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Die Wahrheit · 1927-02-11 · Heft 7 (11.2.1927) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 7 (11.2.1927)
Date
1927-02-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Promotion. Freitag, den 4. Februar 1927. 3412 Uhr mittags, fand im Senatssaale der Wiener Universität die Promotion des Herrn Desider Eibenschiitz, Sohn des Kantors und Amtsleiters der israelitischen Kultusgemeinde Wien XXI, Herrn Jonas Eibenschütz, zum Doktor der Staatswissenschaften statt. Vom Bezirke waren anwesend: Herr Kultusvorsteher Salomon W e i n i n g e r, Frau Präsidentin des Frauen Vereines Floridsdorf Hermine Grünwald, Frau W e i n e r und Tochter, ferner Herr Gemeinderat L e t s c h, Herr Bezirksrat Feuchte 1, Herr M?.x Gollerstepper und viele andere. Trauung. Sonntag, den 23. v. M., fand im Tempel in der Schmalzhofgasse die Trauung des Herrn Otto Kohn mit Fräulein Hansi Kohn, Tochter des in weiten Kreisen bestens bekannten Bezirksrates Herrn Bernhard Kohn, statt. Im Tempel fand sich ein zahlreiches Hochzeitspublikum ein, das für die Wertschätzung des Brautpaares und dessen Familie beredtes Zeugnis gab. Herr Rabbiner Dr. Jakob Dro> binsky hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache. Herr Oberkantor Arthur Lewin brachte die Hochzeitsgesänge unter Orgel-, Cello- und Chorbegledtung in vorzüglicher Weise zum Vortrage. Gewitsch. Anläßlich des 60. Geburtstages des Vorstehers der israelitischen Kultusgemeinde Gewitsch, Heinrich Beer, fand hier eine eindrucksvolle Feier zu Ehren dies verdienten Jubilars statt. Eine Deputation der Gemeinde fand sich im Hause des Jubilars ein woselbst der Senior der Gemeinde, Herr Dr. Löwith, in einer schönen Ansprache die Verdienste des Jubilars um die Gemeinde würdigte. Herr Max Klug sprach im Namen des engeren Ausschusses Worte des Dankes und Anerkennung für das ersprießliche Wirken des Jubilars, dessen aufopferungsvoller, unermüdlicher Tatkraft es zu danken ist, daß das Gleichgewicht dm Budget wieder hergestellt werden konnte. Von seiten des Kultusvorstar,- d e s wurde dem Jubilar eine Silberkassette mit einer Widmung feierlichst überreicht. Auch die Chewra-Kadischa hatte in einer außerordentlichen Sitzung über Antrag ihres Obmannes Herrn Emil Bock einstimmig den Beschluß gefaßt, Herrn Beer zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Samstag, den 8. Jänner, wurde der Jubilar in feierlicher Weise zur Thora aufgerufen. Am Abend fanden sich im Saale der Kultusgemeinde nahezu alle Mitglieder der Gemeinde mit ihren Familien zu einer Feier ein, die vom Seelsorger der Gemeinde, Herrn Matthias Tauber, mit einer formvollendeten Ansprache eingeleitet wurde. 70. Geburtstag. Herr Dr. Adolf K a p r a 1 i k, der vor kurzer Zeit seinen siebzigsten Geburtstag feierte, war aus diesem Anlasse in der letzten Sitzung des Bethausvorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Gegenstand außerordentlicher Ehrungen. Die Redaktion der „W a h r h e i t" schließt sich den zahlreichen Glückwünschen, welche dem verdienten Jubilar aus Anlaß seines 70. Geburtstages zukamen, aus vollem Herzen an. Dr. L Levy 75 Jahre alt. Am 15. Jänner vollendete einer der hervorragendsten deutschen Journalisten, der bekannte freisinnige Publizist und langjährige Redakteur der „Vossischen Zeitung", Dr. I. Levy, sein 75. Lebensjahr. Seit einem Mensctoenalter im Vordergründe des politischen und geistigen Lebens des Deutschen Reiches stehend, hat er sich durch seine Gesinnungstreue und Charakterfestigkeit sowie' seine hervorragenden menschlichen und beruflichen Eigenschaften die Anerkennung auch seiner politischen Gegner zu erringen verstanden. Als demokratischer Kämpfer veröffentlichte er eine Reihe Schriften, wie „Schwarz-Rot-Gold" und andere. Von 1906 bis nach Kriegsende gehörte er der Berliner Stadtverordnetenversammlung