Programm
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- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Shakespeare und Bacon. Darlegung und Würdigung der sogenannten Baeon^Theoria „Unter allen Männern jener glänzenden Epoche giebt „es nicht zwei, die so von Grund aus verschieden waren, wie „Shakespeare und Bacon, sowohl in ihren geistigen und sittlichen „Eigenheiten wie in ihren litterarischen Gepflogenheiten, und „jeder drückte seinen Werken den Stempel seines Genius „unverkennbar auf. — Annehmen, dass der eine dieser beiden „Männer sein eignes Werk sowie das des andern ausführte, heisst: „zwei Wunder annehmen, um eine Absurdität zu beweisen." (Rieh. G. White "ür „The Bacon-Shakespeare-Craze"). Auf der SchweHe der Neuzeit, an der Wende des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts lenkt das England Elisabeths das Auge der gesamten gebildeten Welt auf sich. Wie zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts Italien die Wiege der humanistischen Wissenschaften und der bildenden Künste war, so ging am Ende desselben von England die Erneuerung der Philosophie und der Dichtkunst aus, deren Nachwirkungen in der heutigen Generation noch fortleben. Unter der grossen Zahl hervorragender Geister, welche die Regierungszeit der letzten Fürstin aus dem Hause Tudor und des ersten Stuart zierten, heben sich, gleich zwei mächtigen Pfeilern, die das Gebäude der modernen Kultur stützen, die Gestalten zweier Männer hervor, die, jeder ein Bahnbrecher auf seinem Gebiete, Werke schufen, welche ihre Namen den fernsten Zeiten überliefern. Der Begründer der modernen, der Real - Philosophie, Francis Bacon von Verulam, und der Schöpfer des modernen Dramas, William Shakespeare, sie haben der Kultur die neuen Bahnen gewiesen, die sie noch heute wandelt; sie beide haben ihrem Zeitalter wie den kommenden Geschlechtern ihre Geistesform aufgeprägt: darum erkennen Kunst und Wissenschaft der Neuzeit in ihnen ihre Neugründer und Förderer.1 Beide vollbrachten sie diese gewaltigen Leistungen unter Abkehr von dem Hergebrachten, im Kampfe gegen das Veraltete und Verbrauchte; und dennoch ist zwischen der Denk- und Kampfesweise beider Reformatoren ein weiter Abstand, ebensoweit wie der zwischen dem kalt berechnenden Verstände und dem warm empfindenden Gemüte-