Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 3 (11.1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 73 (sequence 21)
- Language
- German
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frühesten Kindheit, wo ich sie in der täglichen Morgenandacht kapitelweise vom Bater vorgelesen, mit wahrem Heißhunger hörte, und es scheint mir eine große Aufgabe gerade darin zu liegen, die biblischen Geschichten darzustellen, ohne alle christlich-theologischen Zu- und Abtaten, rein als großartiges Erzeugnis altisraelitischer Erzählungskunst. Das mag vielleicht manchen Christen enttäuschen, dasür Äber um so mehr andere erfreuen, und ich glaube, das ist ein Gewinn. Ich habe an den biblischen Geschichten immer das echt Morgenländische geliebt. Was ist's denn, was kleine und große Ki.vÄe.rb,er.M>. Mb^r. 5Mo.aM. l.ätz,t. be.ro?. v.vÄ AMv^v. Äe.^r. Geschichten? Es ist das fabelhafte Morgenland mit seiner ungeheuren Weite, mit seinen unendlichen Nächten, mit semen Wüsten und dürstenden Menschen, mit seinen Brunnen lebendigen Wassers, mit seinen wilden Tieren und tapferen Menschen, wo es von Abenteuern sprüht und funkelt — kurz, all das bunte, prächtige Leben, das so ganz anders ist als unser doch recht trübes, nebelhaftes Waldmenschentum. Ach, ich könnte ja gar nicht anders, als die Bibel illustrieren als das fabelhafte Wunderbuä) aus dem Morgenland, in dem der Engel Gottes unter den Menschen wandelt und der eifrige Gott vom Sinai gleich einem Gewitter durch die Blätter der Geschichten rauscht, das Buch, über dem der lebendige Zauber 'von Jahrtausenden glänzt." Soeben versendet die Gesellschaft für jüdische Familienforschung das Septemberheft ihrer „Mitteilungen". Ernst Wolf erörtert die Aufgaben eines Familienarchivs und die Pflichten, die seinem Leiter aufliegen, mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Verhältnisse. Prof. Dr. Kisch-Cöln, der selbst ein Nachkomme des Hohen Rabbi Löw von Prag ist, stellt verschiedene Angaben über die Nachkommenschaft dieses Heros jüdischer Geistigkeit, der eine wahre GelehrLendynastie begründet hat, richtig; übrigens stammt der Rabbi Löw, mit seinem eigentlichen Namen „Liwa ben Bezalel", aus Worms; er ist der großen Öffentlichkeit bekannt geworden durch den Sagenkreis, der an den Golem anknüpft. Dr. Grunwald- Wien steuert einige interessante Bürgerbriefe aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts bei und einen vom Tysmenitzer Rabbinat ausgestellten Ahnenbrief aus dem Jahre 1833. Rabbiner Benzion Don Jachia aus Ludze (Lettland) bringt eine sehr ausführliche Genealogieseiner Familie, die bis auf König David zurückgeht, wobei freilich einige Zwischenstufen in der Ahnenreihe nur als wahrscheinlich, aber nicht sicher gelten können. Um so exakter ist der Nachweis von 18 jüdischen Adelsfamilien in Italien, die Dr. Samuele Schärf aus Rom, auf Grund genauer Aktenvermerke zusammenstellt. Der älteste Adel geht auf Napoleon l zurück, der Guiseppe Treves 1812 die Baronie verlieh. Rabbiner Dr. Posner-Kiel veröffentlicht ein Verzeichnis der 1841 in Kiel wohnenden 16 jüdischen Familien. Ungefähr aus derselben Zeit stammt eine Liste der Subskribenten auf das Geigersche Reformgebetbuch, das von Dr. Czellitzer publiziert wird; dieses stellt eine so wesentliche Änderung und Neuerung dar, daß die Subskription des Buches zugleich ein Bekenntnis zu einem modernisierten und liberalen Judentum bedeutet. Bücherbesprechungen und ein Suchblatt mit zahlreichen familiengeschichtlichen Fragen und noch zahlreicheren Antworten auf frühere Fragen runden den Inhalt des Heftes ab. Man abonniert die „Mitteilungen", indem man Mitglied der Gesellschaft für jüdische Familienforschung wird. (Der Mrl. M^eMv.tx>z.H M^v.- Berlin, Adolf Stern, Berlin W 15, Vors. Dr. A. Czellitzer, Berlin W 9, Posdamer Straße 5). 90. Geburtstag Frau Sophie Mehler geb. Beyfus, Querstraße 18, feiert am 3. Novsmber ihren 90. Geburtstag. Der verehrten alten Dame, deren elterliche Familie bereits seit 1610 in Frankfurt ansässig ist, werden zu diesem seltenen Feiertag aus allen Kreisen der Gemeinde die herzlichsten Glückwünsche entgegengebracht. Dienstjubiläum. Die Wirtschafterin des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde, Fräulein Mathilde Strauß, feierte am 1. Nov. ihr 30jähriges Dienstjubilaum. Die in unermüdlicker Pflichttreue tätige Beamtin war aus diesem Anlaß Gegenstano mannigfacher Ehrungen seitens des Pflegamts und des Personals des Krankenhauses, wobei die Zuneigung, die sich Frl. Strauß während ihrer langen Dienstzeit erworben hat, allseits zu ehrendem Ausdruck kam. Silberhochzeit und 25jährig es Geschäftsjubiläum feiern am 12. November Herr I u li u s S o st m a n n und Frau Emma, geb. Mahler, Goethe st raße 16, Inhaber des unter Aufsicht der Ritualkommission der israelitischen Gemeinde stehenden Geschäftes feiner Wurst- und Fleischwaren. Dem Jubelpaare bringen seine Freunde ihre herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck. Geschästsjublläum. Am 1. Oktober waren 25 Jahre vergangen, seit Dr. Felix Kauffmannin die Firma I. Kauffmann eintrat. Der Jubilar, der seit 1909 Inhaber des Unternehmens ist und den Verlag M. Lehrberger gleichfalls übernahm, hat es verstanden den Ruf der beiden auf dem Gebiet des jüdischen Verlagswesens und Buchdrucks führenden Firmen zu erhallen und zu mehren. Auch als Büchersammler hat er sich einen Namen erworben. Zu seinem Jubiläum wurden ihm zahlreiche Glückwünsche zuteil. kür «t»s kslts Zskrs»-«iit vmpkvklv- Wsrms!sso!ien . . . von k?IV>. 2.— an Verclunsirokre.... „ „ —.SV „ Veföunstksstsn...» „ 1.2S „ Koklonkssten? isin bemalt....... „ „ 4.— „ Vfensvkiirme. „ „ 7.— „ XvlBlenkllNvr, Koklonvimvr, sovliv slls psuvrgvrsts billig»««»?»r«>»vi,. ^»^^^^^^^ Sc«I^I.K«S?«. ,v IM» liliWW Lr.MelMlW ll tian5a 4515 Vvleuektungskürper <ZsslHe?6e „ImpsrisI" »sudssuger, vlektr. Heilu. Xocksppsrste kuoti K»t6n?aklung di8 2v >2 IVlonaten Kememils - IMglieä