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Programm · 1911-01-01 · 1911 · p. Seite 33

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Journal
Programm
Volume
1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 33 (sequence 34)
Language
German
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— 33 — unbehelligt bleiben1). Nach Ablauf dieser Zeit wollte er die Führung des Prozesses dem Frankfurter Schöffengericht überlassen und sich seinem Urteilsspruch fügen. Denjenigen entflohenen Juden aber, die schon vorher richterliche Entscheidung haben wollten, bewilligte er freies Geleit nach Frankfurt. In der Tat haben einige Juden davon bald Gebrauch gemacht und sind nach Frankfurt zurückgekehrt, wie aus den Bede- und den Gerichtsbüchern hervorgeht. Der Groll des Herrschers gegen die Frankfurter Juden war nur von kurzer Dauer; im nächsten Jahre sind sie ihm wieder seine lieben Kammerknechte. So mochte die Frankfurter Gemeinde die Kunde von seinem Hinscheiden, das am 11. Oktober 1347 unerwartet erfolgte, mit aufrichtigem Bedauern vernehmen. Es konnten Zeiten über sie hereinbrechen, wo sie sich schmerzlich nach ihm zurücksehnte. Sie kamen nur allzubald. Auf Ludwig den Bayer folgte sein Gegner Karl von Luxemburg, der bereits im November 1346 in Bonn zum Gegenkönig gekrönt worden war, ohne jedoch bedeutenden Anhang zu finden. Auch der Tod Ludwigs förderte seine Sache nicht wesentlich, denn die bayrische Partei hob, nachdem der König von England und der Markgraf Friedrich von Meißen die angebotene Krone abgelehnt hatten, im Januar 1349 Günther von Schwarzenburg auf den Schild. Beide Teile rüsteten, ein Bürgerkrieg schien unausbleiblich, der Schauplatz des Kampfes war voraussichtlich die Gegend um Frankfurt. Es kam aber nicht zur Schlacht. Die Aussöhnung Karls mit der mächtigen bayrischen Partei beraubte Günther seiner stärksten Stütze. Nachdem ihm sein Gegner die Zahlung von 20000 Mark Silber versprochen hatte, verzichtete er zu dessen Gunsten auf den Thron, und Karl fand bald allgemeine Anerkennung als König. Die Böhmen mochten allen Grund haben, ihn als Förderer ihres Landes, das er zu hoher wirtschaftlicher und geistiger Blüte gebracht hat, zu preisen; das deutsche Eeich jedoch trat bei ihm hinter seinen Erbländern weit zurück, er war und blieb stets dessen Erzstiefvater, er hat sich nur wenig darum gekümmert. Ein kühler Verstandesmensch2), verdankte er seine Erfolge nicht der Waffen- Der Kaiser bestimmt, daß der Rat die Juden „sicherlich vor uns trösten mügent dise nehsten zwei jar... Orig.-Urkunde des Frankf. Stadtarch. Privil. 78 (gedruckt bei Boehmer C. D. M. S. 604^-666). 2) Seine Charakteristik bei Lindner, Deutsche Geschichte unter den Habsburgern und Luxemburgern, Band DI S. 29. Die Rankesche Charakteristik ist wohl zu optimistisch. Kracauer, Die politische Geschichte der Frankfurter Juden. 3

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