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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-06-01 · 10 (6.1926) · page 10

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
4 (1925-1926)
Issue
10 (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Ist Abel pann. <Zur Ausstellung sein«» Werke» tm Kunstsolon Schäme» zu Frankfurt am Main» Von Sr. L. OalltnerZ In den Räumen jder Aunsthctt.dlung V. Schaines, in denen sonst^Schöpfungcn moderner und modernster Kunst zu sehen sind, ist am Freitag, den ^1. Mai eine Ausstellung von Bildern eröffnet worden, die aus einer ferne» Welt zu kommen scheint. Abel Pann «us Jerusalem zeiqt neben einer ^Reihe von Einzelbildcrn. von Menschentnven'aus Ausiland und aus dem ^Orient in Pastellen und Lithographien zwei gröbere Enklen. den .Tränenkrug" und.Dir Bibel in Bildern". Im .Träne»- krug" gestaltet der Künstler die furchtbare» Kriegsleiden unserer Glaubeiisgenoisetttm nahen Osten, dic grausi ie» Pö>i> romstürmc in Polen. Er hat grosic Vvrmi»- grr aus diesem Gebiete. Vor mehreren Jahrhunderten hat der Franzose Callol in den „^li»» re» «>t ltü« 51uIUeur!< lu tiuerre" die Rohheit des Krieges, die Au^stlireitunarn der Lvl' dateska geschildert „nd vor mehr als einem Jahrhundert hat der Spanier Goya in dc»..l>c'ia'itrv!i tl-. lü Cuerr.," mit unerbittlichem Wahrheitsmut und grausein Humor die Abscheulichkcitc» entarteter «Söldner dargcslclll. Abel Panns Darstellungen sind srri von >ener nilchteriien GegensländliUikeit Callas und frei von der beiszcndcn Satire Goyas, sie sind darum nicht minder innerlich wahr. Sic sind erlebt in ihrer ganzen «chrechltchkrit. aber sie sind gemildert durch ein stilles Mitempfinden, so wie die barbarische Grausamkeitder Verfolger gemildert wird durch das treue Zusammenhalten der Bcdrängten.Und in der inilden. weisen Künstlerseele gestaltet sich das erschiit ternde Geschehnis in immer noch schönen Formen, sodasz der Betrachter sich nicht mit Entfekzei. abwendet von de» Niedergemetzelten und den Gehängten, den geschändeten Frauen und den gemordeten Greisen. Die Originale dieses Eyklus sind im Nalioiiaimuseum .Be.zalrl' in in Jerusalem; die Ausstellung -eig in 2l Lichtdrucken eine Ausivahl Die Originale zur .Bibel ii Bildern' aber sind — neben den v.'l« züglichen farbige» «teinzeichnungen undFacsimile.Druckenhier zusehen. Abel Pann Isaa'is Opicrang Abc t Pann Ru'iüche Baurui sie füllen drei säle. Ein kühnes Untersangen, die gewaltigsten Worte, die erhabensten Geschehnisse dem Auge kichtdarlich za gestalten s Ein kühnes Untenangen nach all den tausendfältigen Darstellungen biblischer Gestalten vergangener Zeiten, ein kühnes Untenangen. zumal von einem Juden! Jüdische Künstler haben biblische Bilder bisher nur vereinzelt geschaffen. sind sie dem Bücke der Bücher zu nah oder zu irrn gewesen? Hier aber soü eine ganze Bidet in Bildern erstehen, nichts geringeres plant Abel Pann. Und ein Teil dieses Planes ist hier bereits verwirklicht. In mehr als Bildern ziehen an uns die Ge,'chrh..i>ie und Gestalten des l.und '^.Buches Moses oanlber. die Schöpfungsgeschichte und die ersten Menschen, die gros;? Flut und der kühnste Turm, bau, die Erzväter inKanaan und die EreignisseinAgnoten. Dieeinzelnen Bilder lehnen sich meist an destimmte Worte des Bibelterte» an, aber sie wollen doch nicht Illustrationen im eigentlichen sinne sein. Keine Darstellungen nüchternerWirklichkeiten, gesehen mit leiblichen Augen! Es sindEmosindungen.sind Träume, ge' wisz durch die Bibel gerufen, aber dann von ihr sich lösend, um in Formen uni» Farben sich zu gestalten. Kein« Wucht und keine Schwere, keine raumersüllende Körperlichkeit: aus Farben werden die Formen der Himmelslichter.werden die Leiber derMenschcn, aus Farben wird da» Wasser der gro»en Flut, wird das Hügelland des Erdreichs. Und jedes Bi>d hat seinen besondsren Farbcharakter, sein Blau, sein Geld, sein Bot. sein Grau — an der reiche» Skala Grau allein schon offenbart sich der höchstkultioiertexolorist AbelPann. - E» ist kein Zusall. dasz er für diese seine Farbenträume das leichteste, dusligste malerische Darstellungsmittel wählt, das Pastell. Mit einer erstaunlichen Meisterschaft handhabt c? sicscs Mittel: die hellsten und dunkelsten Werte entlockt «r ihm. den schillernd-kn Glanz des Perlmutt, die gedämpften Akkorde alter Gobelin-» und die satten Töne mittelalterlicher Kirchenfenster. Und zugleich wird die Farbe häufig Träge? der Stimmung. Das lyrische Clement herrscht vor, entsprechend dem traumhaften Wesen der phantasiereichen Künstlerpersönlichkeit. Nur selten wächst die Form zu heroischer Grüsze und die Urgewalt mythischen Geschehens ist mit solch«»

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