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Die Wahrheit · 1927-11-25 · Heft 48 (25.11.1927) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 48 (25.11.1927)
Date
1927-11-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 DIE WAHRHEIT Vereinsheim, XVI., Wttrlitzergasse 11 einen Familien- Abend mit auserlesenen Variete-Darbietungen und anschließendem Tanz bei vorzüglicher Musik. Berufsjubiläum. Herr Gremialrat Adolf U n g e r, Seniorchef des bekannten Kleiderhauses Adolf Unger & Sohn, feierte vor einigen Tagen das 50jährige Berufsjubiläum. Durch seine großen Fachkenntnisse und seine emsige Tätigkeit brachte er sein Unternehmen zu hohem Ansehen. Herr Adolf Unger ist seit Jahren Obmann des Bethausvereines Landstraße, für dessen Interessen er unermüdlich tätig ist. Durch seine Bescheidenheit und sein stilles, segensreiches Wirken auf charitativem Gebiete, das seinem guten jüdischen Empfinden entspringt, hat sich Herr Adolf Unger vleie und aufrichtige Freunde erworben. Der Jubilar ist auch Obmann der Mitgliedschaft Landstraße österreichischer Juden", für deren Ziele einsetzte. Zu seinem Jubiläum wurden wohlverdiente Ehrungen zuteil. Promotion. Dr. jur. Hans Münz, Rechtsanwaltes Dr. Elias Münz, Präsident Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Freitag, den 19. <L M.. an der Wiener Universität zum Doktor promoviert. Verlobung. Frl. Hilda Braunfeld, Tochter des Sekretärs des Brigittenauer Tempelvereines Herrn Adolf Braunfeld, hat sich mit Herrn Michael Dukes, Mitchef der Firma Dukes & Paschkes, verlobt. Goldene Hochzeit. Herr Moritz Gerstl und seine Gattin Karoline feierten am 14. d. M. das schöne Fest der goldenen Hochzeit Das Jubelpaar, das seit mehreren Jahrzehnten in Wien. XVIL Bezirk, ansässig ist, hat aus seinem groben Bekanntenkreise viele beweise allgemeiner Wertschätzung und Hochachtung erhalten. Warschau. In der Thomatzker Synagoge, der größten Warschaus, fanden zwecks Besetzung des dort freigewordenen Oberkantörpostens Probevorträge statt, an denen u. a. auch ein Wiener Oberkantor teilnahm. Der edle Sängerkrieg, der dort entbrannt war, hat nun einen vorzeitigen Abschluß gefunden, das Feuer der Begeisterung ist auf der ganzen Linie jäh erloschen. Oberkantor I. Krusewitzky, der sich trotz seiner Jugend des Besitzes ganz gewaltiger der „Union deutscher sich stets warn; ihm zahlreiche und Sohn des bekannten des Bethaus- Wien, wurde Stimmittel erfreut, und zu den besten Interpreten seines Faches zählt, hatte bereits vor mehreren Wochen mit durchschlagendem Erfolg Probe gesungen und ist verigen Freitag zu einem neuerlichen Gastvortrag lediglich deshalb berufen worden, weil sich der Vorstand davon überzeugen wollte, ob der von ihm errungene große Erfolg auch ein nachhaltiger sein würde. Dieser sein zweiter Vortrag rechtfertigte nun die gute Meinung, die man sich in Warschau von dem jungen Künstler bereits allenthalben gebildet hatte, und so wurde er ab 1. Dezember mit einem glänzenden Vertrage auf mehrere Jahre verpflichtet. Todesfall Sonntag, den 20. d. M., fand am Zentralfriedhof. I. Tor, unter sehr großer Teilnahme das Leichenbegängnis des Herrn Jacob Smilovici statt. Der Verblichene verstand es, durch unermüdlichen Fleiß, strenge Rechtlichkeit und ungewöhnliche Tatkraft sein Unternehmen zu hohem Ansehen zu bringen. Bis in die letzten Wochen körperlich rüstig und auch geistig von bewundernswerter Frische, war Smilovici eine besonders in der Leopoldstadt bekannte und geachtete Persönlichkeit, und gab auch die große Beteiligung an dem Leichenbegängnis Zeugnis von der Wertschätzung, der sich der Verstorbene erfreute. Unter den zahlreichen Trauergästen bemerkte man die Vorsteher und viele Mitglieder des Leopoldstädter Tempelvereines „A e s c h e 1 - A w r o h o m" und des Kranken-Unterstützungsvereines „Nächstenliebe44, Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d hielt dem Verblichenen einen tief empfundenen Nachruf. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor J. Müller in ergreifender Weise. An der Baure trauern die Söhne Dr. Paul und Fritz Smilovici und die Tochter Olga, verehelichte M e i 1 i c h. Namens des Reichsverbandes der kreditgebenden Detailkaufleute Oesterreichs sprach Obmannstellvertreter Nimmhäuser und für den Verein „Nächstenliebe" Kultusvorsteher Moriz Worte des Gedenkens. In dem Verstorbenen verliert auch der bekannte Cafgtier Rudolf F r e i w ,i r t h nicht nur einen nahen Verwandten, sondern auch einen Kameraden, mit dem ihn 30jährige, aufrichtige Freundschaft verband. Auch die zahlreichen Freunde, die er sich in den langen Jahren zu erwerben verstand, werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. ingicnisdies KOnlUslichf \vVM//, Seit vielen Jahren das anerkannt beste eD^Traw Man achte auf die ges. cresch. Marke »Hyglen. Königslicht1 und Name Scnulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon 83-1-87 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■0i jecsaaevatt^: jwitisca i'*U*i^i^« Bei der hiesigen ISraeäMlStfien KllKUSgemelnde gelangt die Stelle eines Oberkantors mit 1. April 1928 zur Besetzung. Nur Bewerber unter 40 Jahren, die über umfangreiche, klangvolle Stimmittel verfügen, musikalische und liturgische Ausbildung besitzen, im Thoravorlesen (Baal Koreh) bewandert sind und den Gottesdienst mit Chor und Orgel zu leiten verstehen, werden eingeladen, ihre Offerte nebst curriculum vltae (Dokumente in Abschrift) bis 15. Dezember 1927 an den Gefertigten einzusenden. Gehalt nach Uebereinkommen. Zum Probevortrag werden nur die vom Kultusvorstand Eingeladenen zugelassen. Marienbad, im November 1927« Der Kultusvorsteher: Fritz Buxbaum

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