Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 1-2 (9.1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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17 durch Dramalisievung vertragen und manchmal die Weihe des Religiösen durch szenische Darstellung verloren geht — hier ist schon die Quelle so lebendig, daß sie förmliche Bilder in uns weckt. Die Darstellungsart ist so einfach, daß dies kleine Bühnenspiel ohne Zweifel vielen Sprachschulen den so sehr gesuchten Stoff zu Aufführungen bei Schulfesten geben wird. Das vorliegende Heftchen ist ein.guter Auftakt zu dem von Breslau aus geplanten Unternehmen der Herausgabe von kleinen, billigen Jugendschriften. Vivant seguentes! ^5- B. L. Ein neues „Machfor". Gebetb uch für die Feiertage, herausgegeben von W. Heidenheim, übersetzt von S. Bamoerger, Frankfurt a. M. (Rödelheim). 9 Bände in 5 Bänden. Preis M. 35.—. Die in Süddeutschland verbreiterte Sammlung der jüdischen Festgebete geht auf die Bearbeitung des gelehrten Wolf Heidenheim zurück, der sie nach siebenjähriger Vorarbeit gemeinsam mit Baruch Baschwitz im Jahr 1800 in einer Auflage von 4000. Exemplaren zuerst herausgab. Er fand dabei die Unterstützung des' Grafen Vollrath von Solms-Rödelheim; aus einer bisher unveröffentlichten Eingabe, die er an diesen anläßlich der zweiten Auflage richtete, sei folgende Stelle wiedergegeben, die den Grafen mit dem Gegenstand des Unternehmens bekannt machen sollte: „Es ist dasselbe eine Sammlung aller jüdischer Sabats und Feyertags Gebethe und Gesänge, deren jeder Jude ohne Ausnahme sich bedienen muß, dessen Besitz ein unnachlässiges Requisit der kslis'ion ausmacht, das aber seit vielen Jahrhunderten nicht die mindeste Vcrbeßerunq genoßen, und daher ganz und gar hinter dem Geist der Zeit geblieben ist. — Schon Mendelsohn ging damit um, diesen Schaz des jüdischen Glaubens in eine beßere Faßung zu bringen, aber der Todt nahm ihn darüber weg . . ." Wenn auch andere Sammlungen damals berühmter waren, wie die sprichwörtliche Redensart „eingewickelt wie ein Amsterdamer Machsor" beweist, so errang sich doch das neue Werk bald den verdienten Erfolg, die erste Auflage war nach kaum einem Jahre abgesetzt, und bis heute liegen etwa 00 Auflagen vor. Die letzte Textrevision wurde 1909 von Rabbiner Bainberger- Hamburg vorgenommen. Der altbekannte Verlag legt nunmehr, rechtzeitig zu den Herbstfeiertagen, das Werk in einer neuen, dem Zeitgeschmack angepaßten Ausgabe vor und folgt damit einer Entwicklung, die ungefähr mit der Jahrhundertwende für das jüdische Buch eingesetzt hat. An sich ist der lange Tiefstand des jüdischen Buchwesens in Deutschland — im Gegensatz zu Italien und Holland — verwunderlich, wenn man bedenkt, welchen Aufschwung das liturgische Buch im 15. und 16. Jahrhundert hier genommen hatte, und daß auf anderen Gebieten, z. B. beim Kultgerät, die Juden die Verbindung mit der zeitgenössischen Kunst keineswegs verschmähten. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß Ausartungen führen. Wenn das bessere Heim sich mit spaltledernen Miniaturausgaben berühmter Dichtwerke schmückt, und wenn die Drucke auf Dünnpapier für die gesamte Weltliteratur in der kleinsten Hütte Raum schaffen, so kann eine Kombination dieser Methoden zum „Talmud in der Westentasche" führen, wobei sich dann allerdings die Ausartung von selbst durch ihre Unbenützbarkeit widerlegt. Der neuen Machsorausgo.be sind solche Borwürfe nicht zu machen. Auch die ältere, an handfestere Exemhier allmählich eine Wendung zum Besseren eintritt, zunächst zu besserem Papier und Einband, hoffentlich auch bald zu besseren, nicht „gotisch", sondern, wie sich's geHort, semitisch beeinflußten Drucktypen. Freilich könnte wahllose Anpassung auch hier zu Plare gewöhnte Generation kann sich der neuen Bände freuen, denn sie sind eine hervorragende drucktechnische Leistung, die unter Beibehaltung des alten Formats und Satzspiegels die 9 Bände auf 5 zusammendrängt, ohne die Klarheit und Lesbarkeit des Druckbilds im mindesten zu beeinträchtigen. Da auch das Papier und die biegsamen Leinenbände (von dep. Rückenstempeln vielleicht abgesehen) alle Anerkennung verdienen und zudem der Preis erschwinglich ist, darf man Wohl znm Lob des Werkes und seines Verlegers sagen, daß der altvertraute Gebetzyklus unserer Feste hier ein in jeder Hinsicht seiner würdiges, neues und festliches Gewand gefunden hat. I)r. Im^en ^la^sr. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Auf die zweite Nummer der Zedakah, Zeitschrift der jüdischen Wohlfahrtspflege, «herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, wird wiederholt Hingewiese::. Die Nummer enthält folgende Aufsätze: Unsere Tagung am 6. Juni 192L in Düsseldorf. Worte der Begrüßung — von Eugen Caspary. Der geistige Gehalt der jüdischen Wohlfahrtspflege — von Dr. Leo Baeck. Die Fürsorge für wirtschaftlich Notleidende — von Dr. Wittelshöfer und Dr. Georg Baum. Jüdische Bevölkerungsfragen — von Dr. Felix A. Theilhaber. Jüdische Jugendnot uud Jugendhilfe — von Dr. Friedrich Ollendovff und Hilde Ottenheimer. Das soziale Programm der jüdischen Jugend — von Georg Lubinski. Tie Fürsorge für jugendliche Psychopathen — von Georg Sawady. Die Fürsorge für Gefangene und Strafentlassene — von Paul^ Ollendorff. Neuzeitliche Maßnahmen der Tuberkulose-Bekämpfung und --Fürsorge — von Dr. I. W. Samson. Stand der Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden in Deutschland — von Frieda Weinreich. Zukunftsaufgaben der jüdischen Tuberkulosefürsorge — von Bettina Brenner. Grundsätzliches zur Ausstellung „Hygiene der Juden" — von Frieda Weinreich. Unser Wohlfahrtsfilm. Eine grundsätzliche Betrachtung über Wohlfahrtspropaganda — von Paul Frank. Die vorliegende Nummer umfaßt 52 Seiten. Der Preis beträgt Mk. 1.50. Die Bezugsbedingungen sind dieselben, wie bei der ersten Nummer: bei Bestellung von mindestens 25 Exemplaren ermäßigt sich der Preis auf Mk. 1.20, bei 50 Exemplare.: auf Mk. 1.10, bei 100 Exemplaren auf Mk. 1.—. Bestellungen sind an die Geschäftsstelle der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin 0. 2, Rosenstr. 2—4, zu richten. Kov4?»e« pei^um«^ »»^vLk PK5I5I.4Q5 UIV!kköeiIUN<Z^ I^UKttl-XKIKZUNQeiV H »ZAMA IHIH