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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1883-01-01 · 1883 · page 2

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089720--0853-3090471
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Der atte Friedhof der israeMischen Kemeinde zu Frankfurt a. W. Von den Fenstern der Nordseite unseres Schulhauses überblickt man ein weithin sich erstreckendes, fast baumloses Feld. Zwischen dichtem Gestrüpp und niedrigem Gebüsch ragen aus dem unebenen Boden Tauseude von senkrecht in das Erdreich eingelassenen breiten, massiven Tafeln von rotem Sandstein hervor. Die meisten sind tief in den Boden eingesunken, verwittert, fahlgrün, mit Moos bedeckt; alle tragen auf der einen breiten Borderseite Inschriften, durchweg in hebräischer Quadratschrift. Während nach der Ostseite zu die Steine massenhaft sich erheben, mindert sich ihre Zahl nach Westen zu, wo sie, hier vereinzelt, dort in Gruppen hervortauchend, von hügeligen Grasflächen umgeben sind. Der weite, von einer hohen Mauer, von der Rückseite und den Höfen belebter Straßen umschlossene Raum ist ein Bild völliger Abgeschiedenheit. Von keiner Seite der ihn umgebenden Straßen zugänglich oder nur sichtbar, ist er nicht.bloß den Hunderten von Menschen, die sich täglich in seiner nächsten Nähe geschäftig bewegen, verborgen, sondern wohl auch den meisten Bewohnern dieser Stadt unbekannt; nur wenige haben ihn je betreten. Und doch ist es eine geweihte, geschichtlich merkwürdige Stätte: der alte Friedhof der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main. Vor länger als 54 Jahren, am 26. September 1828, fand auf demselben die letzte Beerdigung statt; seitdem ist er geschlossen. Von Jahr zu Jahr mindert sich die Zahl derjenigen, welche, von Pietät getrieben, sich die Pforte dieses Friedhofes öffnen lassen, um eine ihnen teure Grabstätte zu besuchen; nicht lange, und es wird niemand mehr vorhanden sein, der einen der dort Ruhenden noch mit eigenen Augen gesehen hat. Da war es denn an der Zeit, bevor die Steine gänzlich verwittern und die auf ihnen eingegrabene Schrift völlig unleserlich wird, gleichsam ein Jnventarium aufzunehmen, die Steine zu zählen und mit Nummern zu versehen, die Inschriften, soweit sie noch leserlich sind, abzuschreiben und in einem Archiv aufzubewahren. Das ist im letzten Jahre geschehend) Vor mir liegen die Abschriften von nahezu siebentausend Grabschriften. Schon eine flüchtige Kenntnisnahme derselben zeigt, daß in ihnen ein nach vielen Richtungen hin verwertbares Material für die Kenntnis der Vergangenheit der hiesigen israelitischen Gemeinde gewonnen ist. Nicht aber dieses neu gewonnene historische Material soll uus hier beschäftigen; unsere Absicht beschränkt sich diesmal darauf, was über den Friedhof selbst authentisch überliefert ist, zusammenzustellen und zum Schluß nur noch einige allgemeine Bemerkungen über die Grabschriften hinzuzufügen. ^) Wesentlich durch das Verdienst unseres gelehrten Rabbiners Herrn vr. Horovitz, der die Arbeiten energisch begonnen und mit Ausdauer geleitet hat, sodann aber auch durch den Beistand des Herrn Seligmann Goldschmidt, der das Beste gethan hat, um unseren Bemühungen, die erforderlichen Geldmittel aufzubringen, den Erfolg zu sichern. Allen, tzitz durch ihre Beiträge das Unternehmen bisher gefördert haben, sei hiermit gedankt. — Es erübrigt nun noch die VAW^u nötigen Erläuterungen begleitete Publikation der historisch bemerkenswerten Inschriften. Da das erste und .HWvA8HWUjR.rnis, der dazu geeignete Gelehrte, vorhanden ist, so wird hier in Frankfurt auch das Uebrige uicht fehlen. ' "^rakteristisches, stimmungsvolles Bild des alten Friedhofes hat Carl Th. Reissenstein geschaffen.

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