Programm
- Journal
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- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 66)
- Language
- German
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…/3089693-3089772--1356-3092277- Visual Library
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- 25 - wurde die Ausschmückung der Korridore und Klassen, die Verschönerung des Festsaals, die Herstellung des Bildes des Begründers unserer Schule Siegismund Geisenheimer (gemalt von dem Zeichenlehrer des Philanthropins, Herrn Arthur Galliner) und die Anschaffung einer Orgel für den Festsaal bestritten; eine nach dem Tode des seligen Direktor Dr. Baerwald veranstaltete Sammlung beschaffte die Mittel, um für den Festsaal die Bilder der bisherigen drei Leiter der Anstalt Dr. Heß, Dr. Stern und Dr. Baerwald von den Herren Dr. Julius Hülsen, Alfred Sehwarzsehild und Max Schüler herstellen zu lassen. Mögen alle Erwartungen und Hoffnungen für die Weiterentwicklung unserer Anstalt, die an den Einzug in das neue Schulgebäude sich knüpfen und bei der Einweihungsfeier so beredten Ausdruck gefunden haben, in vollem Maße zur Erfüllung gelangen! Im Lehrkörper der Anstalt hat das Berichtsjahr diesmal nur eine Änderung gebracht: Der bisherige Hilfslehrer, Herr Max Seelig*, wurde mit Beginn des Schuljahres zum ordentlichen Lehrer an der Real- und Vorschule ernannt. Am 7. Mai feierte der verehrte Senior unseres Kollegiums, Herr Jacob Sc her er, seinen 70. Geburtstag. In seinem bescheidenen, allen äußeren Huldigungen abholden Wesen hatte der verehrte Kollege gebeten von jeder Feier dieses Tages Abstand zu nehmen, ebenso wie bereits auf seinen Wunsch im vorigen Jahre jede Kundgebung seiner 50 jährigen Wirksamkeit im Schuldienst unterblieben war; der Schulrat und das Lehrerkollegium mußten sich deshalb begnügen, dem durch Pflichttreue, Lehrgeschick und warmherziges Interesse für Schule und Zöglinge ausgezeichneten Lehrer zu diesem Tage schriftlich ihre Glückwünsche zu übermitteln. Leider haben wir im Laufe des Schuljahres auch schmerzliche Verluste in unserem Kreise erfahren müssen. Am 26. März entschlief die ehemalige Lehrerin an der höheren Mädchenschule, Frl. Glara Fischer. Frl. Fischer hatte bereits eine vieljährige erfolgreiche pädagogische Tätigkeit geübt, als sie 1873 an das Philanthropm berufen wurde, und sie hat auch an unserer Anstalt durch 26 Jahre zu reichem Segen wirken können. Als sie 1899 im Alter von 67 Jahren in den Ruhestand trat, folgten ihr die innigen Wünsche für einen langen, sonnigen Lebensabend; leider blieb diesem Wunsche die Erfüllung versagt, und der Tod nahte ihr nach jahrelangem schweren Leiden als Erlöser. Ihr Andenken wird in unserem Kreise fortleben! Mit tiefem schmerzlichen Weh erfüllte uns die Kunde von dem Hinscheiden der Hilfslehrerin Mlle. Simone Kleeberg. Vor 5 Jahren war die jugendlich frische Lehrerin in unseren Kreis getreten, um an unserer höheren Mädchenschule den abschließenden Unterricht im Französischen zu erteilen; bei ihrem lebendigen und liebevollen Wesen gewann sie im Fluge die Herzen der Schülerinnen, die einer jeden *) Max Seelig, geboren den 7. Juli 1885 zu Heilsberg in Ostpreussen, besuchte von Ostern 1902 ab die jüdische Lehrerbildungsanstalt zu Berlin, bestand daselbst Ostern 1905 die erste Lehrerprüfung und die Prüfung in den Keligionswissenschaften und übernahm alsdann eine Hilfslehrerstelle am Philanthropin. Oktober 1907 legte er die zweite Lehrerprüfung am isr. Schullehrerseminar .zu Cassel ab.