Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9643684-3089708--0372-3090173- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
vor und wurde 1825 Lehrer an dem Institute des vi-. Weil in Frankfurt a. M. Im Jahre 1833 unternahm er eine Reise nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, war dann nach seiner Rückkehr, 1834, Lehrer zu Winzenheim bei Colmar, trat 1835 in seine frühere Stellung an dem vi-. Weitzschen Institute zurück und blieb in derselben, bis sich ihm 1839 durch seine Berufung an unsere Schule ein lange gehegter Wunsch erfüllte. Drei und dreißig Jahre hat er hier, vorzugsweise als Lehrer der Naturgeschichte, mit voller Hingebung und Treue segensreich gewirkt; noch am 20. August v. I. stand der rüstige Greis in ungebrochener Kraft lehrend vor seinen Schülern und Schülerinnen, Tags darauf war er nicht mehr. — An seinem Grabe widmeten ihm der Herr Rabbiner I)r. Brüll und der Unterzeichnete einen ehrenden Nachruf. Sonntag den 25. August versammelten sich das Lehrer-Collegium, sowie die Schüler und Schülerinnen im Turnsaale zu einer Erinnerungsfeier, bei welcher Herr Di-. Ferdinand Neubürger die Gedenkrede hielt. Das Andenken unseres würdigen, Heimgegangenen College« lebt unter uns fort. Am 2. September wurden unsere Schüler und Schülerinnen in den Geschichtsstunden auf die Bedeutung des Tages und auf die glorreichen Ereignisse hingewiesen, denen wir die Gründung der Einheit, Macht und Größe unseres deutschen Vaterlandes zu danken haben. Im Laufe des Sommers besuchten nacheinander mehrere Schulmänner unsere Schule, um von deren Einrichtungen und der in einzelnen Disciplinen befolgten Methode Kenntniß zu nehmen; es waren die Herren: Ivan Filipovic, Lehrer, und Leopold Hartmann, Schulaufseher aus Agram, Herr Professor Adolph Werner, Lehrer am dotiere ot' tde Oit^ of Ne^-^ork) ehemals Schüler unserer Schule, Herr Jacob Franklin aus London, Herr Anton Scheibmaier, Vorstand der königlichen öffentlichen Turnanstalt zu München, Herr vr. Guiseppe Jung aus Mailand und Herr Rector Erk aus Regensburg. Am 8. December blieb die Schule geschlossen wegen des Tags vorher im Schulhause erfolgten Ablebens der Ehefrau unseres Pedellen, Frau Anna Maria Sinner. Mitglieder des Schulraths und des Lehrer-Collegiums folgten ihrer Bahre und am Grabe sprach der Direktor Worte ehrenden Dankes für die Liebe und Sorgfalt, welche die Heimgegangene durch lange Jahre unseren Schulkindern zugewandt. Am 15. Januar starb Frau Helene Hoechberg, geborene Oppenheim. Sie hat ihren Namen durch eine ansehnliche Schenkung zu Gunsten der von ihrem sel. Gemahl begründeten David und Emanuel Hoechberg'schen Stiftung dauernd mit unserer Schule verknüpft; auch hat sie die Creizenach-Stiftung mit einem Legat bedacht. Bei ihrer Beerdigung war die Schule durch den Präsidenten des Schulraths Herrn Jacob Doctor und den Director vertreten. Da der 22. März diesmal auf einen Samstag fällt, so wird die aus Anlaß des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs zu veranstaltende Schulfeier Freitag den 21. März, Vormittag 10 Uhr im Turnsaale stattfinden, wobei der Direktor die Festrede halten wird. L. Lehrer-Collegium, Unterricht, Schüler. Aus dem Lehrer-Collegium sind geschieden: 1. Herr vr. Harry Breßlau, um sich an der Berliner Universität als Docent der Geschichte zu habilitiren. 2. Der ordentliche Lehrer, Herr Julius Blumenthal, welcher uns durch den Tod entrissen worden ist. 3. Herr Adolph Sabor, welcher nach Vollendung seines Probejahres, vom October bis Ende December v. I. mit 24 wöchentlichen Unterrichtsstunden an unserer Schule beschäftigt war. In das Lehrer-Collegium sind mit dem Beginn des Schuljahres eingetreten: 1. Herr vr. Albert Bielschowsky, welcher von der Gewerbeschule zu Brieg als außerordentlicher Lehrer an unsere Schule berufen wurde.