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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-03-01 · 7 (3.1926) · page 10

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
4 (1925-1926)
Issue
7 (3.1926)
Date
1926-03-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 ununterbrochen. Seine sozial-pädagogische Tätigkeit hat dieser echte Schüler eine» direkten Vestalozzi-Iünger» bis zu seinem Lebensende forlgesetzt. Jahrelang, nachdem er seine geliebte badisch« Heimat verlassen hatte, blieb er noch im Vorstande des Raohtalt-Epsteln-Ve eins, der ihn zu seinem Ehrenvorsitzenden ernannte. Jahrzehntelang war er im Borsland der Achawa; der Vorstand der isr. Gemeinde hat'e ihn zum Administrator der GLldeuslein-Sttstung und der Meyer Lemgo Goldschmidt-Stiftung ernannt. Jahrzehntelang war er. der ausgezeichnete Kenner des Hebräischen und d-r gesamte» Liturgie, im Vorstand der Haupt- Anagoae, ein besonders Berufener für dieses Ehrenamt. Auch diese» Gremium ernannte t!zn zu seinem Ehrenvorsitzenden. Unoergessca bleiben seine B-rdjensle. die er sich aus interkonfessionellem Gebiete als Armenpsleger um die Stadt Frankfurt erworben hat. So hatte Jacob Scherer sich einen wahrhaft großartigen Wirkungskreis geschaffen, als »in kluger, vorsichtig wägender, aber auch temperamentvoller Gestalter. Mit welch schönen Gefühlen konnte dieser Mann sein Lebenswerk überblicken! Welche Stimmung, wenn er im vertrauten Freundeskreise von seiner ausgezeichneten Lebensgefährtin »prach, die ihm nur den »inen Schmerz zsgesügt hatte, ihn zu früh zu verlassen, von der Anhänglichkeit seiner Kinder und Enkel, der Verehrung der nach Tausenden zählenden Schar seiner Schüler. Von besonderer Anmut war seine Erzählkunst. Sie fesseUe jung und alt. Ob er von Sinsheim, seinem baltischen Hcimatstädtchen erzählte, oder Gestalten von Hebel, Berthold Auerdach, Hansjacod ausleben lies;, od er aus dein unerschöpflichen Bt>rne seines Gedächtnisses Sagen, Legenden und Gleichnisse aus Talmud undMidrasch vortrug, immer war er klug, liebenswert, voll liebenswürdiger Lebensphilosovhie Seine ehemuligen Schüler und Schülerinnen, die ihm allmählich ihre eigenen Kinder zuführten, liehen sich selbst noch im vorgeschrittenen Alter seine Lebensweisheiten und manchen Kernspruch zu Herzen gehen. Biel Schönes und Beglückendes, viel Liebe und Anerkennung erwarb sich dieses reiche Leben' niit Bewunderung ruht das Auge auf dem gewaltigen Ilmsang dieser Lebensaibeit. Die zahlreichen Jubiläen, die dieser Mann der unverwüstlichen Gesundheit begehen durfte, führte» ihm immer wieder neue Beweise von Lteve und Dankbarkeit zu. Immer wieder strömten an diesen Höhepunkten seine» Levens seine Verwandten, Schüler, Kollegen zu ihm. Unvergeßlich bleiben allen denen, die sein Heiin in Stunden der Freude und des E-nste». der Arbeit und der Fröhlichkeit gekannt habe», die Eindrücke der rührenden Liebe und Verehrung, mit denen seine Fan-tlie ihn umgab. So erfüllte denn tiefe Trauer die unübersehbaren Reihen derer, die diesem Manne voller Echtheit und Ursprünglichkeit. diesem treuen und guten Juden, diesem begnadete» Meister der Schule am lt. Februar b-,« letzte Geleite gaben. In bewegten Worten kam der Schmerz um den Verlust des Mannes zum Ausdruck, der eine der populärsten Gestalten der jüdischen Gemeinde Frankfurts war WWlMWiM ff? Vo-M-Ltr.». f m ps-'^ "»i.11-,°^ Irr.«,«,.«. L5lk-vrigiN2l lMu5gr3vL'5) vöuerdl'ZnMLli 6ros»r»umt1ez.?ung«n iür 8xn,k«ixen, i.5äen Ko»^«r-l1«r^« »ur Konl«n, (!»s, tZruäe unä Elektrizität.,»»« rsc» v co . 