Jahresbericht über die Real- u. Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
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- Jahresbericht über die Real- u. Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Schutnachrichten. ^. Chronik, Lehrer, Schüler, Schulrat. Montag, den 25. April 1881 wurde das Schuljahr eröffnet. Schon in dem vorangegangenen Schuljahre war ein Neubau beschlossen worden, welcher an der Stelle der Turnhalle aufgeführt werden und eine Turnhalle, vier Schulzimmer, sowie eine Wohnung für den Direktor enthalten sollte. Die Beseitigung der früheren, zugleich als Aula dienenden Turnhalle beeinträchtigte während des ganzen Schuljahres den Turnunterricht und die Schulfeierlichkeiten, sie macht diesmal auch die Abhaltung der öffentlichen Schulprüfung in der hergebrachten Weise unmöglich. — Die planmäßigen Turnstunden wurden, sobald der Turnunterricht ausgesetzt werden mußte, nach einem in der Lehrerkonferenz festgesetzten Pläne mit Genehmigung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums für anderweitigen Unterricht verwendet; der Sedantag wurde in den einzelnen Klassen durch Ansprachen der betreffenden Ordinarien und Deklamationen der Schüler und Schülerinnen begangen; in derselben Weise soll demnächst der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs gefeiert werden; endlich soll auch die Schulprüfung in der weiter unten angegebenen Weise in den einzelnen Klassen stattfinden. Mit dem Beginn des nächsten Schuljahres soll die Turnhalle ihrer Bestimmung übergeben werden, während die neuen Schulzimmer erst im Juli beziehbar sein werden. — Je vier Besuchstage waren in diesem Schuljahre, in der Knaben- und Mädchenschule und zwar um die Mitte eines jeden Quartals angesetzt; sie trugen, soweit wir wahrnehmen konnten, zu einem regeren Verkehr zwischen Eltern und Lehrern bei. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres trat der Kandidat des höheren Schulamts, vr. Ludwig Tachau aus Minden (Westphalen) zur Abhalwng des vorschriftsmäßigen Probejahres in das Lehrer- Kollegium ein. Am 1. Januar 1862 schied der ordentliche Lehrer Salomon Kauffmann aus dem Lehrer- Kollegium. Familienverhältnisse machten ihm eine Übersiedelung nach Amerika dringend wünschenswert, und so wurde ihm auf sein Ansuchen die Entlassung von den vorgesetzten Behörden gewährt. Die Schule, an der er seit Oktober 1876 thätig war, hat in ihm einen begabten, fleißigen und sehr tüchtigen Lehrer verloren. Die Erfüllung der Hoffnung, unfern verehrten Kollegen, Herrn vr. Ludwig Roeder, im Oktober 1881 seine so ersprießliche und von allen so sehr vermißte Lehrtätigkeit wieder aufnehmen zu sehen, verzögert sich um ein weiteres Jahr; seine Vertretung blieb auch in diesem Schuljahre Herrn Lehrer Knorrn und Frl. Emma Meier übertragen. Mannigfache Schwierigkeiten entstanden durch Krankheiten: Die Herren Vvr. Mannheimer, Kracauer, Stern, ferner die Zeichenlehrerin Frl. Schierholz mußten längere Zeit vertreten werden; Herr vr. Neubürger, der schon in der ersten Hälfte des Winters längere Zeit fehlen mußte, erkrankte von neuem am 23. Januar und hat seitdem seine Lehrtätigkeit nicht wieder aufnehmen können; ebenso war die Handarbeitlehrerin Frau Beer seit Mitte Januar durch andauernde Krankheit verhindert zu unterrichten.