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Programm · 1902-01-01 · 1902 · p. Seite 17

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Journal
Programm
Volume
1902
Date
1902-01-01
Page
Seite 17 (sequence 16)
Language
German
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Masse, dass die Detaiiliandelsbetriebe die Tendenz zeigen, sich, rascher zu vermehren als die Bevölkerung. In Deutschland kamen auf 100000 Einwohner im Jahre 1882 1364 Händler, 1895 dagegen 1502 Händler. 1882 kam ein gewerbthätiger Händler auf 59,9 Einwohner, jetzt ist schon jeder 38. Einwohner ein Händler.1) Aus der Thatsache, dass die Zahl der Händler in rascherem Tempo wächst als die Bevölkerung, wird oft die Auffassung .abgeleitet, dass die Zahl der Kaufleute den Bedarf an kommerziellen Leistungen überholt habe und dass somit ein Teil — besonders der Detailhändler-- als überflüssig und unproduktiv ohne Nachteil für die Gesamtheit der yernichtung anheimfallen könne. Eine solche Folgerung beachtet aber lediglich die-Bewegung der Bevölkerungsziffer und lässt alle anderen Thatsachen, die eine Vermehrung der Kleinhandelsbetriebe gebieterisch erfordern, unberücksichtigt. „Wir haben wissenschaftlich keinen einzigen Massstab, um die wirklich' zulässige, Ökonomisch beste Ziffer der Händler festzustellen".1) Nicht nur die Bevölkerungsziffer, auch die Zunahme des Wohlstandes und der Waren sind auf die Zahl der Händler von Einnuss. Und beide diese Imponderabilien haben sich in der neuesten Zeit in steigendem Masse geltend gemacht. Der Wohlstand und die Kaufkraft aller Bevölkerungsschichten haben sich wesentlich gesteigert2) und die Menge der dem Handel unterliegenden Waren erfuhr und erfährt auch jetzt noch eine unausgesetzte Vermehrung.3) Von einer Übersetzung des Kleinhandels kann somit nicht gesprochen werden*. Doch lassen sich auch Tendenzen nicht verkennen, welche der durch die wirtschaftlicheil Tuatsachen bedingten quantitativen Ausgestaltung des Kleinhandels entgegenwirken und auf die Verdrängung und Ausschaltung des historischen Zwischengliedes zwischen Produktion und Konsumtion abzielen. Diese Tendenzen führen nun dahin, dass die Güterübertragung dem selbständigen Zwischengliede .entzogen wird und auf eines der Glieder übergeht, für welche ehedem der Kaufmann sie besorgte. Die Produzenten wollen, den Handel umgehend, ihre Erzeugnisse direkt an die Konsumenten liefern, und sie begegnen in diesem Bestreben gleichen Wünschen der Konsumenten, welche wiederum mit Umgehung *) Som'bart, Die .Entwicklungstendenzen im modernen Kleinhandel. Schriften des, Vereins f. Socialpolitik. B. LXXXVTII, Leipzig 1900. S. 139. ." -) Es sei nur auf die Statistik der Sparkassen hingewiesen, welche die zunehmende Kaufkraft, besonders der unteren Bevölkerungsschichten, deutlich illustrieren: Es bestanden in Preussen ' im Jahre 1835 80 Kassen mit 16 Mill Mk. Guthaben „ „ 1885 1518 „ . „ 2261 „ „ „ „ 1895 1483 „ „ 4000 „ „ „ „ 1897 1513 „ „ 4665 „ „ Art. Sparkassen von M. y. Heckel im W. B. d. V. W. von Elster. 3) Es erhöhte sich, um nur die wichtigsten Konsumtionsartikel zu nennen, im Durchschnitt der jährliche Verbrauch im deutschen Zollgebiete an Kaffee von 1,01 Kg. pro Kopf im Jahre 1836/40 auf 2,46 Kg. im Jahre 1896 .„ Thee „ 0,004 „ „ „ ' „ „ „ „ 0,05 „ „ „ „ Kakao (Bohnen) „ 0,01 „ „ „ „ „ „ „ 0,23 „ „' „ „ „Zucker „ 8,4 „ „ „ „ „ 1887/88 „ 9,5 ., „ Art. Kaffee und Zucker von Wirminghaus W. B. d. V. W. von Elster.

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