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Die Wahrheit · 1927-01-07 · Heft 2 (7.1.1927) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 2 (7.1.1927)
Date
1927-01-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT lldlllllllllll!!!! Seite 13 y'\ Von Wödke zu Worte Jubiläum eines Bethauses. Aus Anlaß des sechzigjährigen Bestandes des Bethauses Talmud Thora fand Sonntag, den 2. Jänner, im Bethause, L, Malzgasse 16, ein Festgottesdienst statt, der sich zu einem erhebenden Feste der gesamten orthodoxen Judenscha-ft Wiens gestaltete. Lange vor Beginn der für H5 Uhr nachmittags festgesetzten Betstunde war das Gotteshaus bis zum letzten Plätzchen gefüllt, da eine große Anzahl Festgäste aus nah und fern herbeigeeilt war, um an der schönen Feier teilzunehmen. In Vertretung der Wiener jjsraelitischen Kultusgemeinde war erschienen Vizepräsident Dr..Jakob Ornstein in Begleitung des Amtsdirektors Reg.-Rat Dr. Adler und des Amtsleiters Wilhelm Freistadt, ferner Qemeinderabbiner Dr. M. J. Bach und Rabb. Dr. S. Funk, die Rabbiner Flesch, Haberfeld und Weiss. Der Festgottesdienst wurde von Oberkantor A. Fr ä n k e 1 mit seinem vortrefflichen Chor in bewunderungswürdiger Weise geleitet und die einzelnen Gesänge machten auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck. Nach einer Ansprache des Obmannes Leopold Hirsch hielt Herr Rabbiner Schenk die Festpredigt, welche einen Rückblick auf die Geschichte des Bethauses zum Inhalt hatte und sich mit den Verdiensten aller jener, welche zur Entstehung und Erhaltung des Gotteshauses beigetragen haben, befaßte. Rabbiner Schenk würdigte sodann die Bedeutung des Bethauses in formvollendeter Weise. An den Festgottesdienst schloß sich ein Bankett, an dem die Mitglieder und Freunde des Bethauses Talmud Thora teilnahmen. Es wurden sehr geistreiche Reden gehalten und, da es sich herausstellte, daß das 50jährige Jubiläum des Bethauses zugleich das 25jährige Amtsjubiläum des Rabbiners Schenk ist, wurden dem Genannten zahlreiche wohlverdiente Ehrungen zuteil. Es sprachen Obmann Leopold Hirsch, Obmannstellvertreter Vortrefflich, die Rabbiner Dr. Bach, Haberfeld und Weiss, sowie die Herren Bernhard Hofbauer, Kultusvorsteher Wolf P a p p e n h e i m für die Agudah Jisroel und Professor An t Scherl für die Lehrerschaft. Wahre Begeisterung riefen die Ausführungen des Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Jakob Ornstein hervor, der In einer längeren Rede das Verhältnis der Bethausvereine zur Muttergemeinde beleuchtete. Achtzigster Geburtstag. Herr Anton Beck, der Präsident des Bethausvorstandes der israelitischen Kultusgemeinde feiert Sonntag, den 9. Jänner 1927, seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich wegen seiner vornehmen und edlen Gesinnung, seiner großen Wohltätigkeit und nicht zumindest wegen seiner hervorragenden Betätigung im Dienste der Gemeinde in den weitesten Kreisen großer Beliebtheit und Verehrung, weshalb die Gemeinde sowie die zahlreichen Freunde und Verehrer mannigfache Ehrungen dem verdienten Manne aus Anlaß seines 80. Geburtstages entgegenzubringen beabsichtigen. Aus der altehrwtirdigen Gemeinde Jungbunzlau stammend, hat Herr Anton Beck sich bereits in jungen Jahren in seiner Heimatgemeinde große Verdienste erworben und nach Wien übersiedelt, setzte er seine charitative Tätigkeit, die der Ausfluß eines guten Herzens und einer wahrhaft jüdischen Gesinnung ist, weiter fort. Die Redaktion der „Wahrheit" beglückwünscht den verdienstvollen Präsidenten des Bethausvorstandes anläßlich seines 80. Geburtstages auf das herzlichste. 