Programm
- Journal
- Programm
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3089693-3089756--0660-3091572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 54 - tobor 1800 zu Txelles. bei Brüssel, hufc in seinem Testamente mit einem Kapital von Mk.;Ji3,000 eine seinen Namen tragende Stiftung gegründet, deren Zinsen nach dem freien Ermessen des Sehulrats zum Besten der Schule, zur Verbesserung und Erweiterung des l'nteiTiehts, der Lokalitäten, Einrichtungen, Apparate etc. verwendet werden sollen^ Näheres siehe im Programm unserer Schule vom Jahre 1891 S. 2G). Mieden Mitteln dieser Stiftung wurde im Beginn dos Wintersemesters 1892/US der HandrerrigkeitsuiUerricht an unst>rer •Schule eingeführt und - wird seitdem als wahlfreier Unterricht, an dem sich Schüler der IV. und Hj. Klasse "beteiligen, regelmässig erteilt. "Von den Schnleru wird nicht bios keinerlei Zahlung für den Unterricht, geleistet, sondern sie erhalten auch das erforderliche Handwerkzeug und alle "Materialien kostenfrei geliefert. 4) Die Jacques Lauterbach genannt Schoenwald'sche Stiftung. Es sind eben 90 Jahre, seitdem der Begründer dieser Stiftung, Jacob VEoses Schoene wald, am 2ö. Februar 1810 in unsere Schule eintrat. Geboren zu Sehünwakl (Baden) am 10. Januar 180o, wurde'er von seinem Onkel Joseph. Simon liier im Philanthropin angemeldet und, da er unbemittelt war, als Freischüler angenommen: Isaak Elias Reis wurde ihm als Vormund bestellt: er blieb bis 1819 in unserer Schule. Tief wurzelte in seinem Herzen die." Dankbarkeit für das, was-ihm hier geworden war. Als er 70 Jahre alt geworden, schrieb er am 22. Juni 187? zu Paris, wo er sich niedergelassen luitro, in sein Testament: ..Ich habe, in den Jahren 1810 bis 1819 in der MPhilanthropin oder Real- und Volksschule" genannten israelitischen Volksschule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch hin ich. in den Stand gesetzt, worden, auf anständige Weise mein Brot, zu ver- . dienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb vermache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs . . . Diese. Schenkung soll dazu Verwender werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher etc., ferner einfache, aber gute Kleidung, und, wenn erforderlich, auch Beköstigung zu verschaffen, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches, als, auch um ihmm nachher während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, dass sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannstaud widmen, die für ihre Vtr- ' pflegung und sonstigen Bedürfnisse uinuiigänglich erforderlichen Mittel darzubieten .... Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'schen Stiftung11 in die Schule aufgenommen werden; denn es ist mein ■Wunsch;- dass mein Name immer in den Schriften der Schul Verwaltung vorkomme: das di e nt vi e 11 ei c h t auch so n st zum guten Beispiel/1 Am 25. August 1878 starb der Testator, welcher den Namen Jacuucs Lauterbach gen. Schönewald angenommen hatte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879 nach erfolgter landesherrlicher Genehmigung zur Annahme des Legates die Eintragung einer Jahresrenre von 2000 Francs in das grosse französische Staatsschuldenbuch auf den Namen unserer Schule bewirkt hatte. Nicht lange nach ihrem Tode trat die Stiftung, über welche in den Programmen unserer Schule von 1879 und 1888 eingehend berichtet ist, in Wirksamkeit. Der Stiftung gehören zwei Zöglinge an, von denen der eine in einem hiesigen Bankgeschäft als Lehrling thätig.ist, der andere, die II. Klasse unserer ■ Schule besucht. Die Zöglinge stehen unter Aufsicht der. von dem Schul rat für die Verwaltung der Stiftung eingesetzten Kommission,