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Programm · 1904-01-01 · 1904 · p. Seite 4

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Programm
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
Seite 4 (sequence 10)
Language
German
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4 (Einleitung. Damit war aber ber Soxtbeftanb bes bisherigen Bilbungswefens ber Juben aufs dußerfte bebroht, unb barum txaten biejenigen "Rabbinex, bereit (frebanken-- weit im Bannkreife bes Calmiib befd)loffen lag, ber Verbreitung von ntenbelsv fofms Schriften l^eftig entgegen. Sie vermochten jebod? für bie Dauer ben Seit* geift niebt 3urück3uhalten, benn überaß fanb bie neue Dichtung if?re Anhänger. Sd?on gu JCeb3eiten IITenbelsfolms gab es eine ^Ingaht junger jübifdper ITCdnner, welche eine auf bte beutfehe Bilbung ihrer (Blaubensgenoffen gerichtete literarifche Cätigkeit ausübten. Von ihnen würbe bie flTenbelsfol)nfd?e Bibelüberfe^ung per* poEftanbigt, fo baß balb bie gan^e Bibel in beutfeher, mit hefodtfehen Cettem neben bem Urterte gebrückter Überfe^ung, begleitet von einem leichtfaßlichen hebrdtfehen Jftommentar, in weiten Jftreifen ber (Dlaubensgenoffen Verbreitung fanb. iluch bas Gebetbuch erfchien in beutfeher Überfe^ung. Jm Jahre 1783 erfchien in Jftönigsberg (Preußen) unter bem Hamen M'assef (ber Sammler) eine in hebrdifcher Sprache gefchriebene ffionatsfehrift mit beutfeher <5ugabe, welche fich bie Aufgabe ftellte, literarifche (u. a. enthielt fie pietf ad? fyebrätfcfye über» fei-mngen beutfeher Dichtungen), gefSichtliche, geographifch^ naturgefchichtliche Jftemttniffe unter ben luben 3U perbreiten unb auf bie (örünbung beutfeher (Etementarfchulen für bie jübifche Jugenb hinwirken. Diefc Seitfehrift fanb eine große Verbreitung unb förberte wefentlicb ben jMturfortfchritt ber luben. 3n Berlin würbe 1778 bie jübifche Sreifdmle gegrünbet, in Breslau 1791 bie TPilhelmsfchule, eine jübifebe (Elementarfchule, 1801 in Seefen bte Jacobfonfd?ule unb bie Srangfchule in Deffau. 3n größeren (öemeinben fanben fich jüngere TUdnner 3U gegenfeitiger Unterftü^ung unb 3ur 5örberung pon Juiltuippecken in Vereinigungen 3ufammen. So/ würbe in Breslau 1780 bie (fkfellfchaft ber Brüber gegrünbet, in Königsberg 1783 bie (öefeüfchaft \)ebxäi\ü)ex £iteraturfreunbe, welche ben „Sammler" h^usgab, in Berlin 1791 bie (öefeßfehaft ber Sreunbe. Mex in Frankfurt ift man erft verhältnismäßig fpat ba3u gekommen, ben Sorberungen ber Seit gum Beften ber großen (öefamtheit ber d)emeinbemitglteber Rechnung 3U tragen. Die f^tefige ifraelitifche (Demeinbe war pon jeher barauf bebacht, berühmte Calmubiften als Rabbiner 3U berufen, bie bann auch eme 3roföe Schülerhaft um fich fammelten unb ber Ipicfigen Catmubhoehfcfmle weithin 2tnfehen perfebafften. Heben biefer ßjochfchule beftanben \)\ex aber aud) jübifche (£lementarfchulen, beren Unterricht ausfehtießlich religiöfen zwecken biente unb fiel? nur auf .bie Bibel nebft Kommentaren unb ben dalmub erftreckte. Diefe Anftalten genügten jeboeb bem Bilbungsbebürfniffe langft nicht mehr, benn auch fyexfyex waren bie von IHenbelsfohn gegebenen Anregungen langft gebrungen. 2luf ben 1783 erfchienenen ntenbelsfohnfchen pentateuef? Ratten fofort nidqi weniger als 57 0emeinbemtt» glieber abonniert, unb bie erwähnte Seitfd?rift „Der Sammler" 3di?lt in ihrem erften 2lbonnentenper3eichnis pom Jahre 1785 elf frankfurter auf. TVie nun hier für biejenigen (Eltern, welche %en Kinbern auch praktifche Kenntniffe fürs leben perfchaffen wollten, bie Hotwenbigkeit bejtanb, ihnen Pripatunterricht erteilen 3U laffen, fo gab es in ber 3ubengaffe Piete pripatlehrer.

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