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Programm · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 55

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Journal
Programm
Volume
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 55 (sequence 54)
Language
German
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— 55 — Von den Kindern des sel. Herrn Enoch Aron Schwarzschild zu dessen ewigem Andenken (10 Adar) Mk. 30. Von Herrn August Goldschmidt am Todestage seiner Mutter, Frau Louise Goldschmidt geb. St. Goar Mk. 100. Von Herrn August Goldschmidt am Todestage seines sel. Vaters des Herrn Maximilian Goldschmidt Mk. 100. Von Herrn Lazarus Ochs- Lion am Todestage seines sel. Vaters Mk. 20. Von demselben am Geburtstage L's. Mk. 20, am Todestage Eugens Mk. 20. Von Frau Jeanette Ochs am Todestage ihres sel. Gatten Mk. 30. Von den Kindern der sel. Frau Rosette Schwarzschild geb. Ochs zu deren ewigem Andenken (29 Jjar) Mk. 30. Von Herrn Charles A. Risdorf Mk. 30. Von Herrn Direktor Hermann Rais anläßlich des Todes seiner geliebten Frau Mk. 50. Aus dem Nachlaß des sel. Herrn Joseph Fuld Mk. 40. 4) Die Jacques Lauterdach genannt Schoenewald'sche Stiftung. Es sind eben 82 Jahre, seitdem der Begründer dieser Stiftung Jacob Moses Schoenewald am 25. Februar 18 W in unsere Schule eintrat. Geboren zu Schoenewald (Baden) am 10. Januar 1803, wurde er, 7 Jahre alt, von seinem Onkel Joseph Simon Rindskopf hier im Philanthropin angemeldet, und da er unbemittelt war, als Freischüler aufgenommen; Jsaac Elias Reis wurde ihm als Vormund bestellt; er blieb bis 1819 in unserer Schule. Tief in seinem Herzen wurzelte die Dankbarkeit für das, was ihm hier geworden war. Als er 70 Jahre alt geworden war, schrieb er am 22. Juni 1873 zu Paris, wo er sich niedergelassen hatte, in sein Testament: „Ich habe in den Jahren 1810 bis 1819 in der „Philanthropin oder Real- und Volksschule" genannten israelitischen Schule zu Franksurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand gesetzt worden, aus anstündige Weise mein Brot zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb vermache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs. . . . Diese Schenkung soll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher :c., ferner einfache, aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköstigung zu beschaffen, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches, als auch um ihnen nachher, während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, daß sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstand widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich ersorderlichen Mittel darzubieten.....Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'sche Stiftung" in die Schule aufgenommen werden; denn es ist mein Wunsch, daß mein Namen immer in den Schriften der Schulverwaltung vorkomme: das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel." Am 25. August 1878 starb der Testator, welcher den Namen Jacques Lauterbach gen. Schoenewald angenommen hatte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879 nach erfolgter landesherrlicher Genehmigung zur Annahme des Legates die Eintragung einer Jahresrente von 2000 Francs in das große französische Staatsschuldenbuch auf den Namen unserer Schule bewirkt hatte. Nicht lange nach ihrem Tode trat die Stiftung, über welche in den Programmen unserer Schule von 1879 und 1888 eingehend berichtet ist, in Wirksamkeit. Es wurden damals vier unbemittelte Knaben in dieselbe aufgenommen. Von diesen besuchen noch 2 unsere Schule, der dritte ist Ostern 1889 aus einer mittleren Klasse abgegangen, um in ein hiesiges kaufmännisches Geschüft als Lehrling einzutreten, der vierte ist Ostern 1891 nach Absolvierung des Schulkursus aus unserer Schule ausgetreten und wird Kunstmaler. Alle 4 Zöglinge stehen unter Aufsicht der von dem Schulrat für die Verwaltung der Stiftung eingefetzten Kommission, welche aus dem Schulratsmitgliede Herrn Victor Ullmann, dem Direktor der Schule und dem Aktuarius des Schulrats Herrn Rechtsanwalt vr. Ernst Auerbach besteht.

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