an, aus der er freiwillig ausschied. Der I. Levy nimmt auch im jüdischen Leben eine hochgeachtete Stellung ein. Während einer Reihe von Jahren war er Mitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde und gehörte hier der liberalen Fraktion an. Er schrieb u, a. eine geschichtlich-programmatische Abhandlung „Der Liberalismus im Judentum" und „Gedanken eines liberalen Juden". Die demokratische Presse Deutschlands widmete Dr. I. Levy aus Anlaß seines 75. Geburtstages eingehende Würdigungen. Goldene Hochzeit Samstag, den 5. d. M., feierte Herr Michael Kohn mit seiner Gattin Klara, geborene Löwit, das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Michael Kohn ist in den weitesten Kreisen wegen seines vornehmen und edlen Charakters, seiner Nächstenliebe und seines gottesfürchtigen und menschenfreundlichen Wesens sehr geachtet, desgleichen sein Gattin, welche ihm in fünfzigjähriger glücklichster Ehe verbunden ist. Der Jubilar bekleidet seit vielen Jahren das DIE WAHRHEIT Amt eines Bethausvorstehers im Tempel in der Erdbergstraße 15 und hat sich auch in dieser Eigenschaft die größten Verdienste erworben. Das jubilierende Paar war an seinem Ehrentage Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Samstag, den 5. d. M. wurde das Jubelpaar im Bethause Erdbergstraße gefeiert. Zur schönen Feier waren unter anderen erschienen: In Vertretung der Kultusgemeinde Vizepräsident Dr. Jakob 0 r nstein, für die Bezirksvertretung Landstraße Bezirksvorsteher L a h n e r, in Vertretung der Bezirkskommission III der israelitischen Kultusgemeinde Obmann Leo Popper, Abordnungen der „Schiffschul" sowie der Tempelvereine Untere Viaduktgasse und Hetzgasse. Der Obmann des Bethausvereines Adolf U n g e r dankte dem Jubilar für seine 50jährige aufopfernde Tätigkeit für den Verein, worauf Vizepräsident Dr. O r n s t e i n namens der Kultusgemeinde und Kommerzialrat Markus dem Jubelpaar die herzlichsten Glückwünsche überbrachten. Jüdische Katakomben in Rom. Während die c h r i s tliehen Katakomben in Rom wissenschaftlich gut erforscht sind, da Vatikan und Regierung kein Opfer scheuen, um diese ältesten Denkmäler "des europäischen Christentums zu erhalten und zu untersuchen, sind die viel älteren jüdischen Katakomben bis heute nur unvollkommen erforscht, da für ihre Erforschung keine Mittel zur Verfügung stehen. Da diese Ueberreste des längst verschwundenen hellenistischen Judentums infolge der stetigen baulichen Erweiterung vom Untergange bedroht sind, sollte das Judentum selbst alles daran setzen, die letzten Ueberreste einer gewaltigen Epoche der jüdischen Geschichte der. Vernichtung zu entreißen und durch eingehende Erforschung und würdige Publikationen für spätere Zeiten festzuhalten. In diesem Sänne schloß der bekannte Archäologe Prof. Dr. Hans Litzmann seinen Vortrag über die jüdischen Katakomben in Rom, den er vor kurzem an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums gehalten hat und der bei den zahlreichen Anwesenden, unter welchen sich auch viele namhafte Gelehrte befanden, das größte Interesse erweckte. Prof. Litzmann war es gelungen eine im Park des Fürsten Torlogne gefundene altjüdische Grabstätte durch Messungen, Zeichnungen, Photographien und Beschreibungen der Wissenschaft zu erhalten, wobei bedeutsame Ergebnisse in Inschriften zutage traten. Man erkannte daraus, daß in Rom nicht eine geschlossene jüdische Gemeinde war, es bestanden vielmehr mehrere Gemeinden, die sich um die verschiedenen Synagogen gruppierten. gBBBBBBHBBBflflBBBBBBBflBBBBaflBBBflBflBBBflflBK nugienisdies Königslicht!!!!! illlilill Seit vielen Jahren das aneikannt beste fc^-ntMW Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hyglen. Königslicht« und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon 83-1-87 SiBBBBBBBBBI IBB*

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