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Programm · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 51

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Journal
Programm
Volume
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 51 (sequence 50)
Language
German
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— 51 — Technischer Unterricht. a. Turnen. Die Klassen I bis VI wurden, unter Kombination der Parallelklassen, in sechs Abteilungen je 3 Stunden wöchentlich von dem Turnlehrer Schulz unterrichtet. Dispensiert waren in I 3, II 1, III 2 Schüler, in 1Y, V und VI Niemand; in der Vorschule: 3 Abteilungen 1. Klasse 2 St. Dr. Gräf enberg. 2. Klasse 1 St. He ine mann. 3. Klasse: Gelegentliche Turnspiele, Heine mann. Dispensiert war 1 Schüler der 2. Klasse. b. Zeichnen. Von Quinta aufwärts je 2 St. wöchentlich Freihandzeichnen. St ix, seit Februar 1893 in V. Altstadt, in IIb Fritzel, in IVa, IVb, lila, Illb und IIa Dittmar. — An dem wahlfreien Unterricht im Linearzeichnen beteiligten sich nur 3 Schüler der II. Klasse, alle übrigen Schüler der II. und I. haben an dem wahlfreien Unterricht im kaufmännischen Rechnen und der Buchführung teilgenommen. c. Gesang. 5 Abteilungen und zwar 1) VI, 2) V je 2 Stunden, 3) IVa, 4) IVb je eine, ausserdem 5) lila und b, IVa und b kombiniert eine Chorstunde. Kunkel. d. Schreiben. In VI, V und IV je 2 Standen; ausserdem in lila uud Illb je 1 Stunde (wahlfrei). Müller. In der Vorschule Klasse I 4 Stunden Müller, Klasse II 4 Stunden He ine mann, Klasse III mit dem Leseunterricht verbunden. Heinemann. e. Handfertigkeits-Unterricht (wahlfrei). Dr. Dobriner. Seit dem Beginne des "Winterhalbjahres wird mit Genehmigung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums an unserer Schule Unterricht in der Handarbeit erteilt. Dieser Unterricht soll die durch die Schule erstrebte allseitige Ausbildung nach einer bestimmten Richtung hin unterstützen: er soll die Geschicklichkeit der Hand üben, das Auge gewöhnen, scharf und richtig zu sehen, den Sinn für Ebenmaß und Schönheit der Formen ausbilden und endlich durch das Bemühen, mit der eigenen Hand etwas Zweckentsprechendes zu schaffen, unsere Jugend zur A c htun g vor der Arbeit und zur rechten Würdigung der Hervorbringungen des Handwerkes und der Kunst anleiten. Die Einführung desselben förderte der Schulrat in höchst dankenswerter Weise durch das bereitwilligste Entgegenkommen. Er genehmigte nicht nur die Einrichtung eines besonderen Arbeitssaales und die Ausstattung desselben mit den erforderlichen Werkzeugen und Materialien, er beschloß auch von der Erhebung eines Beitrages für die Teilnahme an dem LTnterricht und für den Verbrauch an Materialien abzusehen. Der Saal für die Papparbeiten enthält 25 Arbeitsplätze; jeder ist versehen mit einem Beschneidebrett, einem eisernen Lineal, einem eisernen Winkel und einem Werkzeusrskästchen, das ein Messer, eine Scheere, einen messingnen Zirkel mit Bleifuß, ein Falzbein, ein Lineal mit Millimeterteilung und einen Bleistift enthält. Die Plätze verteilen sich auf zwei kleinere und einen größeren Arbeitstisch, auf denen 2 bezw. 3 durch Spirituslampen heizbare Leimgefäße mit Wasserkesseln stehen. Die Zubereitung des Leims erfolgt in einem besonderen Apparate, der durch Gas geheizt wird. Zur Teilnahme an dem ersten Cursus wurden die Schüler der vierten Klasse, in welcher der geometrische Unterricht beginnt, ausersehen; es meldeten sich aus IVa 25 und aus IVb 24 Schüler. Diese haben bis zum Schluss des Semesters regelmäßig gearbeitet; nur ein Schüler, der wegen eines nervösen Leidens mehrere Monate auch an dem übrigen Schulunterricht nicht teil nehmen konnte, ist ausgetreten. Die Arbeitszeit war für IVa Montag 4 — 5 und Mittwoch 4—5, für IVb Mittwoch 3—4 und Dornerstag 4—5. Die ersten Uebungen galten dem Zuschneiden von Pappe; es wurden I. (Nr. 1—15) 15 geometrische Figuren iu bestimmten Maßen mit Zirkel und Lineal nach einer von dem Lehrer auf der Schultafel entworfenen Vorzeichnung auf weißer Pappe konstruirt und dann ausgeschnitten. Daran schloß sich II. (Nr. 16—2ö) das Beziehen solcher Figuren mit buntem Papier zunächst auf einer Seite und später III. (Nr. 27—37) auf beiden Seiten. Ferner wurden bis zum 10. Februar von den vorgeschrittenen Schülern gefertigt: IV. (Nr. 38-41) ein einfaches Zaubertäschchen, ein Zaubertäschchen mit Kreuzbändern, eine Merktafel mit Schiefer-Papier, ein Notizbuchdeckel. Auch die Schüler mit geringerer Handgeschicklichkcit düiften noch im Laufe des Semesters die 4 letzten Nummern erledigen. Es wurde von den Schülern durchweg stetig v.nd tleißig gearbeitet und ein reges Interesse für den neuen Uhterrichtsgegenstand bekundet.

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