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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-03-01 · 7 (3.1928) · p. Seite 222

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
7 (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 222 (sequence 18)
Language
German
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222 Nünsara, Lie^krieck: Die Xilleder^sr. I^eipziiA 1927. I^oorüen, (Üarl von unä Isaao, Limon: vis Xuekerkrankbeit unci idre Rekan61un^. 8. ^ukla^e. Berlin 1927. Xorcken, ^sosepb: OrunZla^en uncl Äele ckes lelixiös-lideralen ^suckentums. Berlin 1926. l)ppo1n-Lroni1x0'svski.?rieckrion v.: l>avi,I l^endinancl Korekk. Lerlin-I^eip^i^ 1928. Karben au, kalter: Oer usus Staat. Berlin 1919. Vers.: ^aelt äer I'lut. Berlin 1919. 1? ecien — Diskussion — Besenlüsse äsr ersten Meltkonkerenx liberaler ducken. Berlin 1927. lisäsn unä ^nspraeken oei Ser Dntbüllun^skeier 6er Innrentakeln tur äis (-ekallenen üsr IIniversitÄt Strakdurx.?rankkurt a. U. 1927. R-osentkal, Lertbolck: NsilnatAesebiebte äer baäiseben ^uSsn. Lübl 1927. Lalomo idnVerAa: leider Lebevet ^ebuäa. 1. 2. Berlin 1927. Sebaible, Xarl lZeinriok: vis ducken in Dn^laiiä. Xarlsrube 1890. Lebapira, Israel: ver Antisemitismus in 6er kranüösiseuen Literatur. Berlin 1927. Solcolo-w, Valium: (-esebiobts äes Zionismus. Wien 1927. Zonäneiin. 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Es ist der 1920 begonnene Niederschlag des Nachdenkens über das Problem des Juden und seiner „Gegenwelt" also im Grunde genommen, wenn auch von einer ganz anderen Richtung her, der gleiche Gegenstand, den Michael Gullmann in seinem soeben erschienenen grundlegenden Werk „Das Judentum und seine Umwelt" behandelt hat. Bei Guttmann wird die Stellung des jüdischen Gesetzes zu dem Nichtjuden an Hand de/ Quellen in umfassendster Weise untersucht, während Arnold Zweig aus sich und seinen Beobachtungen heraus die Einstellung der anderen zum Juden aufs Korn nimmt. Unter der Hand entwickelt sich dabei eine neue und eigenartige Theorie: Die Bindung der Menschen in verschiedene Gruppen löst eine doppelte Wirkung aus, einmal die Reaktion gegenüber anderen Gruppen und sodann die Überschätzung der eigenen Gruppe. Diese beiden Affekte — Zweig nennt sie ocn Differenzaffekt und den Zentralitätsaffekt — werden vom Verfasser in wcitausholenden Darlegungen behandelt und führen im Verlauf zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit den verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus und des Nationalismus, um in einen Appell zum wahren Volksgedanken zu münden. Ein Werk von großem gedanklichen Reichtum, voll innerer Bewegtheit und auch da, wo es nicht überzeugt, im besten Sinn anregend und fruchtbar. E. Eberlin, l.es ^uiks ck'äujourck'nui. Paris 1927.— L. Berman, Lontes 6u l'almucl, Paris 1927, les sckitions kieä? r. Der durch seine zahlreichen Veröffentlichungen über das Christentum bereits bekannte Verlag hat sich seit einiger Zeit der Erforschung und Darstellung des Judentums zugewandt. In zwei Reihen, von denen die eine mehr literarischen, die andere mehr wissenschaftlichen Charakter hat, wird das Judentum in seinen verschiedenen Erscheinungsformen dem Verständnis des französischen Lesers nähergebracht. In der ersten Reihe ist u. a. das bekannte Buch von A. Palliere, auf das an dieser Stelle bereits hingewiesen wurde, erschienen. Berman gibt in seiner ausgezeichneten Sammlung eine große Zahl der schönsten jüdischen Erzählungen und Legenden wieder. Die einzelnen Stücke sind mit Geschick ausgewählt, die erste Gruppe (1a vis äes sasss) enthält Erzählungen und Parabeln aus dem Kreis der Mischna und des Talmud, die zweite (1a Aloirs <Zss korts) ist überwiegend der biblischen Epoche gewidmet, und die letzte (la kin <Zss zours) gibt einige Beispiele aus der messianischen Legende. Rühmend hervorzuheben ist die einfache und klare sprachliche Wiedergabe, sowie die sorgfältige den Zugang zu den Originalen eröffnende Quellenbezeichnung. Die Arbeit von Eberlin ist' eine verdienstvolle soziologische Abhandlung über die Struktur des jüdischen Volkes in der Gegenwart, über jüdisch-politische Fragen und den Antisemitismus, größtenteils gut dokumentiert und mit einer Reihe instruktiver statistischer Tabellen versehen, bei denen freilich die Angabe