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Die Wahrheit · 1928-03-09 · Heft 10 (9.3.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 10 (9.3.1928)
Date
1928-03-09
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 DIE WAHRHEIT mit ihr lachen. Der verdienstvolle Obmann des Bundes. Postamtsdirektor Gustav Kol min, begrüßte die Anwesenden auf das herzlichste, insbesonders die Festgäste: den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Prof. Dr, A. Pick und Gemahlin, Vizepräsidenten Dr. J. O r n s t e i n, den Protektor des Vereines Rabbiner Dr. Max Giunwald und Gemahlin, die Kultusvorsteher Ed. Hof mann, I. Kl aber und Dr. J. T i c h o. Inspektor Prof. Dr. R e d i s c h, Frau Dr. Steiner und Frau Re& Hirschfeld vom Jüdischen Frauenverein Leopoldstadt, und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch den zahlreichen Besuch dem Elternbunde dasjenige Interesse entgegengebracht wird, das er verdient. „Gerade in unserer Zeit ist es mehr als ie notwendig, daß Elternhaus und Schule in wechselseitiger Freundschaft einander ergänzen, um für unsere heranwachsende jüdische Jugend den Stempel des sittlichen und gefestigten Bildungscharakters zu prägen, der erforderlich ist, diese zu einer würdigen gesetzestreuen Generation zu gestalten." Eingeleitet wurde das Programm vom Chor der Bibelschule Tempelgasse durch „Seid gegrüßt". Hierauf brachte der Bürgerschüler Erich Fr an kl „Largo" von Händel unter Begleitung von Mitzi K u c h i n k a zum Vortrage und erntete Beifall Das Purimspiel von Prof. Dr. J. B r o n n e r, „Tarn, der kleine Vielwisser", mit Norbert T u c h n e r, Emil P o 11 a k und Fritz S t i a s s n i bereitete den Kleinen viel Vergnügen. Bürgerschüler Leon Springer brachte sehr hübsch ein Volksliedchen von Komzak zum Vortrage. Hierauf fand ein gelungener Dialog (Berufswahl) zwischen Fanny Rosenstrauch und Lilli Trompeter statt. Dann folgte ein mit großem Beifall aufgenommener Oärdäs-Tanz von Anny Reiß und Dora A 1 s t e r und der „Wiener Waschtag" von Erna G r ü n w a 1 d, Gerda Königsberg, Erna Markus, Lilly N e u f e 1 d, Gerda Weiß, Paula Weiß, Anny Asrilen, Sophie Tymann, Lilly Schreiber von der Mädchenbürgerschule, IV., Probusgasse 10. Ganz besonders hervorzuheben sind die künstlerischen Leistungen des 13jährigen Violinvirtuosen Walter Guttmann. Im zweiten Teile brachte Bürgerschüler Max O j s e r k i s ein Märchen von Komzak und Bürgerschülerin Fritzi Fassel ein Gedicht von Beate Baumgarten „Esther" wirkungsvoll zum Vortrage. Das Purimiestspiel „Die Megillah" von Frieda M e h 1 e r fand bei Jung und Alt großen Gefallen und trug der Verfasserin und den jugendlichen Darstellerinnen Hansi K1 epetar, Stella Benesch, Anny Reiß, Rosl Seifert. Erna Haut zig. Klara Nag ler, Valerie Reimann, Lilly Rattner, Dora Schulmann, sowie der Spielleitung Frau Rosa Reiß ungeteilten Beifall ein. ebenso der Festreigen der Bürgerschülerinnen Beer, Breinler, Drucker. Ellenberg, Halpern, Hermann, Hilsenroth, Josefsthal, Lind, Locker, Malkin, Mayersohn, <Rapp, Schwebe 1. Spiegel, der von Rudolf H e i n m p n n einstudiert i«"d geleitet wurde. Hon Schluß des äußerst gelungenen Programms bildete „Die Rolle Esthe r". eine szenische Darstellung von Religionslehrer Wilhelm Toch, dargestellt von Salv Dann, Eva Wasser. Sali Sobel, Käthe Tauber, Grete Silbermann, Hilda Roth. Isabella Wiener, Jenny Queller und Rosa Katz; einstudiert und geleitet von Bürgerschülerin Frieda S t e i n h o f, am Klavier Mittelschüler Josef Krauser, und ernteten die Mitwirkenden für die schöne Leistung lebhaftesten Beifall. Ein Pauschallob gebührt den kleinen Künstlern und Künstlerinnen, die an dem Zustandekommen des Purimfestes mitgearbeitet haben; besondere Anerkennung dem unermüdlichen Festleiter Religionslehrer Markus Pick, aber auch Frau Religionslehrer Rosa Reiß und Herrn Rudolf Heinmann. Todesfall Am 16. Februar verstarb in U n g. - B r o d, Mähren, Frau Betti Schön, die Gattin des weit über die Grenzen "seiner Heimat, in jüdischen Kreisen als Führer der religiösen Judenschaft Mährens wohlbekannten Herrn Jakob S. Schön, im 