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Programm · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 5

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Journal
Programm
Volume
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 5 (sequence 4)
Language
German
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Elementen des Euklid, auch zu einem Teile des Almagest*) und verfaßte das Sefer-Hamispar, welches von Allen, die es kennen und verstehen, sehr geschätzt wird." (Abraham Geiger, Melo Chofnajim, p. 11 ff.) Die Erläuterungen zu den Elementen Euklids und zum Almagest scheinen verloren zu sein; nur das Sefer-Hamispar ist auf uns gekommen. Es ist 1534, also 8 Jahre nach dem Tode des Verfassers, in Konstantinopel in der berühmten Druckerei von Soncino gedruckt worden. Der vollständige Titel lautet: ^"t 'rn?Dn rriw Yimo 'n^Nn DDnr6 1£DEn 15D : )Dbvb mtpy crntf rutBD ^whiw }xübw t-injh fnjn T>cn i^hn mp Nrcucoipn („Buch der Zahl des Theologen Elia Misrachi sei. Andenkens in Konstantinopel, der Stadt unseres Herrn des großen und mächtigen Königs Sultan Soliman im zwölften Jahre seiner Regierung"). Zu dieser Zeit waren eine ganze Reihe christlicher Gelehrten, durch Reue hl in angeregt, mit dem Studium der hebräischen Sprache und Litteratur beschäftigt. Man hatte erkannt, daß die Bibel ohne Kenntnis des Hebräischen ein verschlossenes Buch bleiben werde, und daher wurden an allen Universitäten Lehrstühle für die hebräische Sprache errichtet und Lehrer derselben gesucht. Einer der hervorragendsten Gelehrten der Zeit war Sebastian Münster aus Ingelheim, der seit 1529 in Basel Hebräisch und Theologie lehrte und eine große schriftstellerische Thätigkeit entfaltete. Ihm wurde (jedenfalls vor 1544) von seinem Freunde Erasmus Oswald Schreckenfuchs, der in Tübingen mit dem Lehramt der hebräischen Sprache betraut war und später ebenfalls in Basel Hebräisch, Mathematik, Astronomie und Rhetorik lehrte, ein Exemplar des Sefer-Hamispar und 1544 das Sefer-Zuras-Haarez (Buch von der Gestalt der Erde) des Abraham bar Chijja**) ühersandt. Münster, der das letztere Werk mit seinen Zuhörern lesen und „denselben die schwierige Arbeit, sich eine Abschrift zu machen, ersparen wollte, veranstaltete für seinen und der Professoren anderer Universitäten Gebrauch" einen Auszug aus beiden Werken, den dann Schrecke n fuchs in?s Lateinische übersetzte. Text und Uebersetzung sind, in einem Quartband vereinigt, 1546 bei Henricus Petrus in Basel erschienen. Der hebräische Text umfaßt 352 Seiten; die ersten 211 enthalten die Schrift des Abraham bar Chijja; hier hat Münster dem Text überall erläuternde Randbemerkungen in lateinischer Sprache beigefügt. Der Rest des Werkes gieb* einen dürftigen Auszug aus den beiden ersten Teilen des Sefer-Hamispar; von Seite 213 bis 264 sind ebenfalls lateinische Randbemerkungen Münsters vorhanden, von Seite 264 bis zum Schluß nicht mehr. Die besonders paginierte lateinische Uebersetzung, die auch ein eigenes Titelblatt hat, umfaßt 207 Seiten, und zwar beziehen sich die ersten 110 auf das Sefer-Zuras-Haarez, der Rest auf das Sefer-Hamispar. Münster war, wie er in der Vorrede darlegt, glücklich, diese beiden Bücher erhalten *) Das berühmte Werk [Lz^GfX'q aövta&s (große Zusammenstellung) des Klaudius Ptolemaeus (125 nach Chr.), welches in 13 Büchern die unter dem Namen des ptolemäischen Weltsystems bekannte Lehre von den Bewegungen der Gestirne entwickelt, hat später, als es ins Arabische übersetzt wurde, durch Zusammensetzung des arabischen Artikels al mit dem griechischen Superlativ [lEftGTOC den Namen Almagest erhalten, mit welchem es noch heute gewöhnlich bezeichnet wird. **) Ein spanischer Rabbiner, um 1070 geboren, der verschiedene mathematische und astronomische Werke verfaßt hat.

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