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Selbst-Emancipation · 1885-12-17 · Heft 22 (17.12.1885) · p. Seite 7

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 22 (17.12.1885)
Date
1885-12-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Selbst - Em ancipatiou > ©eite 7 5Rr. 22 zu klug, um es, wenu hie und da ein bedeutender Vertreter des strengreligtösen Judenthums sich den Zionsfreunden zugesellt — in der richtigen Erkenntniß, daß bei diesem größten aller Unternehmen, von welchem das Wohl und Wehe der ganzen Nation abhängt, die Männer aller religiösen Schattirungen gemeinsam Vorgehen müssen. Einen solchen Sieg hat letzthin die Zionsidee wieder errungen, indemSe. Ehrwurden Herr Nastali Zwi Jehuda Berlin, Rabbiner in Wolvsin (Rußland) und Leiter der dortigen, berühmten Jeschiwah. eine Koryphäe des orthodoxen Jndenthums. die Gründung einer Ortsgruppe des Montefiore-Berbmrdes in seiner Stadt veranlaßte und einen Aufruf an seine Gemeinde erließ, der nationale Begeisterung und heiße Liebe zum heiligen Lande athmet. Möchten doch die anderen Rabbiner der strengfrommen Richtung dem Beispiele dieses edlen Mannes, sowie dem von Männern wie Rabbiner Mohiliwer in Bialystock und Rabbiner E l ch a n a n in Kowno folgen! (In Jassy) gründeten auf Anregung des Herrn Moscowitsch zehn Männer mit je 10.000 FrcS. Vermögen eine Gesellschaft zum Ankauf von Grund rnrd Boden im heiligen Lande. Es ist Hoffnung vorhanden, daß sich mehrere diesen Männern beigesellen werden. Literarisches. „Die neue Zeit." Dieses in. Bottuschan (Rumänien) erscheinende Blatt, das nebst dem Kampfe gegen die Assimilation auch die Reinigung veS jüdischen Jargons sich zur Aufgabe gesetzt hat, veröffentlichte bei Gelegenheit des CÜairnLs.1r-Festes einen gelungenen Leitartikel gegen die Assimilation und für den modernen Makkabäer-Gedanken, die jüdisch-nationale Idee. Kebriiische Tageszeitung. In Petersburg soll demnächst eine täglich erscheinende hebräische Zeitung unter dem Namen „Hajom“ („Der Tag") von Herrn Dr. O. L. Kantor, früher Redacteur des jetzt nicht mehr erscheinenden Wochenblattes „Brmcky Jewrey“, herausgegeben werden. „Bussky Jewrey“ trat entschieden für die Palästina-Idee ein. Aus den Berschten des amerikanischen (Lonsuls, Herrn Sela Aleril, über das heilige Land?) (Schluß.) Sehr viele Orangen werden alljährlich nach den westtichen Ländern gebracht; Odessa ist der Markt für die aus Jaffa kommenden; auch nach London gehen tausende von Kisten. Im vergangenen Jahre wagten es einige Kaufleute, ihre Maare nach New-Iork zu bringen, und das Unternehmen ist auch geglückt. Wenn die Kaufleute von Jaffa ihre Waare gut nach Amerika bringen können, so werde n sie unstreitig glänzende Geschäfte machen, da es in Amerika keine diesen Orangen ähnliche Früchte gibt. Es gibt hier eine Art Orange», die auf den Bäumen wächst, die aus den Kernen der Orangen selbst entstehen; diese Sorte ist jedoch klein und nicht so gut wie die andere, weshalb sie im Lande selbst aufgebraucht wird. Diejenige Sorte Orangen, die allein zur Ausfuhr bestimmt ist, ist groß und citronenähnlich mit dicker Schale; ihresgleichen gibt es nirgends wieder. Citronen werden in den Orangengäiten nicht viel gezogen, nur für den Bedarf des Inlandes; doch nimmt auch die Cultur dieser Frucht zu, welche hier ziemlich groß *) Aus dem „Spenden-Verzeichnisse" des Dr. Adolf S asl« vendiNr. 