Programm
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- Volume
- 1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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26 — Salv. Ich glaube, Ihr täuscht Euch sehr. Ich bin sicher, daß die Erfahrung Euch vom Gegenteile belehren wird, daß die Kugel, auf der Erde angelangt, mit dem Pferde laufen und nur insoweit hinter ihm zurückbleiben wird, als die Rauheit und Unebenheit des Weges ihm hinderlich ist. Der Grund scheint mir auch sehr klar. Denn wenn Ihr, ohne Euch zu bewegen, denselben Ball auf der Erde hinschöbet, würde er getrennt von Euerer Hand nicht auch die Bewegung fortsetzen? Und zwar über eine um so größere Strecke, je glatter die Oberfläche ist, so daß er z. B. über das Eis sehr weit flöge? S imp l. Das steht außer Zweifel, wenn ich ihm einen Schwung mit dem Arme gebe. In unserem Falle aber ist vorausgefetzt, daß der Reiter ihn bloß fallen läßt. Salv. So soll es auch sein: wenn Ihr ihn aber mit dem Arme werft, was bleibt sonst an dem Balle, nachdem er Euch einmal aus den Händen ist, als die von Euerem Arme mitgeteilte Bewegung? Diese bleibt in ihm bestehen und bewirkt, daß er vorwärts kommt. Was macht es nun aus, daß dieser Schwung dem Ball von Euerem Arme und nicht vom Pferde mitgeteilt ist? Wenn Ihr reitet, bewegt sich nicht Euere Hand und folglich auch der Ball ebenso schnell wie das Pferd? Doch sicherlich. Ihr braucht also nur die Hand zu öffnen, so beginnt der Ball seine Bewegung mit einer gewissen Geschwindigkeit, die ihm allerdings nicht durch eine von Euch ausgehende Bewegung des Armes verliehen wird, sondern von der Bewegung des Pferdes selbst bedingt wird. Diese wird auf Euch übertragen, auf den Arm, auf die Hand und endlich auf den Ball. Ja noch mehr: wenn der Betreffende während des Reitens mit feinem Arme die Kugel in der dem Ritt entgegengesetzten Richtung schleudert, so wird sie, zur Erde gelangt, bisweilen, trotzdem sie in entgegengesetztem Sinne geworfen war, dem Laufe des Pferdes folgen, bisweilen ruhig liegen bleiben und sich nur dann entgegengesetzt zur Neitrichtung bewegen wenn die vom Arme empfangene Bewegung an Geschwindigkeit die des Reitens übertrifft. Es ist daher eine Albernheit, wenn manche Leute behaupten, man könne beim Reiten einen Speer in der Richtung des Reitens durch die Luft werfen, ihm mit dem Pferde folgen, ihn einholen und schließlich wieder auffangen. Es ist eine Albernheit, sage ich, denn um zu bewirken, daß der geworfene Körper einem wieder in die Hände fällt, muß man ihn ganL in derselben Weise in die Höhe werfen, als stünde man stille. Denn mag das Tempo des Rittes noch so rasch sein, wenn es nur gleichmäßig ist, so wird der geworfene Körper, wofern es sich nicht um einen ganz leichten Gegenstand handelt, stets in die Hand des Werfenden zurückkehren, wie hoch er .auch geworfen worden fei^.) 'Wohl-wilL ^Die Eutdectung des Beharrungsgesetzes px. 77) macht darauf aufmerksam, wie die einfachsten Folgerung zu Galileis Zeiten als etwas völlig Neues und Merkwürdiges angestaunt wurden. Er verweist in dieser Beziehung auf die Widmung und Vorrede der sranzösisch-n Übersetzung (vom Jahre 1634) von Galileis Schrift Deila 8«?ikmxa Nseeamkli,, wo Mersenne die hier berührten Erfahrungen als staunenswerte Erscheinungen bezeichnet.