60. Geburtstag. Freitag, den 7. d. M. feiert Herr Jakob Krausz, Verantwortlicher Redakteur der „Wiener Morgenzeitung", seinen 60. Geburtstag und gleichzeitig sein 40jähriges Schriftstellerjubiläum. Requiem. Donnerstag, den 13. d. M., %6 Uhr abends, findet im Stadttempel ein Requiem für Prof. Josef S u 1 z e r statt. Amtsjubiläum. Herr Heinrich Schramm feierte am 3. Jänner sein 25jähriges Amtsjubiläum. Aus diesem Anlaß war der Genannte Gegenstand zahlreicher Ehrungen seitens des Präsidiums und der Beamtenschaft der israelitischen Kultusgemeinde. _ Florenz. Zum Oberrabbiner der Florenzer Gemeinde, die zu den größten jüdischen Gemeinden Italiens zählt, wurde der bekannte jüdische Gelehrte Prof. Dr. Elia Artom gewählt, ein Schüler des berühmten Florenzer Rabbiners Prof. Marguli es. Der Vorgänger von Prof. Artom, Prof. C a s s u t o, hatte die Stelle eines Oberrabbiners von Florenz zurückgelegt, um eine Professur für semitische Philologie Oberrabbiner Mosche Katz in Nirra gestorben. Im 85. Lebensjahre verstarb zu N i t r a der dortige langjährige Oberrabbiner Rabbi Mosche Katz. einer der Führer der orthodoxen Judenheit. Rabbi Mosche Katz, ein Sohn des einst hervorragenden Rabbiners von Zehlin, Rabbi Menachem Katz, eines Lieblingsschülers des „Chassam Sofer", war Zögling der Jeschiwah von Kobersdorf und Preß bürg. Dort gehörte er zu den bevorzugten Schülern des „Ksaw Sofer". Die Bestattung vollzog sich unter ganz außergewöhnlicher Beteiligung der Judenschaft des ganzen Landes. Um die Bahre, die auf offener Straße aufgestellt wurde, standen die auswärtigen Rabbiner, etwa 30 an der Zahl, die zum Teil aus welter Ferne gekommen waren. Hinter ihnen standen die Vertreter der Behörden und der auswärtigen Gemeinden, der Aguda-Organisation aus Wien und Bratislava. Gegen 1 Uhr begannen die Hespedim. Als erster sprach Abraham Aron Katz, der Sohn und Nachfolger des Verblichenen. Als nächster hielt Oberrabbiner Akiba Schreiber, Preßburg, einen großangelegten Hesped. Namens des Rabbinerkomitees der slowakischen Landesorganisation der orthodoxen Gemeinden sprach Oberrabbiner Tiegermann -Novy Zamky, im Namen der ungarischen Orthodoxie und im Auftrage der Budapester orthodoxen Gemeinde Rabbiner Sussmann, Budapest, im Namen der Verwandten Oberrabbiner Snyders-Györ und Oberrabbiner Weiß-Roto, im Namen der Schüler Rabbiner Dr. Klein aus Nürnberg, im Namen der Nachbarrabbiner Oberrabbiner Trutzar -Nodod. Kundmachung. Um den Kindern mittelloser Eltern Gelegenheit zu geben, sich für die Barmizwah vorbereiten zu können, hat der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien einen unentgeltlichen Barmizwah-Kurs eingerichtet. Der Unterricht findet allwöchentlich am Dienstag, von halb 3 bis y*5 Uhr nachmittags, in der Chorschule der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, IV. Stock, statt. Der Verein der Preßburger in Wien veranstaltet Samstag, den 8. Jänner 1937, um 8 Uhr abends. Im Festsaale des Hotel Continental. D.. Taborstraße. eine große Wohltätigkeits-Festakademle mit künstlerischen Darbietungen und anschließendem Tanz. Das Reinerträgnis fällt notleidenden Landsleuten zu. Das Vergnügungskomitee ladet zu zahlreichem Besuche ein. Jpf^T Jfächard Jferzog, 'Wen./L Kleine IPfarrgaffe Z8 m Sdialliftlatften sämtlicher in- und ausländischer Marken lagernd Hl Insbesondere jüdische Lieder und hebräische Gem sä ge der hervorragendsten Kantoren, wie Jusef H| Rosenblatt, Sanel Kwartin, Berele Cnagy, Sirota, Schlome Pinkasowicz und viele andere. |§§ Wie Schlasje-platten der be9ten Jazzbands. Opern etc. — Moderne Sprechmaschinen und H«iseapparate billigst — Plattenverleib und -Umtausch. iiillilllUlUllllllllllUillllllllllUIIIIItlillllttllllllllUlUUlll uiuiiiiuiiiiiiiiinBiimiiiiiiiiiN Höfel Zentral Wien, n. Bezirk, Taborstraße Nr. 8a Täglich ab 7.8 Uhr MUSIK UND TANZ bei gewöhnlichen Kaffeehauspreisen ■ leden Sonntag 5 UHR-TEE 3 Karl Weiler 3

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