Programm
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- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 164)
- Language
- German
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158 Der Sormtag5imterrtd)t. Der Sonntagsunterrtcht. 3n ber ^weiten Hälfte ber adliger Jahre trat am PfyUantfyropin eine Srage in ben Porbergrunb, bie fortab faft burd? ein 3a\)v§efynt Lehrerkollegium unb 5d?ulrat eifrig befchdftigte unb eine Seitlang bie gefamte Schulgemeinbe lebhaft bewegte: bie 2lbfchaffung bes Sonntagsunterrichts. Die Saht ber roö^entHd?en llnterrid)t5ftunben war attejeit am Philanthropin ungewöhnlich ^od?*)- an jebem.ber 6 (Tage ber Sd)utwoche würbe bereits in ben erften 0al)r3el)nteft bes Beftefyens ber Schule täglich 8 Stunben Unterricht erteilt;. Xange Seit bemühte fiel) ber Sd)utrat ohne Crfolg, bei ber Lehrer* könferen3 eine Perkürgung ber Stunben3ahl in. einigen Unterrid?tsfdd)ern burd?* 3ufe^en; enblid? gelang ifym 1845 bie Perminberung wenigstens infoweit, bafj ber Unterricht am Sonntagnachmittag befeitigt werben konnte. Seit biefer Reform mürbenfortbauemb Perfuch'e unternommen, ben. Sonntagsunterricht überhaupt 3U befeitigen unb bafür. einige Unterricfytsftunben auf ben fd?ulfreien ITftttmoch* na($mittag unb ben Samstag 3U verlegen, unb 3war fchlug man vor, am Samstag entweber vormittags von 11 bis 1 Ul?r ober ^bisß nachmittags Unterwerfung in folgen .(Segenftdnben erteilen 3U laffen, bie auch bie ifraelitifchen #etigionsfchuten am Sabbat behanbelten. Die gewichtigen Bebenken, bie ber Direktor aus pdbagogifd)en unb altgemeinen (örünben gegen brefe Perteilung vorbrachte, be* fttmmten inbes ben Sd)ülrat, bie wieberholten Anregungen nicht weiter. 3U ver* folgen; ba würbe er 1885 infolge einer Perfügung ber ftaatli^en 2tuffid)tsbel?örbe fetbft, 3U einer (Entfd^etbung gebrdngt. Die 25el)örbe unterfagte ndmtich bie 25e=; fchdftigung ber 6 <^rtjffid?en Xehrer unb Lehrerinnen ber 2tnftatt am Sonntag voa\)xenb ber Seit bes (Sottesbienftes. unb forberte 3ugleid? ben Schulrat auf, bei künftigen Päkan3en in erfter Heii)e -auf jübifd)e Lehrkräfte Bebaut 3U nehmen.,. Der Direktor konnte biefer Perfügung gegenüber barauf hinweifen, bafj er bisher äftenTDünfchen biefer Mitgtieber besjftoflegiums bereitwilligst entgegengekommen fei, bafe von fdmtlichen chriftlichen Lehrern unb Ce^rerinnen nur 3. Sektionen in ber Seit bes (Mtesbienftesabgehalten würben; gegenüber ber weiteren 5orberung betonte er . nad)brücktid?i baß ber Sdpulrat bei ber Aufteilung von Lehrkräften allezeit frei von konfeffionelten #üdtfid?ten verfahren. fei unb ftets biejemgen gewallt ^abe, bie er für bie betreffenden Stetten; als bie tüd?tigften erkannt fyftbe/ Auf biefes Sd?reiben erging im ttovember 1886 bie Anorbnung, biefe 3-Shmben bis auf weiteres ausfallen 3U laffen, bei Tleubefe^ung von Stellen 3uerft auf Bewerber jübifcher Religion 3urüdt3ugreifen unb d?rifttid?e Lehrer fortab nur unter ber ausbrücktichen Suficherung 3U berufen, bafj fie an. Sonn* taqen wie an ben fyotyn d)rtfilid)en Sefttagen vom Unterricht an ber Schule befreit feien. Diefe Perfügung veranlagte bie große 3Tlehrheit-bes Lehrerkollegiums 3U bem (Erfuchett an ben Direktor unb ben Schulrat, ben . Sonntagsunterricht ab3ufchaffen unb. fdmtliche bisher dm < Sonntag erteilten Unterrichtsftunben auf ÄTittwoch* *) Seite 7s.