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Programm · 1902-01-01 · 1902 · p. Seite 50

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Journal
Programm
Volume
1902
Date
1902-01-01
Page
Seite 50 (sequence 49)
Language
German
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Öie Anstellung des Herrn Rothschild macht die Beschäftigung des bisherigeil Gesanglehrers unserer Schule, Herrn Heinrich Schneider, mit Schluss des Schuljahrs entbehrlich. Herr Schneider hat sich namentlich für die Mühewaltung, mit der er noch im letzten Jahre den gemischten Chor eingerichtet und bereits zu anerkennenswertem Erfolge geführt hat, den bleibenden Dank in unserem Kreise gesichert. Der Gesundheitszustand unserer Zöglinge war in diesem Schuljahr ein recht zufriedenstellender; von Infektionskrankheiten ist unsere Schule völlig verschont geblieben. Die neuen allgemeinen Lehrpläne, die im vergangenen Jahre publiciert worden sind, haben den Realschulen nur unwesentliche Änderungen gebracht; in Klasse IV ist die Zahl der wöchentlichen Geschichtsstunden auf 3 Stunden erhöht worden, ausserdem ist für Schüler der Klasse III mit schlechter Handschrift ein besonderer Schreibunterricht eingerichtet worden. Diese Erweiterung des Schreibunterrichts ist von dem Lebrercollegium mit besonderer Freude begrüsst worden. Getreu der Tradition wird, namentlich seit dem Wirken des unvergesslichen Louis Müller, am Philanthropin der Erzielun# einer leserlichen und gefälligen Handschrift nachdrückliche Aufmerksamkeit gewidmet; die bereits erwähnte Vereinigung des gesamten Schreib Unterrichts an der Real- und Vorschule in der Hand des Herrn Collegen Heinemann, der im Geiste Müllers zu wirken sich bestrebt und u. a. demnächst die Schreibvorlagen des Meisters der Schönschreibekunst in neuer Bearbeitung herausgiebt, berechtigt zu der Erwartung, dass unsere Schule den in dieser Hinsicht erworbenen Ruf auch weiterhin wahren wird. Die reichen methodischen Anweisungen, welche die Lehrpläne für die ^einzelnen Unterrichtsgegenstände bieten; sowie die teilweise veränderte" Verteilung des Unterrichtsstoffes gaben zu eingehender Erörterunng, der einzelnen Unterrichtsgebiete in einer Reihe von Fachconferenzen, die im August und September abgehalten wurden, Veranlassung. Auf Grund der von den Fachlehrern gelieferten Referate und der Ergebnisse der Beratungen wurden die speziellen Lehrpläne der Anstalt festgestellt und mit Beginn des Winterhalbjahres dem Unterricht zu Grunde gelegt. Eine besondere Erwähnung auch an dieser Stelle verdient der Ministerial-Erlass vom 26. Oktober v. Js., der die Schlussprüfung an den sechsstufigen höheren Lehranstalten regelt und eine Reihe dankenswerter Veränderungen und Erleichterungen gegenüber den früheren Vorschriften aufweist. Das gesamte Verfahren bei den künftigen Schlussprüfungen (der betr. Erlass ist Seite 46 dieses Berichts zum Abdruck gebracht) entkleidet die Prüfung des Charakters der Reifeprüfung — deren Beibehaltung bei den sechsstufigen Anstalten nach dem Wegfall der Abschlussprüfung bei den. Vollanstalten, unthunlich geworden war — und gestaltet sie zu einer Versetzungsprüfung in ,der gleichen Weise, wie sie auch für die neunstufigen Anstalten bei der Versetzung von der Unternach der Obersecunda vorgeschrieben ist. Das neue Verfahren wird bereits bei der Schlussprüfung des gegenwärtigen Schuljahrs zur Anwendung kommen. In zwei Jahren werden hundert Jahre seit der Begründung unserer Anstalt durch Sigismund Geisenheim er verflossen sein. Die besondere Bedeutung, die unsere -Schule für unsere Glaubensgemeinschaft gewonnen hat, rechtfertigt den umfangreicheren Rahmen, der

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