Programm
- Journal
- Programm
- Volume
- 1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3089693-3089750--0422-3091329- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
.-'Hermann Zirndorf er, Sohn des von 1813 bis 1849 an unserer Schule thätigen Lehrers Nathan Zirndorf er, wurde hier am 13. Dezember 1817 geboren. Nachdem er den Kursus unserer Schule absolviert, trat er in das hiesige Gymnasium ein, welches er im September 1835 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Darauf studierte er 3 Jahre Massische Philologie in Marburg, wo sich der begabte und ungewöhnlich fleißige Student der besondern Beachtung Karl Friedrich Hermanns zu erfreuen hatte, und erwarb 1838 auf Grund einer Dissertation ,J>e Euripidis Iphigenia Aulidensi" die philosophische Doktorwürde. In Frankfurt, wohin er nach Vollendung seiner Studien zurückkehrte, erteilte er Privatunterricht in. den alten Sprachen. Im Oktober 1839 fand er Beschäftigung an unserer Schule; 1841 wurde er nach dem Heimgange des allgemein beliebten und verehrten Lehrers Jesajas Hochstädter als außerordentlicher, 1844 als ordentlicher Lehrer angestellt. Yom Januar 1867 bis August 1868, d. i. von der Zeit der Erkrankung des sei. Direktors Dr. Stern bis zum Amtsantritt des jetzigen Direktors war ihm in Gemeinschaft mit seinen Kollegen Säbel und Dr. Jacob Auerbach die Leitung der Schule übertragen, Zirndorfer hat in seiner langen Dienstzeit nach und nach in den, verschiedensten Disciplinen und in allen Klassen unserer Schule unterrichtet, zuletzt hat er von Quarta aufwärts den mathematischen Unterricht unter Zugrundlegung der von ihm verfaßten Leitfaden erteilt. Im April 1882 trat er mit Ehren in den Ruhestand. — Länger als 12 Jahre erfreute er sich der wohlverdienten Muße, während deren ihm manche erhebende Momente beschieden waren. 1887 wurde er aus Anlaß seines 70. Geburtstages von dem Schulrat und dem Lehrerkollegium aufs Herzlichste begrüßt, 1888 wurde ihm aus Anlaß seines 50jährigen Doctor-Jubiläums von der philosophischen Fakultät zu Marburg die Doctorwürde erneuert. Am hellsten aber erleuchtete den Abend seines Lebens das Glück seiner Häuslichkeit, dessen er sich bis zu seinem Hinscheiden ungetrübt erfreuen durfte. Unter großer Beteiligung wurde er am 15. Juni zur ewigen Ruhe geleitet. Die Schule blieb an dem Vormittage geschlossen. Lehrer und Schüler eröffneten den Trauerzug und auf dem Friedhofe widmeten der Direktor und der Vertreter des Schulrats, Dr* Blumenthal, dem Heimgegangenen einen warmen ehrenden Nachruf. Ausser der oben erwähnten Dissertation sind von Zirndorfer im Druck erschienen: 1) De chronologia fabulariim Euripidearum. Disputatio ab aeademia Marburgensi praemio ornata. Marburgi 1839. 2) Accentlehre der griechischen Sprache. Frankfurt 1840. 3) Leitfaden bei dem ersten Unterricht in der Geometrie. 3. Auflage. Frankfurt 1872. 4) Lehrsätze der, Stereometrie. 2. Aufl. Frankfurt 1872. 5) Leitfaden bei dem ersten Unterricht in der Algebra. 3. Aufl. 1875. 6) Die wichtigsten Lehren der mathematischen Geographie. Frankfurt 1871., Adolf Teblee war zit Mainz am 18. April 1820 geboren. Er besuchte das dortige Gymnasium, das er 1840 mit dem Zeugnis der Reife verließ, und wurde Privatlehrer in seiner Vaterstadt. 1841 siedelte er nach Frankfurt über. Teblee hat den Tag seines Eintritts in Frankfurt stets gesegnet, denn hier fand er nach und nach eine seinen Wünschen entsprechende Lehrthätigkeit und Lebensstellung, hier gründete er sich eine glückliche Häuslichkeit, gewann einen großen Freundeskreis und gelangte zu hoher Achtung. Dieses alles aber geschah zunächst