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Programm · 1901-01-01 · 1901 · p. Seite 28

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Programm
Volume
1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 28 (sequence 27)
Language
German
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— 28 — in Wiesbaden, Genf und Guntersblum bei Mainz, als Hauslehrer in Zürich thätig und trat Ostern 1870 zur Ablegung des Probejahres in unsere Anstalt ein. 1872 wurde er.zum ordentlichen Lehrer am Philanthropin ernannt. ■ Bereits in dem Urteilüber das .Probejahr konnte vier damalige Leiter des Philanthropins den raschen, sicheren Blick und den ruhigen, gewinnenden Ernst, .die den bebegabten Lehrer kennzeichnen, rühmend hervorheben: Diese Vorzüge, vereint mit strenger Gewissenhaftigkeit und 'mustergiltiger Pünktlichkeit, machen die aussergewöbnlieheu Erfolge erklärlich, die Wertheim in seinem Unterricht erzielte, und die ihm die dankbare Gesinnung zahlreicher'trüberer Schüler, die Anerkennung der Patronatswie der staatlichen Aufsichtsbehörde erwarben. 'Trotz seiner aufreibenden Berufstätigkeit fand. Werthemi noch Zeit und Kraft zu ständiger wissenschaftlicher Forschung, die reiche Früchte trug. Besonders fesselte ihn das schwierigste Gebiet der Mathematik, die Zahlentheorie; .sein „Lehrbuch der Zahlentheorie" hat sich'durch die klare Darstellung und durch die Beigabe von Übungsaufgaben namentlich für jüngere Studierende als ausgezeichnetes Hilfsmittel zur .Einführung in diese schwierige Disciplin bewiesen. Neben diesem Zweige der Mathematik pflegte er mit grossem Eifer das matliematisch-historische Gebiet und konnte hier — unterstützt von einer Sammlung seltener mathematischer Werke, besonders Erstdrucke aus dem 10. Jahrhundert, weiche er mit glücklicher Find ergäbe zu erwerben gewussfc — manch' strittige .Frage zur Entscheidung bringen. Biophantus von Alexandria. ist durch seine Übersetzung erst weiteren Kreisen bekannt geworden; die Übertragung der griechischen Ausdrucksweise in die uns geläufigen mathematischen Symbole, die historischen Angaben über die einzelnen Aufgaben, die Discussion ihrer Lösbarkeit nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sind Vorzüge, die von allen' Fachmännern an seinem Werke gerühmt werden. Eine nicht minder bedeutende wissenschaftliche- Leistung ist die Herausgabe der Mathematik des Elia Misrachi, die zuerst in dem Programm , des Philanthropins -vom Jahre 1893 erschien. — Seine ausgedehnten Spraehkenninisse und die seltene Begabung, in klarer, schöner Spracht1 die schwierigsten Probleme fasslich und leicht verständlich vorzutragen, befähigten ihn zur Übersetzung hervorragender mathematischer und 'physikalischer-Werke aus fremden Sprachen. Mit Hehnluutz übersetzte er in den Jahren- 1871—74 die Thomsou-.Taifr'sche theoretische Physik: wie dieses ausgezeichnete- Werk hat auch seine Übertragung von Serret's Handbuch der hü he reu- Algebra weite Verbreitung in Deutschland gefunden. Leider befiel den rastlos thätigen. Lehrer im Jahre 1891 ein Leiden, das ihn seit dieser Zeit zu baldkürzerer, bald längerer Entsagung von jeder Thätigkeit zwang; sobald Wertheim sich aber nur einigormassen kräftig fühlte, nahm er den Lehrberuf, an dem seine gauze Seele hing; auf und übte ihn in der gewohnten pflichttreuen Weise, bis das Schwinden der Kräfte ihn wieder zwang, die anstrengende Thätigkeit zu meiden. Ein besonders' heftiges Auftreten des Leidens nötigte ihn zu seinem grossen Schmerz im Februar v. J. .seine Versetzung in den Ruhestand - nachzusuchen; auf Befürwortung des Schulrats entsprach das'Königl. Provinzial-Schuikollegium dem Antrag, ,omrer Anerkennung und mit herzlichem Dank für die langjährige gewissenhafte und erfolgreiche. Wirksamkeit im höheren- Schuldienst" durch Verfügung vom 12. Mai; Se. Majestät verlieh dem schei-

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