Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 11 (7.1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 356 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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356 Lonntax 22. ^üäkcker l^urnerbunä V. 8ta6tva!6>van6erunx. (Ottenbscner leil) Irekkpunkt: 8 I^nr 8scksenb3u8er LerZ. Lnclststion Linie 4. pünktlicner ^dmsr8cn. . »Ili* I'aunusvan^erunx. (k^äneres Kurt keck, ObenveZ 52). vienstax 24. »tti* Vortrag über „lüäiscke Trauer unä inre ^usöruckskormen in VerZanZenneit und Qexen^vart" von ^lax Lunüersneim, KöniZsteinerslr. 30,20^/4 I^lbr. vonnergt. 26. Jüdiscker k'rsuenbunä. ^rbeitssitxunx. LsnAe5tr. 30, 101/z I^kr. 8am8tax 28. ^üäkcner?urnerbun6 L. V. AaclitwanaerunZ sui 6en k^eläderZ. Ireikpunkt: 23 I^nr tiauptportsl rlsuptbsnnnok. (>Varme t<Iei6unA)?ünrunA: ^6olk wiedermsnn und rlu^o rierrmsnn. ^lIi"»^UAenägruppe. „(ioetnestätten in k^rankkurt-Süll". Irettpunkt: 17 Unr V^en^elsweA. Sonntag 29. „ärbe" unä li. 0. Q. LesiclitixunA äe5 Museums Jüdiscner Altertümer. kunrunZ: Lmil Münster. Irettpunkt: 9.50 Unr Konstsbler >Vscne. Karten -u ^. 0.60. „IU"-^UKenägruppe. Kaätour nscn ^Vilnelmsdsä. Irettpunkt: 15 Unr Ostbsnnnok. vienstax 31. „Iii" vie 3. ^uli. Das Juni Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums enthält eine Reihe wichtiger Aufsätze zur Bibelwissenschaft. In durchaus gemeinverständlicher Weise berichtet Privatdozent Dr. Zoller, Oberrabbiner in Trieft, über Ausgrabungen in Syrien und Palästina. H. M. Wiener sucht neue Wege zur Lösung der Schwierigkeiten in der Thora, die der neueren Bibelkritik den Anlaß zu ihrer Quellenscheidung gegeben haben. Den Aufsätzen der früheren Hefte über die Geschichte der Juden in Bremen und in Aurich schließt sich eine interessante Skizze des Rabbiners Dr. Posner über die Juden in Kiel an. S. I. Schulsohn gibt lehrreiche Einblicke in die Geschichte der österreichischen Juden, insbesondere in der Bukowina, nach dem Erlaß der Toleranzverordnung ^Josefs H.; er konnte dabei noch Akten benutzen, die 1927 beim Brand des T Palastes untergegangen sind. Wiener Justiz- Auf rauhem Wege. Jugenderinnerungen eines deutschen Professors. Gießen 1927, Verlag Töpelmann. — Das Buch eines deutschen Hochfchullehrers, der, als Sohn jüdischer Eltern in einem Städtchen des damals russischen Teiles von Polen geboren, als Knabe das russische Gebiet verläßt, um in Deutschland seinen brennenden Durst nach Wissen und moderner Kultur zu stillen. Das ostjüdische Leben ist oft geschildert worden, aber Mark Lidzbarski — wir hoffen keine Indiskretion zu begehen, wenn wir den Verfafser des anonym erschienenen Buches mit Namen nennen — weiß anschaulich und humorvoll zu erzählen, sodaß seine Darstellung der ehrwürdigen Bräuche wie auch der Besonderheiten jener ganz in sich geschlossenen Welt doch Interesse erregt. Zeitungen werden in den siebziger Jahren von den frommen Juden zu Plock nicht gelesen, kein Theater besucht und kaum Reisen unternommen. Das Talmudstudium bildet das Rückgrat der Knabenerziehung, die mit der Einschulung des dreijährigen Kindes einsetzt. Das Jiddisch als Umgangssprache führt aufs Deutsche, Polnisch und Russisch werden aus Praktischen Gründen getrieben und so bei dem wißbegierigen Jungen der Grund zur späteren Beherrschung vieler Sprachen gelegt. Allerliebst, wie er die Zahlwörter sogar des Kalmückischen kennenzulernen trachtet und dabei tüchtig hereingelegt wird. Obwohl das Buch keinerlei wissenschaftliche Kenntnisse des Lesers voraussetzt, spricht doch überall bei der Schilderung von Sitten und sprachlichen Dingen, geistiger und religiöser Welt der gelehrte und gern belehrende Orientalist und Volkskundler. Mit vierzehn Janren verläßt der frühreife junge Mensch heimlich das Elternhaus und schleicht sich über die Grenze ins Preußische. In Posen beginnt sein Aufstieg. Er erreicht es, trotz der für deutsche Begriffe unzureichenden, höchst einseitigen Vorbildung, ins Gymnasium aufgenommen zu werden, wenn auch in eine Klasse, für die er eigentlich zu alt ist, und durchläuft diese Anstalt, deren verschiedenartige Lehrertypen hübsch geschildert werden, mit Glanz. Seinen Unterhalt bestreitet ein schmaler Wechsel, den der Vater dem einzigen Sohne schließlich zukommen läßt, aber alles, was über des Lebens Notdurft hinausgeht, und das sind hauptsächlich gelehrte Bücher, muß er sich durch forciertes Erteilen von Nachhilfestunden selber erwerben. Bald -wird der kleine, stark kurzsichtige Gymnasiast als Sprachphänomen bekannt; er lernt neben den schwierigen klassischen Sprachen, die das Gymnasium ihm nabebringt, italienisch, englisch, französisch, besonders aber die orientalischen Sprachen, syrisch, arabisch, assyrisch, und ergreift — damit schließt der Band — in Berlin das Studium der Orientalistik. Wie er es in der zunächst aussichtslos erscheinenden Laufbahn zum Inhaber eines der ersten semitischen Lehrstühle Deutschlands nnd Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gebracht hat, was für Menschen ihm dabei begegnet sind und was er auf seinen ausgedehnten Reisen erlebt hat — das möchte man gern aus einem zweiten Bande erfahren. vr. V/. ^orel. 85. Geburtstag. Eines der ältesten und vornehmsten Mitglieder unserer Gemeinde, Maximilian Benedikt Freiherr von Golds ch m i d t - R o t h s ch i ld, konnte am 20. Juni seinen 86. Geburtstag feiern. Er war das jüngste von den 14 Kindern des Bankiers Benedikt H. Goldschmrdt und trat, nachdem er 1862 das alte Gymnasium absolviert hatte, in die väterliche Bankfirma B. H. Goldschmidt ein, die er bis 1893 gemeinsam mit einem «MM n M5F5/Ho^-6s5e//kcAt7S/?7.H./<j 0«>//f«?/70/tV/V/00N//7S «7/7/°t//S/7. 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