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Programm · 1889-01-01 · 1889 · p. Seite 22

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Journal
Programm
Volume
1889
Date
1889-01-01
Page
Seite 22 (sequence 21)
Language
German
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— 22 — IV. Chronik der Schule. Die letzten Zeilen des vorjährigen Schulberichtes gaben den Empfindungen Ausdruck, mit denen die Schuleden Heimgang Kaiser Wilhelms des Ersten und die Thronbesteigung Friedrichs des Dritten begleitete. Die Trauerfeier, welche die Schule am 22. März 1888 beging und bei welcher der Direktor die Gedächtnisrede hielt, schloß mit Segenswünschen für die Regierung Kaiser Friedrichs. — Am 9. Mai leistete das Lehrerkollegium dem geliebten Kaiser und Könige den Eid der Treue, aber schon am Nachmittage des 15. Juni hatten wir den versammelten Schülern und Schülerinnen die erschütternde Kunde von Seinem allzufrühen Heimgange zu melden. Am Tage der Beisetzung, den 18. Juni, nahm die Schule an dem öffentlichen Trauergottesdienste teil und am 30. Juni, bevor Lehrer und Schüler beim Beginn der Sommerserien sich trennten, fand in der Aula eine Trauerfeierlichkeit statt. Der Direktor hielt die Gedächtnisrede und entwarf ein Lebensbild des hochgesinnten, heldenmütigen, edlen und guten Kaisers, dessen Name unauflöslich verknüpft ist mit den Großthaten der preußischen und deutschen Armee und der Wiederaufrichtung des deutschen Reichs und dessen Andenken für alle Zeiten gesegnet bleibt. Das Schuljahr begann Montag den 9. April mit der Prüfung und Aufnahme der neu angemeldeten Schüler und Schülerinnen. Dem Kollegen Blum, welcher, wie in dem vorjährigen Programm berichtet wurde, vom 1. Januar 1888 an wegen eines Halsleidens beurlaubt war, mußte der Urlaub bis zum 1. Oktober verlängert werden. Er wurde während der ganzen Zeit in der Mädchenschule von dem Oberlehrer vr. Epstein, in der Realschule von vi'. Wilhelm Jaen nicke vertreten. Beiden sagen wir im Namen der Schule Dank, insbesondere gebührt dieser Dank Herrn vr. Iaennicke, der bald bei uns heimisch wurde, sich rasch in seine Aufgabe hineinfand und sie mit voller Hingebung erfolgreich erfüllte. Mit Beginn des Wintersemesters hat der Kollege Blum seine Lehrthätigkeit wieder aufgenommen und diese. Dank der ihm von den vorgesetzten Behörden gewährten Erleichterung, zu unserer Freude ohne jede Unterbrechung ausüben können. Der Schulamtskandidat Dr. Gustav Weinberg beendete am 1. April, der Schulamtskandidat Bernhard Dannenberg am 1. Oktober 1888 das vorschriftsmäßige Probejahr; beide blieben an der Anstalt als wissenschaftliche Hilfslehrer. Mit Beginn des Wintersemesters trat der Kandidat des höheren Schulamts vr. Moritz Goldschmidt als eanäiäaw8 xi-odanäus in das Lehrer-Kollegium ein. Am 1. Juli 1888 schied der ordentliche Lehrer vi-. Ludwig Tachau aus dem Lehrer-Kollegium, um, einem an ihn ergangenen ehrenvollen Rufe folgend, das Direktorat der Samsonschule zu Wolfenbüttel zu übernehmen. Herrvr. Tachau hat an unserer Schule im April 1881 seine Lehrerlaufbahn als eanäiäaws xrokanäus begonnen, war dann hier von April 1882 bis Juli 1884 wissenschaftlicher Hilfslehrer und seitdem ordentlicher Lehrer. Länger als sieben Jahre war er uns mit seiner frischen Kraft und der Gediegenheit und Tüchtigkeit seines Wesens ein treuer Mitarbeiter. Wir verfolgen mit Teilnahme seine neue, umfassendere Schulthätigkeit und bewahren ihm ein dankbares Andenken. Die vakant gewordene ordentliche Lehrerstelle wurde dem wissenschaftlichen Hilfslehrer vi'. Alfred Löhren übertragen. Alfred Löhren wurde am 6. Februar 1859 dahier geboren und besuchte von Ostern 1865— 1874 unsere Schule. Er widmete sich hierauf dem Kaufmannsstande, bereitete sich jedoch nach etwa dreijähriger kaufmännischer Thätigkeit für das Gymnasium vor, das er hier von Herbst 1878 bis Ostern

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