58. Lebensjahre. Eine jüdische Frau in des Wortes -edelster Bedeutung, beendete damit ihr segensreiches Wirken auf Erden. Frau Betty Schön verstand es, ihrem Hause Würde und Ansehen in einer Art zu geben, wie es in jüdischen Häusern immer seltener wird. Eine tiefredigiöse Natur, erkannte sie den Wert der Religion für ihre Kinder, ohne aber dabei die strengen Erfordernisse des Alltags außer acht zu lassen. Man mußte einmal dieses Haus betreten haben, um zu wissen, was die Frau für ein Haus bedeutet, wie ja auch die Gastfreundschaft des Hauses Schön sprichwörtlich wurde in getreuer Verfolgung der uralten Tradition, daß dieses Haus niemand ohne körperliche und geistige Stärkung verlassen dürfe. An dem Leichenbegängnisse nahm Jude und Christ teil und mit Recht konnte ein Redner der Verewigten zurufen: Lo fichbe balajlo nero, ihr Licht, welches sie in ihrem Hause anzündete und so herrlich zum Leuchten und Glänzen brachte, werden ihre Kinder mit s4ch nehmen und in die Welt hinaustragen und wo immer dieses Licht hinkommen wird, wird es eine Leuchte und eine Freude, und ein Gewinn für die Menschen sein. Zehn Kinder und ein Schwiegersohn umstanden den Sarg dieser trefflichen Frau und gelobten, die Wege nicht zu verlassen, die ihnen von ihrer Mutter gewiesen worden sind. Ehre sei ihrem Angedenken und Trost dem schwer geprüften Manne und den Kindern. Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Kinder und Erwachsener für die Bezirke XII. bis XV. Am 26. Februar d. J. wurde im Festsaale des Vereinshauses, XV., Herklotzgasse 21, die Generalversammlung des Vereines abgehalten. Dem Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, daß die Vereinsleitung das zweite und dritte Stockwerk des Hauses der Kultusgemeinde zum Zwecke eines Asyles für obdachloser Juden überlassen hat und ein weiterer Teil der Räumlichkeiten des dritten Stockwerkes der „Bernhard- Stiftung", welche anläßlich des siebzigsten Geburtstages des Obmannes des Bethausvorstandes. Herrn Grem.-Rat S. Bernhard ins Leben gerufen wurde, als Altersheim zur Verfügung gehalten wird. Die sich hieraus ergebenden Einkünfte zuzüglich der Mitgliedsbeiträge decken die laufenden Erfordernisse des Vereines bis auf 30 Prozent, welche durch Spenden aufgebracht werden müssen. Hervorzuheben ist. daß die Schützlinge des Vereines vollkommen kostenlos ausgespeist werden. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes, der allgemeinen Beifall fand, wurde ein seltenes Fest gefeiert: Im abgelaufenen Vereins jähr waren es 25 Jahre, daß das Ehrenmitglied des Vereines, Frau Ida Berliner, dem Vorstande als Schriftführerin angehört. Der Jubilarin, die während der ganzen Zeit ihrer Tätigkeit in vorbildlicher Weise im Interesse der Armen und zur Förderung der Tendenzen des Vereines gewirkt hat, wurden wohlverdiente Ehrungen seitens des Vereinsvorstandes zuteil. Zur bleibenden Erinnerung erhielt die Jubilarin vom Vorstande des Vereines eine Bronze-Plakette mit den Emblemen des Vereines. Unter den Festgästen sah man: Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t und Gemahlin, Frau Dir. Regine U11 m a n n, Präsidentin der weiblichen Fürsorge, Herr Kultusvorsteher S. Weininger und viele Delegierte jüdischer Vereine und Korporationen, die alle die Jubilarin mit herzlichen Worten feierten. Deutsch-Kreuz. Am 1. und 3. März veranstaltete der Israelitische Mädchenverein in Deutsch-Kreuz eine Aufführung des Stückes „Prokurist Poldi". welche vom Publikum mit großem Reifalle sufeenommen wurde. Der große Saal war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Um das Gelingen hatten sich in erster Linie die Präsidentin d^ Vereines, Fräulein Rosenbaum, und das Komitee. Fräulein Mores, Frl. Bruckner und Frl. Liebenau, bemüht. Das Reinerträgnis fällt dem Mädchenverein zu. Einzig in Mitteleuropa unübertroffen nibtttt vhbü Wh rVÜCÖ sind die VorfrcfOidiMazzofh der bestrenommierten I. Wr. orthodoxen Mazzothfabrik. welche unter streng orthodoxer Aufsich des ehrw Rabben der isr. Kultusgemeinde Wien erzeugt werden Atteste der größten OWJ. 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