Programm
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- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 97)
- Language
- German
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(ÖSertef?rev Dr. &e%"imb ferne .ttlttar&etter. 91 22, ßbevkpvw Dr. ttli^ael %t% un& feine tUitairbetter* ITlichael &ej3 würbe am 9. 2lprtl 1782 3U Stabtlengsfelb im TDeimarifchen geboren- 2lus feiner Jugenb3eit wiffen wir nur, ba| er bie bamals berühmte Calmubfchule in Sürth befud)te, biefelbe Schule, ber u. a. einft aud? TTte^er 2lmfchel Hothfchilb angehörte. J)a man bie Jknaben gewöhnlich erft nach il)rer (Einfegnung, alfo nad? pollenbetem 13. Cebensjahre, in eine folc^e <Mehrtenfd)ule (Jeschibab consessus discipulorum) ju flicken pflegte, fo wirb er wohl im Jal)re 1795 borthin gekommen fein. TTeun Jal)re fpäter, 1804, fbtben wir il)n in Frankfurt in bem TM. 2t. ^othfchilbfcben Haufe als Ce^rer bes jüngften Sol)nes Jakob, bes fpäteren Baron James pöti Hot^fd^ilt) (geb. 1792, geft. 1868). Der (Ealmubjünger muß alfo um biefe Seif fd?on ein mit moberner Bilbung ausgestatteter junger UTamt gewefen fein. ' 2luf welchem TDege tft er ba§u gekommen? (£s eriftieren barüber gar keine Berichte. 2lber Jle& felbft fyat in feinem Ipofyen Hilter uns ben TDeg gefc^ilbert, auf bem um bie TDenbe bes 18. u. 19. Jahrhunberts begabte Calmubjünger 311 mobern gebilbeten flTännern geworben finb. Jn biefer allgemein gehaltenen Darlegung erkennen wir feinen eigenen Bilbungsgang *) 2tls unbefd)reiblid) Zeichnet er bie TPirkung, weld)e bie Schriften TTlenbels* fol)ns unb feiner Jünger auf i!)n ausübten. <£r lernte burd) fie bie biblifchen Bücher auf eine gan3 anbere TPetfe als bisher kennen unb tiefer in ben Sinn berfelben einbringen, als bisher bei ber talmubifchen TTTethobe möglich war. <£r fah fid) in eine Sphäre neuer Jbeen perfekt. TTTit einem wahren Heißhunger eignete er ftd? beutfd)e, alt* unb neufprachliche unb matfyematifcfye Jftenntniffe an. TDie bem Derftanb in ber TDiffenfdpaft, fo ging ber Phantafie unb bem <öeful)t eine mit wunberbaren Heijen ausgestattete TDelt in ben beutfd)en Dichtern auf. Wittes biefes erfüllte ihn mit einer Begeifterung, bie ihn ba3U brängte, fortan als Jugenbleerer reformatorifd) 3U wirken. €inqe\)mb l)at fid? Heß fd)on früh mit ber pdbagogifcfyen Citeratur feiner Seit bekannt gemacht. Von Bafebow unb ben Philanthropen mit ihrer ausfchliepd)en Betonung bes praktifd) Verwertbaren kam er ju peftalo33i, ber im (Segenteil auf bie formale (Mftesbilbung bas Hauptgewicht legte. 2lber von ben €rtremen ber Peftalo33ianer hielt er ftch fem; bas Siel ber Healfchule war il)m 3war in erfter Jünie Üusbilbung ber (öeifteskräfte, aber auch 3ugleich bie Überlieferung mißlicher Jaenntniffe. Sein HKffensburft blieb ftets ber gleiche unb ebenfo bas Bebürfnis, was er fich felbft errungen h<*tte, im (öefpräch mit feinen JaoHegen unb in feinem Schulunterrichte 311 verwerten. 2lls Heß nach Srankfurt kam, be\ianb hier *n weiten Greifen außerhalb unb innerhalb ber Jubengaffe ein reges Bilbüngsintereffe**) Jm Hilter t?on *) „Die Büröerunb Heatfd?ule" 1857, S. 10 u. 11. **)■ Pfll. <Ö. Ctermann, diu Bettrag 3ur <Sefd)t$te bes (Itymnafiums unb 3111* 5ranfcfuuteu <öelel)rtenaefd)id?te. 5eftfd?rtft 3ur (ftnroetbung. bes <öoetf?e=(öi?mnaftuTtts 1897, 5.19 ff.