144. Der hebräische Dichter Abraham Leo G o t t l o b e r feiert am 18. des Monates Vewebk sein 75. Gebnrtsfest. Zugleich sind es 50 Jahre, seitdem sein erstes Werk „Lenzesblnthen" erschien. Es ist bezeichnend für die Pflege unserer Nationalliteratnr, wenn dieser bekannte Sänger seines Volkes in seinem Greisenalter p,it Noth zu kämpfen hat. Corresponveuz der Admmistratiim. Herrn I. Löbrl tu Hamburg. Bitten um Entschuldigung f Geschieht. — Empfang der Jnserationsgebühr wird dankend bestätigt. Herrn I. Geiger in Mab. Empfang der Abonnementsgebühr, die uns durch Herrn A. veripäiet zugekommcn, wird dankend bestätigt. Herrn F. M. in Wie» (Favoriten.) Bisten Dank. Nationalen Gruß! Herrn Jaspis in Lemberg. Empfang des Monatsbeitrages für ^ämatb Jeschuruo wird bestätigt. Fcl. Rosa Vierer und Bertha Alcalap i» Belgrad. Die Bereinsleitmig der „Mirjam“ bestätigt dankend den Empfing Ihrer sreundlicheit Zuschrift und Ihrer Mitgliedsbeiträge im Betrage von 2 fl. Herrn Julius Wolf in Lonb»,,. Herzlichsten Dank für Ihre Empiehlung. Gestnnnngsbrüderlichen Gruß! Herren Jacob M. Rlcalay, Lazar Friedman» und Dr. Rübe» Bierer in Belgrad. Der Ausschuß des Vereines „Kadimah“ bestätigt dankend de» Empfang der Spenden von 5 fl, 3 fl. nnv s Frcs. Herr» Isidor Kaufmau» in Stauislau. Der Empfang der vierteljährigen Pränumerationsgebühr und dezweimonatlichen Mitgliedsbeitrages für Admath Jeschurun wird dankend bestätigt. Herrn Friedrich Hoppen in Ddeffa. Mit Clichs erst iit nächster Nummer möglich, daher entsprechende Preisreduction. Briefkasten der Redaetion. Löbl. Verein „Ariel“ in Bottuschan. Herzlichsten Dank für Ihre Zuschrift. — Gestnnnngsbrüderlichen Gruß! Herrn F. W. in Hamburg. Gedicht wird bei Gelegenheit - verwendet werden. — Zionsgruß l . Herrn M. St. in München. Gedicht wird vielleicht verwendet werden. — Hebräergruß l Herrn,Jaspis in Lemberg. Ihre Novellette berührt durch den gefühlvollen Ton sehr angenehm, doch ist zu wenig Handlung darin. Gestnnnngsbrüderlichen Gruß! Herr» I. ir. in Lemberg. „Der Bekehrteist eingelungene Arbeit. Nächstens Veröffenilichnng. - ZionSgruß l ist, aber nicht so viel Saure hat, wie die amerikanische. Der Baum gedeiht hier sehr gut, denn Boden und Klima eignen sich dazir vortrefflich. Ier Weinstock. Der Weinstock wächst au Bergabhängen. in der Ebene längs der Küste unv in Thälern und liefert überall eine gute Frucht. Doch übertreffea die Trauben und der Wein der Bergrebcn diejenige» der im Thale wachsenden an Güte und Menge, was von der Verschiedenheit des Bodens verursacht wird. Der Weinstock trägt schon nach drei Jahren und dann ununterbrochen eine lange Reihe von Jahren; die Einwohner sagen hundert Jahre. Wenn der Winzer den Weinstock gut pflegen möchte, so würde dieser sich sehr dankbar erweisen; aber auch bei der jetzigen Cultur muß man über die Menge Trauben und ihre Süßigkeit staunen. Oestlich vom Jordan und in Hebryn macht man gute Rosinen, die jedoch fast alle im Lande selbst verbraucht werden, da Rosinen in Palästina so vielfach, wie die Kartoffeln in Amerika gegessen werden; nur wenige werden nach Egypten und in sonstige Länder geschickt. Zwei Centner geben etwa einen Centner Wein. Zeigen. Der Feigenbaum fängt im dritten Jahre an Früchte zu tragen und hat im fünften Jahre die volle Kraft erlangt. Die Eingeborenen unterscheide» zwölf Arten Feigen; die beste ist die weiße, die aber in Wirklichkeit grün ist. Die grünen Feigen können nicht transportirt werden; man muß sie vorher trockne». Aus schlechten Feigen bereitet man ein berauschendes Getränk, das besonders von den Griechen gern getrunken wird.

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