Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 5 (1.1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 20)
- Language
- German
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1S2 8aiN8tsg 19. Ili" wie 5. Januar. I'almud ^kora-Verein wie 12. Januar. Sonntag 2V. klädckenklub. Tri. Tlse Lodn: ^us eigenen Lückert 20 Ildr. Ailvntag 21. Verein klonteliore IZ. V. „ver alte Orient und die lZibel: Ais orisnt. Neiden und Ais Libsl". Nadum Qlat?er. Ooerkeplat^ 5. 20»/^ Udr. Vien8tag 22. „Ili^ Heimabend, ^vklus Unsere Umwelt und wir: Protestantismus". Litxungssimmsr Westendsvnagogs, 20 X Ildr. Alittwoed 23. Verein IVlonteliore IZ. V. „keligion und Wissensckakt", vr. 8. L. Tsedwegs, t^ostdsplat? 6, 20^ lldr. Freitag 2S. I'almud I'dora-Verein. Vortrag von vr. ^losek Prunk, lZörsaal 6er 8vn. Lörneplat?!, naed dsm .^bendgottesclienst. — In 6er Lz^nagogv Hermesweg Vortrag von vi. 8. Unna. 8srn8tag 26. „Iii" wie 3. Januar. Talmud I'dora-Verein wie 12. Januar. 8onotag 27. ^üdi8eker l'urnerbund L. V. ^aunu8wsnderung. - ^rekkpunkt: 8 I5dr lZauptpoital lZauptbabndok. I'almud I'dora-Verein wie 13. Januar. Alontag 28. Verein klontekiore T. V. „ver alte Orient und die Lide!: Königtum und Hlessisnismus". Nadum (Zlat^er, OoetdspIatÄ 3, 20^ Ildr. Dienstag 29. lVlädekenklub. Trau vr. vora Ldinger: „I^essin^ (?ur Teier seines 200. (Geburtstages). Wttwoed 30. Verein IVloatekiore IZ. V. „Weleke Mögliedkeiten Kaden ^ugendgemein8ekakten?ur I^ö8ung de8 8exual-k»roblem8? vr. W. I^alk-Iloedst. Sostdsplatx 5, 20^ Ildr. Vonnerstag 31. ^üdiscker Frauenbund. ^rdeit88it2ung, IvangestraÜs 30. 10 vdr. Nebsmias ^nton Nobel. Versued einer Würdigung von Oskar Wolksberg. Älit Torträt. 1929. ^s. Kaukkmann Verlag, TrankkurtMain. 56 3. N. 4.50. Tin Berufener dat kisr dem groLen und unvergessenen Rabbiner unserer Asmsinds N. Nobel s. sin sodonss und würdiges litsrarisedss vsnkmal gssedakksn. Tin litsrarisedss Denkmal im besten Linne des Wortes, obglsiod — und dies ist ein wssentlieder Vorzug des kleinen Luvdss — 6er Vsrkasser niedt von der Absiebt geleitet war, biograpdiseds Literatur?iu maoken. Dem Lodüler und späteren Treund Rodels war es vielmsdr darum?u tun, von glüdsndsr Vsrodrung, Lswundsrung und va-nkdarkeit getrieben, sied init nsvenologisenew Lona-rkdliok in ule innere 'Melt äes geliedten Äsistsrs su versenden, aus Zlsser inneren Leka.u keraus Hessen ^Vesen, LodaKsn unA unge^vönnlione Wirkung 2U degrsiken, uni Aen Zeitgenossen unA ^aongodorenen üie reodte Vorstellung von 6er ^ersönlienksit un6 Bedeutung Rodels su vermitteln. Wa,krlien kein leientes Beginnen. Venn >sodol palZte in Iceine?ena.dlone dinein. Lr wa.r nielit einer 6er vielen Äer gleiodsn Riedtung oÄsr Ossinnnngsgrupne. Tr ^vsr eins?orsönlionl<sit eigener ^rt, eins Welt kür sien. Tin IZsgnasistor. 