Programm
- Journal
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- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 13)
- Language
- German
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…/3089693-3089748--0451-3091359- Visual Library
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Kreise allgemein gebildeter Leser die Shakspere-Bacon-Frage in gewandter und anziehender Weise mundgerecht gemacht hat." Aber darin lag auch die Gefahr, dass gar mancher Leser des Vitzthum'sehen Buches „nicht doch durch die inneren Widersprüche desselben stutzig" werden und dass so der Bacon-Theorie auch bei uns Anhänger verschafft würden. Dass dies nicht ausbleiben konnte, ist selbstverständlich trotz der grossen UnWahrscheinlichkeiten, an denen besonders diese Schrift reich ist. Unternimmt es doch Vitzthum nicht nur, mitDonnelly seinem Abgott Bacon auch die Verfasserschaft von Marlowe's Dramen zuzuschreiben, sondern in dieser Richtung noch weit über ihn hinausgehend, bringt er es fertig, in einer Reihe anderer zeitgenössischer Dichternamen „blosse Masken" oder „noms de plume" zu erkennen.44 Als einen solchen „nom de plume" bezeichnet er nun auch den Namen des Dichters in der herkömmlichen Orthographie „Shakespeare", während er dem Schauspieler nur das Anrecht auf den „Shakspere" zugesteht So* gelangt er zudem Satze, den wir gleich im Beginn der Vorrede finden: „Shakespeare und Shakspere waren zwei Individuen, die Nichts, nicht einmal den Namen mit einander gemein hatten4*. Unter dem ersteren ist für ihn dann unzweifelhaft der „verkappte Poet" Francis Bacon zu verstehen (s. Anm. 44), der „consequent, nur mit seltenen, auf Kosten des Setzers kömmenden Abweichungen in allen auf uns gekommenen Druckschriften als William Shakespeare oder Shake-speare" 45 erscheine. Der Verfasser dieser Schrift übersieht dabei vollständig, dass seine Darlegung auf dem Grundirrtum fast aller Vertreter der Bacon-Theorie beruht, welche die verschiedene Schreibung des Namens Shakespeare ins Feld führen; hätte er sich die klaren Ausführungen Elze's, (bes. im Anhang I seines „Shakespeare" S. 617—626) angesehen, so wäre wohl mindestens dieser Teil seiner Ausführungen ganz unterblieben.46 Nach den Donnelly'schen Enthüllungen und dem Vitzthumschen Versuche der Einbürgerung der Bacon-Theorie in Deutschland scheinen die Anhänger derselben auf beiden Hemisphären für einige Zeit den Gegnern das Wort gelassen zu haben; wenigstens erscheint in den nächsten 5 Jahren seit 1888 keine Baconschrift von einiger Bedeutung. Dagegen brachte das Jahr 1889 die drei unserer Betrachtung über die Entwicklung des Baconismus bis zu dieser Epoche im wesentlichen zu gründe liegenden Schriften von W ü 1 k e r und Schipper, sowie das vortreffliche Buch der Mrs. C. Stope s, durch das die gelehrte Verfasserin den Willen und die Kraft bekundete, all das Schlimme, das dem Shakespeare'schen Genius seitens ihres Geschlechts angethan worden war, wieder gut zu machen47. Nun schien es fast, als sollte der erste der Genannten mit seiner Hoffnung Recht behalten, wenigstens für das deutsehe Publikum, „dass durch dieses (Schippers) Schriftchen nun auch die Kreise der gebildeten Leser in Deutschland endlich aufgeklärt werden, auf welch schwacher Grundlage die ganze Bacon-Theorie ruht und wieviele Unglaublichkeiten, Widersprüche, wieviel Verdrehungen der Thatsachen dazu gehören, um dieselbe aufzubauen." Doch es war nur ein schöner Wahn! Die rauhe Wirklichkeit rechfertigte viel eher die Befürchtung Schippers, dass wir das Ende