2eu 2» Zustizrat Sr. Ernst Auerbach. Geb. tl. Sept. 1861, gest. 20. Februar 1926 zu Frankfurt a. M. .Ein unersetzlicher Verlust hat uns betroffen': diese Wendung kehrt in den Nachrufen, die dem rasch Dahingeschiedenen gewidmet wurden, immer wieder. Dieses Wort, von führenden Männern geschrieben oder gesprochen, bedeutet unendlich viel. Es sagt um somehr. ltls es von allerlei Stellen her ertönte. Wessen Heimgang so empfunden wird, hat gezeigt, dag er ein ganzer Mann, ein Vollmensch gewesen. Echte Kultur ist dort, wo sich im Individuum das Universum sviegelt. wo der Einzelne von Mitgefühl und Leibe für seine Umwelt erfüllt ist. Diese urjüdifche Kulturidee der Humanität war Ernst Auerbach vom Eternhaus — Jakob Aueriach war sein Bater — vom Familienkreis — Berthold Geiger war ihm einer seiner Nächsten — vererbt. An ihr hat er unerschütterlich festgehalten sein Leben lang, aus ihr degreift sich seine Persönlichkeit und sein Wirken Mit voller Hingabe sittlicher Kraft hat er seinem holzen Beruf, ein Anwait und Förderer des Rechts zu sein, gedient. Hier stand er als ein Borkämpfer seiner «ollegenjchaft in vorderster Linie. Das Humanität,ideal war ihm der Untergrund einer wahr-n Demokratie, in deren Richtung sich seine politischen Anschauungen bewegten. Geistige Aufgeschlossenheit lieg ihn sich mannigfachen Bildungselementen zuwenden. In den Kreis unserer Universitätsoerwaltung war er darum als trefflicher Ratgeber eingereiht. 'Verbreitung von Wissen auch unter den weiteren Schichten dir Doi»?-ge o;??!«. galt ihm als bedeutsame Ausgabe, dcr er selbst durch Vo-trüge gedient hat. Werken de? Kunst war sein starkes Interesse zugewandt. Die Lebhafüqkcit des Temperaments, der Wunsch und die Fähigkeit sich ander-n Menschen mitzuteilen und herzlich zu gesellen, der En-r seiner Hilisbercitschüfi. tie Treue seiner Geiinnung. die Wanne und Weichheit seiner Empfindung beinrktcn es, dag ihm .der groge Wurf gelang," manches .Freunde» Freund zu sein.' Was aber inscre Gemeinde und ihre Bestrebungen angeht, die Förderung unserer Religion, sie dar in ihm einen der ei ervollsten und arbeitsamsten Verfechter gesunden. Unter jenem Gesichtswinkel des H.in?anität5gcdankens bat er sein Judentum oerstanden und innig geliebt. Für dessen Ehre im deutschen Vaterland hat er. d7r glühende Vertreter der Rechtsidee. gestritten. Im .Eentraloerein deu'schcr Staatsbürger jüdischen Glaudens' war er darum an führender Stelle. Den Verband der Deutschen Juden" hat er einst gestalten helfen, um der deul/chen Iudenheil die gebührende polnische Vertretung zu sichern. Von der Weile universalistischer Auffassung waren seine Anschauungen über das Wesen des Judentums getragen. Mit der Wucht seines kraftvollen Willens und mit der Ledhailigneit seiner vlsw'jlen schars zugespitzten Rede verlrat er die ausgesprochen liberale Richtung unserer Gemeinschaft. Der .Freisinnige Verein für jüdisches Gemeindclcben' — gegründet von seinem unvergeßlichen Bruder Friy Auerbach — war ihm hiersür ein Mittel seines MAAlMEMUWMHZ'IWsZiZHA nove^fäbk.k ttck. ttOl.2ättl>l Innenausbau — (ZeszrünUet l><?2 — t>eknrzti«n Ämmereinricktunjzer. - Linrelmöbe! Leutx ^u,v«nl XU>?rei»lagei» TeitsemSbe preise neue ttz.l>i2ek57kz55«-s-w UlM^^^^A^^^^^MM^MNMIZIUZZ H-ZjW MWlMWWWHWWMUWUWMM LZUa k0n f»stlienk«it«n. >tV«ingnossnanl.lung. s s o o Lös,t-6^ i?. u. f. SömSri WUWlMMlMMMMZWMUH ksiiee, lee, Lcnokolsös, Pralinen, rV»oolit»ins. Londons. Xaks. LoitZikucnsn «te. Filialen in Frankfurt: lZk»üc!^enst''alZ« t t (Zi'ünedui'g^ag t t risrwsnns»'^» 1 Knnnpi'inisnsti'alZa 2Ä Larmul'gäsz» St l.s>oz g»e?tnslZs 2? H. »Xm <-.eiLan Zt«n 5 4 z z V ' s

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