6er «iek seine eigene Welt senaKen Surkte, eine strnnlenä senöne un>l au (Feistigkeit unü sedöpkerisokor Xrakt reioke >Ve1t. vr. Wolksderg 'wsr siel) klar Zarüdsr, ^vie sen^visrig es sei, der?ersönlienk6it lisodsls gerssdt 2u ^srüsv. va.rum untersuent uM Annlvsiert vr xunäenst üis ekarakteristisoden Tlsmente seines Oeistes nnA Wesens, <Zie einseinen Ts.ktorsn, 6ie seine?ersönliekksit gesonan^en daben. Tr ^üräigt vor s.1lsm I?odsl a.ls XanxslreÄner unÄ Lpra.enkünstler. La.t ^js. Nobel auk äsr Xanxsl, äsr „srkdnten Ltätts Asr Rs^s", am Äsutll'elistsn un«Z ergrsiksnAsten seinen Osist unS seine Leels «Kendart. Tr vüräigt kerner seine Mäisenv <Fe6ankenv^e1t, seine nalaenisonen unZ exegetisenen Arbeiten unZ Äis religiousvdilosopdisvnsn unü künstlsrisenen TIsmente in seinen Lenrikten. Ilnä er spriont von seiner einzigartigen Lega.dung, Nsnsonsn, insbssonäero junge Hlonsoken kür 6as volls ^uäentum 2u gewinnen unÄ 2urüok2Uge^vivnen. ^uen sein VerdL-ltnis sum Zionismus ^irÄ gestreikt. Trst äann v^agt er, 6ie einzelnen 2ügs 2U einem narmonisenen (^esamtbüö' susammsnkessenÄ. ein absenIisüsnAes Wort über <len Nensoben, venker unA Rabbiner Nobel. Tins keinsinnige Ltu<lis von geAankliober l'ieke un<! plAstisoker I^ra.kt^ reieb an geistvollen Bemerkungen unä Wenäuvgev. l^avokem I^sser ^virä vielleiokt manoke Wortprägung st>vs.s übsrsen^vänglieb erseneinsn, aber v^er >virA 6em lisbenäen unci bo^unäernäen Lebüler un<l Trounä, 6er auob ^?arme lZsrsevstone mitsen^ingen lakt, 6ies veräsvken? vis überaus 2ab1reieben?reululs un6 Verekrer äes uns vorzeitig entrissenen Deisters unÄ alle, 6io auob nur einen Lauob seines Geistes uvä Wesens verspürt baden, ^srüen äisse auod tvpograpbisek sobön ausgestattete 8edrikt mit dankbarer Treude begrüken.. ^.ber auen über Äiesen Kreis binaus ^virä man <lem Vsrkasssr Anerkennung sollen 6akür, Äaü er 6as l^sdsnsbild einer bervorragsndsn un3 ungemein svmpatnisedsn Tünrerpersönliokksit mit gesekiokter Lan<1 gsTisiennet bat, um es auen kommenden <^esel>1eebtsrn lebenclig xu erualten. Rabbiner vr. ^s. Hokkmsnn. c/s^ 5^7-//^ üöe^ /^oSe/ Ha? ^us^/^at O/'. ^/au Äem ^k/e /ia^?5te^ettt/e,! Le- /^6ll/!^//ah6,'We/56 l/e/-//7Fll,^ Fes/s///. Das voi-Iie^enäe Lcnnktcken verfolgt äen ^>veck, clas ^.näenken an unseren neimgegangenen I^ekrer. I^sobiner k^enemias /^nton Isabel, in uns >vacn .^u ernalten un<i aucb ciensn, ciie ikn nicnt kannten, seine?ersönlicnkeit unci sein wirken vor.^ugen?u küliren. Ls sei von vorneherein demerkt, äaL ciss Villi, cias 6^r Verfasser von Rodels I^eden un6 ^Virlien unä von seiner Qestslt ge^eic^inet, mir getroffen erscneint unci eine willkommene Lrgänxung dilciet cier vortrefflicken 8ki^e. ciie von Lugen -^.aver vor einem ^alire et>vs in cier k^estscnrist cies ^israclii entworfen ist. Darin ader ciüsfte ciem Verfasser nickt beizustimmen sein, claL ciie l'rauer um i^Zddiner Nodel dereits verstummt ist. in cien Kreisen, in (jenen cias volle, cigs ganze, cias ungeteilte ^ucieritum gemeint vvirci, scd^ebt Rodels iXamen unci ^rt gar oft auf cien kippen, man orientiert sicd ciort nocb deute unci wir6 sicd, v/ill's (Zott, nocd lange orientieren na^d seinen Korten, nacd seinen l'aten, nacd cier von idm eingenommenen llaltung. ^der aucd cien Vielen auüerdald 6es engeren Kreises, ciie Rödels keine rlanci einmal in cier idrigen gespürt, äenen Rodels wuncierdare Zeugen sicd in ciie idrigen gesenkt, wirci cias /^ncienken an ciie von diesem /Vianne in sie eingegangene ^Varme eine nocd lange fortxvirkenäe LrdedunZ sein. Icd spracd von Rodels wuncierdaren ^ugen unci muö ciadei an ein Wort cies /vialers cienken, cier Llaucie ^ontekiores öilci kür cien von idm gesckskkenen lempel gemalt dat. ^.Is ciieser auk ciie?rage^ ob cias von idm gemalte öilci aucd getroffen sei, ciie Antwort erdielt: ^a alles — bis auk ciie ^ugen", meinte er: „V/enn ick ciie dätte ricdtig malen wollen, so datte icd in cien llimmel steigen unci mir einen 8tern derunterdolen müssen." Lei I^odel ^eigt?war jecies iZilci cias I^eucdten cier ^ugen; was es aber nickt gibt unci nicdt geben kann, cias ist cias innere 8cdauen, von ciem seine ^ugen Zeugnis gaben, wenn er im i^auke einer Hecie an einem noden (Zecianken Sick gleiedsam emporrankte, ein 8cdsuen 6as ciie /^rt cies cier?ropketen adnen lieü unci ciie göttiicde <)uelle, aus 6er es klieLt, sicktbar macdte. >Ver äieses innere 8cdauen Tobels reckt auf sicd dat wirken lassen, cler verstedt auck, okne ciaü es ikm gesagt worcien, cisL Rodels predigten nickt vorker sckriktlicd gekatZt. sondern ciaü sie in einer scdlaklosen!>Iscdt nur im Qeiste konzipiert waren unci ciaL sie erst, nacdciem sie gekalten, so vor ikm 8tanc!en, wie er sie kalte kalten wollen. l_inci nocd eine8 möcdte icd ^ur >Vürciigung I>Iobel8 sagen: Iis ist geracie cias, was idm ciie Verekrung, ja ciie l/,ede weit über cien Kreis cierer, ciie er eunacdst?u betreuen kstte, erworben un6 was sein Wirken geracie^u?u einer „Verkerriicdung cies güttlicken I>Iamens^ gemackt dat — sein nrlumanismus", ciie auüerorcientiicke Vielseitigkeit 8einer Lilciung, insbesonclere 6ie l'ieke seiner Klas8i- 8cken öiläung unci sein umka88encies pdilo8opkisckes unci kistoriscke» Wi8sen, mit cienen im Lunäe 8eine auck tür einen konservativen kaddiner gan^ ungewüdnlicde öekerr8ckung cier Quellen sicd so besonciers reizvoll susnadm. un6 cias aus allem cde8en geborene keine Verstäncinis kür äie Denkweise anderer, 6as idn?ur lolersnT küdrte, odne seiner tiefsten Verwur^eltkeit in cier Oanzneit cies groLen, gewaltigen Judentums aucd nur im minciesten Eintrag?u tun. ^uk ciiese Weise bat dlobel, wenn aucd in anderer ^rt als sein groLer Vorgänger iVlarcu8 llorovit?. ciie auöerdalb cier l'racijtion siedenden Kreise in (5erneincie unci Vaterland?u tiekstem Respekt vor seinem Standpunkt erlogen. Nicdt nur aus meiner persünlicden jüdiscken rlinstellung. sondern auck von dem Blickpunkt der Linkeitsgemeinde aus seke icd kierin den (Zipkel der fükrereigensckskten eines konservativen l^addiners. i_ind nun lese man Wolksbergs Lcdrikt und Tugen iVlavers erwadnte 8ki?2e, und man wird aus beiden reicke Üeiedrung übe? und neues Verständnis kür Nobels (Zroüe scköpken. ^usti^rst Dr. LIau. „Lsker ^losik Oms?" (Lammlung von Lsesstssn und LfSbräueden kür alle l'ags des <lakrss, insbssondsrs die <?vbräuens von k'rankkurt a. N., sovie etdisoks Letraedtungen von R. kosend ^uspaHakn). Neue ^usgabo, Trankkurt a. N. 5638. Sermon Verlag. XVII, 368 S. (dsbr.). KN. 4.50. — vis Veranstaltung einer Nsuausgads des langst vsrgrikksnsn maiZgebenden Huelleniverks tur dio (^esediodts der religiösen Lräuebs der Travkkurtsr ^ludsn ist sskr su begrülZsn und sin besonders sodönss venkma! kür Tlis Ickiobael s. Tins ins oinüslns gsdsnds Würdigung srübrigt sied an dieser Ltslls, da der in disssr und dsr vordsrgsdsndsn Nummer dss Osmsindsdlatts verükkentlickte ^uksal? . In der frankfurter ^udengasse vor 300 ^akren" eins gut« Vorstellung von dorn reiobsn Innalt ds« klassisodsn Luedss gibt.