der Quellen erwünscht gewesen wäre. Trotz einzelner Mängel, wie etwa die in dieser Form nicht zutreffende Beurteilung der „Jca" und eine gewisse Lückenhaftigkeit in der Darstellung des organisatorischen Aufbaues auf dem Gebiet der Emigration und der Kolonisation, kann dieser erste Versuch, innerhalb des französischen Sprachkreises eine wissenschaftlich orientierte Gesamtdarstellung des Judentums der Gegenwart zu bieten, Wärmstens begrüßt werden. U. Frieda Weißmann: Biblische Gestalten in der Legende. I. Kauffmann Verlag, Frankfurt 1928. Wiederum hat Frieda Weiszmann der Jugend ein schönes Buch geschenkt. Diesmal bringt sie keine Kindergeschichte, - sondern Ne unternimmt es die Jugend mit der biblischen Legende vertrau-. M machen. In edler Sprache erzählt die Verfasserin von den großen Gestalten der Bibel, von den Erzvätern, von Mose, David, Salomo u. a. m. Alle Erzählungen sind so angelegt, daß sie auf Gemüt und Phantasie der Jugendlichen einen tiefen und veredelnden Einfluß auszuüben vermögen. Es sei jedoch betont, daß die vorliegende Legendensammlung, auf Grund ihrer sprachlichen Struktur, sich in erster Linie für Schüler vom 12. Lebensjahre ab und für die reifere Jugend eignet. Die Lektüre dieses Buches wird sicherlich bei vielen Schülern den Wunsch wecken, mehr aus der Welt der biblischen Legende zu erfahren. Da auch Druck und Ausstattung des Buches sehr gut sind, kann es der Jugend bestens empfohlen werden. ' Spier. Soeben versendet die Gesellschaft für jüdische F a m i l i e n f o r s ch u n g ihr Heft 12, mit dem sie den ersten Band, d. h. die Jahrgänge 1925, 1926 und 1927 abschließt. Prof. Dr. Loewe spricht von der Entstehung jüdischer Namen; Wahrheit und Dichtung mischt sich schon seit Jahrhunderten in so mancher Familientradition und läßt aus diesen Anekdoten ein gutes Stück Volkskunde und Kulturgeschichte lebendig werden. Elisabeth Kupka berichtet aus Breslauer Ncgierungsakten über die Namensänderungen, die manchmal ohne Taufen, meistens nach Uebertritt in den Jahren 1836 bis 1333 an Breslauer Juden bewilligt wurden und die Begründungen, die freilich immer dieselben waren: Unkenntlichmachen der jüdischen Herkunft zwecks „besseren Fortkommens". Wenn Goethe sagt, „Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt", so darf man hier umkehren: „Weh dem, der seiner Väter ungern denkt!" L. Hör Witz gibt eine Namensliste der Kasseler Israeliten aus 1808 nach Errichtung des Königreichs Westfalen durch Jerome. Dr. Schaerf in Rom erzählt von den Eigennamen der Juden in Rom, die charakteristischerweise sehr oft von kleinen Orten in der römischen Campagna genommen sind, da die häufigen Verfolgungen und Austreibungen die Juden nötigten, in diesen Orten Schutz und Zuflucht zu suchen. Bücherbesprechungen und das aus allen Teilen der Welt benutzte Suchblatt machen wie üblich den Beschluß. Man abonniert die Zeitschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft für jüdische Familienforschung wird. (Jahresbeitrag 10 M.; Berlin W., Potsdamerstr. 5, Dr. A. Czellitzer.) persönliches. Julius Goldschmidt. Einem hochverdienten und allseits beliebten Manne gilt dieser Gruß zu seinem 70. Geburtstag am 20. März. Julius Goldschmidts bisheriger Lebensweg, auf dem er hoffentlich noch sehr lange weiterschreiten darf, ist ein schönes Beispiel jüdischer Bürgertugend. Hier sei nicht davon die Rede, was er als Chef eines Welihauses in einem halben Jahrhundert unausgesetzter Arbeit geleistet hat, seine Erfolge auf diesem Gebiete haben ihm und seinem Haus längst zu internationalem Ruf VerHolsen. Was diesem Mann, den sein Beruf fast nur in die höchsten Kreise der europäischen Gesellschaft führte, zur besonderen Ehre gereicht, liegt im Sinn jener altjüdischen Lebensauffassung, die ihren schönsten Ausdruck in dem Begriff der „Mizroa" gefunden hat. Gebot und zugleich freiwillig übernommene Pflicht ist ihm nicht nur sein vorbildliches Familienleben, sondern in gleichem Maße die Hingabe an die Allgemeinheit. Aus alteingesessener Familie enstammend, ist er in jungen Jahren in das väterliche Geschäft eingetreten und fand in seinem 23. Jahre in Elise Seligmann nicht nur die geliebte Gattin und Mutter seiner Kinder, sondern auch die verständnisvolle Gefährtin, die

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