liebenswürdige und vornehme, bei aller Zielbewnßrheil stets um die Erhaltung des Friedens bemühte Persönlichkeit, und alle >die ihm nahestanden, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung, die unter sehr zahlreicher Beteiligung stattfand, legte nochmals Zeugnis von der allgemeinen Verehrung ab. Ferdinand Michel. Am 17. Februar d. I. wurde Professor Dr. Ferdinand Michel im 76. Lebensjahr durch einen sanften Tod von langem Leiden erlöst. Von 1882 bis zu seinem im Jahre 1919 erfolgten Uebertritt w den Ruhestand wirkte er, vornehmlich als Lehrer des Französischen und Englischen, am Philanthrop in, zuerst unter Hermann Baerwald, der ihn von der Talmud-Thora-Schule in Hamburg hierher berufen hatte, dann unter Salö Adler, mit dem er aus dem ^chulgebäude in der Rechneigrabenstraße nach dem Neubau Hebelstraße übersiedelte. Ueber die Jahrhundertfeier des Philanthropins im Jahre 1904 hat Prof. Michel eine besondere Arbeit geschrieben, im 125. Jahre des Bestehens der Schule ist er nun stil! von uns gegangen. Von seinen zahlreichen Publikationen verdienen besondere Erwähnung: eine Arbeit über Heinrich von Morungen und die Troubadours, mit der er im Jahre 1880 in Straßbürg promovierte, eine Abhandlung über Shakespeare und Bacon, Darlegung und Würdigung der sogenannten Bacon'theorie, sowie eine Reihe von Aufsätzen in den Berichten des Freien Deutschen Hochstiftes und endlich zahlreiche Rezensionen in der Frankfurter Zeitung über fremdsprachliche Neuerscheinungen. Em Menschenalter lang hat Professor Michel an der Schule, mit der er innig verwachsen war, neusprachlichen Unterricht erteilt und Tausenden von Schülern und Schülerinnen ein festgefügtes Wissen mit ins Leben gegeben. Sein pädagogisches Gewissen hieß ihn Ernst, Mühe und Geduld fordern, und was er forderte, gab er selbst. Gegenüber der planlosen Art, wie das Leben lehrt, betonte er die Notwendigkeit systematischen, aufbauenden, lückenlosen Lehrens, wie nur die Schule es kann. Darum erblickte er auch in der Grammatik das Mittel, sprachliche Schwierigkeiten und Hindernisse besiegen zu lernen, in der festen Regel einen Führer durch das Labyrinth der Sprache und Worte. Schritt für Schritt ließ er seine Schüler emporwachsen zum Verständnis des Geistesgehaltes fremder Literaturen. Sprachliche Schulung, exaktes Denken, regelmäßiges Ueben und Arbeilen, Ueberwindung von Schwierigkeiten durch eigene Kraft, das sind die Fähigkeiten, die er in seinem Berufsleben zu entwickeln trachtete. Vielen war die Eigenart seiner Lehrweisc ein sicherer Kompaß, der sie zu höheren Studien fükirte. Ferdinand Michel war lungeren Kollegen ein freundlicher Berater, er beteiligte sich an vielen Humanitären Bestrebungen, war ein treuer Frankfurter und ein eifriges Mitglied der jüdischen Gemeinde; sein Haus war vom Geiste freundlicher Gastlichkeit erfüllt. Mrt seiner Witwe und seinen Kindern trauert ein großer Kreis von Schülern und Freunden. Ehre seinem Andenken! E. Gut. Veränderungen im Personenstand vom IS. Lan. 5929 bis 56 Febr. 5929 Barmizwa-Feiern. H.a u v t shn a g o g e : Robert Rosen t h a l, Habsburger-Allee 7 — Heinz Freitag, Elbestraße 14 — Ernst L e vinsohn, Günthersburg-Allee 29. Synagoge am Börneplatz: Ernst Moser, Sandweg 30. Westendsynagoge: Erich Karbe, Neuterweg 64 — Rolf Gans, Zeißelstrahe 16. Trauungen. Felix P. Adler, Fürstenbergerstr. 43, mit Bella Oppenheim er, Kettenhofweg 17 — Isidor Weil, Hanau, mit Alice Ä! ariam, Schützenstr. 2 — Eugen Baer, Griedel b. Butzbach, mit Hedwig Sam u e l, Reichelsheim i. O. — Jakob P e s s e I, Berlin, mit Hanni Heinritz, Berlin — Josef Kimann, Nohrbachstr. 53, mit Anna Stern, Luisenstr. 15 — Max Postawelski, Langestr. 39, mit Sophie Neumann, Klapperfeldstr. 14 — Siegfried Ferd. Bier, Berlin, mit Margot Sondheimer, Liebigstr. 1 — Bernhard Freili ch, Hainstadt, mit Ella Hof - mann, Kaiserhofstr. 17 — Jsfried Katzenstein, Parkstr. 18, mit Lysly Hriß, Parkstr. 52 — Pinkus Adler, Saarbrücken, mit Friede! Lehrer, Obermainanlage 3 — Salo SPrinaut, Friedberger Anlage Z4. mit Blanka B o r n st e i n, Friedberger Anlage 32 — David Wilhelm Pincus, Fasanenstr. 22, mit Wilhelmine Marke!, Fasanenstr. 22. Sterbefälle. Moritz Mattes, Schwanenstr. 7 — Eitel Fall mann geb. Lederberger, Langestr. 21 — Lili Jeanette Schey v. Koromla, Taunusanl. 12 — Bertha Bamberger geb. Steiner, Sternstr. 25 — Bertha Strauß, Rechneigrabenstr. 18 — Lucie Kamnitzer, Fasanenstr. 13—Babette Marx geb.Levinger, Bornwiesenweg 31— Nathan Baer, Zeil 18 — Julius Weiß Jahnstr. 24 — Richard Emanuel S.ch uba ch, Alte Mainzer Gasse 9 — Regina Neu - mark, Eschersheimer Landstr. 107 — Simon SPier, Eschenheimer Anlage 2 — Meyer, Berqer Straße 12 — Rosalie Guttmann geb. Frenke!, Beethovenstr. 22 — Heinrich Heymann, Börnestr. 39 — Dr. Ludwig Feibus ch, Stäufenstraße 46 — Paula Himmelreich, Ostendjtr. 47 — Joseph Hamburger, Bahnhofsplatz 2 — Elisabeth« Stern geb. Simon, Nückertstr. 46 — Karl Eichelsheim, Sandweg 6K — Simon Meyer, Allerheiligenstc. 61 — Max Strauß, Beethovenstr. 10 — Salh Israel, Klüberstr. 15 — Käthchen Münz geb. Schuster, ,Hulius-Heymann-Str. 1 — Amalie Grünebaum, Sandweg 35 — Auguste Koch geb. Epstein, Fcldbergstr. 32 — Emma Strauß geb. Stern, Niedenau 72 — Bertha L o e b, Klingerstr. 26 — Dr. Siegmund Abraham, Eschenheimer Anlage 25 — Fanny L e v y geb. Hahn, Haag — Justizrat Julius Wolf f. Beethovenstr. 3 — Lippmann O b st, Kirchhainer Str. 32 — Bertha B,i o w, Ostendstr. 45 — Bernhard Sp eier, Gervinusstraße 18 — Bernhard Marburg, Gwinnerstr. 32 — Maier

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