Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1926-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1926) · page 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 11-12 (15.3.1926)
Date
1926-03-15
Page
– (sequence 34)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3063973-3063984--14429-3081986
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 32 PIC WAHRHEIT Nr. U/12 lasse Erw. Rabbiner Dr. B a c h und namens des Vereines der Holleschauer Herr Albert Löw. D. Weinberg. Freitag, den 5. d. M., wurde Frau Elise Ratz, Mutter des allgemein geschätzten Vorstandsmitgliedes des Prater Bethausvereines (Tefilath Jescburon) Herrn Alexander R a t z zu Grabe getragen. Die Verblichene war eine durch Herzensgute und vornehme Gesinnung ausgezeichnete, feingebildete Dame, die sich in den weitesten Kreisen der ungeteilten Wertschätzung erfreute. Von überzeugungstreuer Frömmigkeit erfüllt, übte sie Wohltätigkeit in großem Maße und dennoch mit jener stillen Bescheidenheit, die ihr Wesen kennzeichnete. Die überaus große Beliebheit der Heimgegangenen zeigte sich in der bedeutenden Anzahl der Teilnehmer, die der braven Frau, die ihr ganzes Leben dem Glücke ihrer Familie widmete, die letzte Ehre erwiesen. Es erschien der Gesamtvorstand des Tempelvereines unter Führung der Herren Obmann H. Edelstein und Obmannstellvertreter Leopold Krammer, eine große Anzahl Vertreter und Vertreterinnen charitativer Vereine. Das Leichenbegängnis fand vom Hause aus statt, der Zug bewegte sich am hellbdeuchteten Tempel vorbei, für den die Verblichene Segensreiches geleistet hatte, und dann wurde die Fahrt nach dem Zentralfriedhof angetreten, wo Herr Rabbiner Dr. S. Funk der Entschlafenen einen tiefempfundenen Nachruf hielt, in dem er ihren großen Familiensinn und ihre stete Hilfsbereitschaft Bedrückten und Armen gegenüber würdigte. Die kantorale Funktion versahen Oberkantor Ernst Goldstein und II. Kantor H. Goldstein. Israelitischer Bethaus-Verein „Ctaewra Beth Hatfilah" (Müllnertempel).*) Mittwoch, den 10. März fand die feierliche Enthüllung der vom Vorstande dem verstorbenen Ehrenpräsidenten Herrn Medizinalrat Dr. Moriz Schnepp gewidmeten Gedenktafel statt Die Enthüllungsfeier gestaltete sich zu einer würdigen Gedächtniskundgebung für den verstorbenen Arzt und Menschenfreund. Nachdem Oberkantor S. Postolow einen Trauerpsalm in ergreifender Weise zum Vortrage gebracht hatte, begaben sich der gesamte Vorstand, die Funktionäre des Tempels sowie zahlreiche Verwandte und Freunde des Verstorbenen, die sich zur Enthüllungsfeier eingefunden hatten, an die Stelle, wo die künstlerisch in Marmor gehauene Gedenktafel angebracht ist. Hierauf hielt der Präsident des Tempelvereines Börserat I. Glück eine Gedenkrede, in welcher er die hingebungsvolle Tätigkeit des Verblichenen für den Tempel hervorhob und in bewegten Worten die menschlichen Eigenschaften Dr. Schnepps schilderte. Herr Rabbiner Dr. Schwarz würdigte sodann die Tätigkeit des Verstorbenen für die jüdische Oeffentlichkeit, worauf Hofrat Dr. Herzka im Namen der Kultusgemeinde herzliche Worte der Erinnerung sprach. Nachdem der Nestor der Tempelverernspräsidenten Herr Adolf Hoffmann seines alten und guten Freundes Dr. Schnepp in wehmutsvollen Worten gedacht hatte, dankte der Sohn des Verstorbenen Herr Dr. F. Schnepp im eigenen Namen sowie im Namen der Familie für *) Ueber die Generalversammlung dieses rührigen Tempelvereines berichten wir in der nächsten Nummer. die schöne Ehrung seines Vaters und bat Präsidenten I. Glück, die Gedenktafel in die Obhut des Tempelvereines zu nehmen. Am Schlüsse der schönen Feier stimmte Oberkantor S.. Postolow mit Chor zu Herzen gehende Trauergesänge an. In wehmütiger und dankbarer Erinnerung an das selbstlose Schaffen des verewigten Ehrenpräsidenten schied die Schar der Teilnehmer aus dem Tempel. „Die jüdische Frau." Monatsschrift. Verantwortlich für die Schriftleitung: Frau Regina Isaacsohn, Berlin NO 55, Straßburger Straße 55. — Ist sohon der erste Geburtstag im Menschenleben ein erfreuliches Ereignis, das festlich begangen wird, so ist auch der Uebergang einer Zeitschrift ins zweite Jahr ein besonders froher Anlaß. Zumal, wenn es sioh um ein Blatt wie das vorliegende handelt, das unter nicht leichten Verhältnissen gegründet, seinen Platz trotzdem behauptet und heute auf einen stattlichen Leserinnen- und Freundeskreis blicken kann. „Die jüdische Frau" soll von jetzt an auf noch breiterer Grundlage als bisher den Interessen der jüdischen Frau dienen, soll ihr für den Alltag und über diesen hinaus wirklicher Berater in allen Dingen sein, die das an Freude, oft auch an Mühe reiche Leben der jüdischen Frau und Mutter erfüllen. Die erste Nummer zeigt schon zum Teil, wie dieses Programm von Jetzt an gehalten wird. Für die Kinder liegt abwechselnd ein Sonderblatt bei, das den Kleinen Vergnügen bringt und jüdisches Leben und jüdische Art berücksichtigt Zum Schluß erwähnen wir noch eine Neueinrichtung, die für das ausgezeichnete Blatt angebracht wurde: Israelische Heiratsanzeigen sollen der um die Zukunft ihrer Kinder besorgten Mutter auch in ihrem Blatte zur Verfügung stehen. Linz (Geschäftseröffnung), fierr Kurt Weichselbaum hat ein Schuhgeschäft, Herrenstraße 6. eröffnet und empfiehlt sein reichhaltiges Lager bester Qualität in Herren-, Damen- und Kinderschuhen. Ball der Angestellten des Warenhauses Brüder Schiffmann. Als eine der gelungensten Veranstaltungen der heurigen Saison kann wohl die vom populären' Warenhaus Brüder Schiffmann veranstaltete Akademie bezeichnet werden» Der Besuch übertraf alle Erwartungen, ein ebenso zahlreiches als 'distinguiertes Publikum füllte die Olympiasäle, und die Stimmung war die denkbar beste und amgeregteste, was dem vortrefflichen Arrangement zu danken war. Die Vorträge bestritten ausgezeichnete Kräfte, wie Hans Ritter vom Bürgertheater, die reizendie Diseuse Lilly Schwarz, die Klaviervirtuosin Frl. Seifert, der Humorist Norbert Meiler und der Zauberkünstler Alexander. Die verstärkte Musikkapelle Domansky sorgte dafür, daß fast ununterbrochen getanzt werden konnte. Auch gab es zahlreiche Belustigungen und eine Tombola. Die Veranstaltung, die sich nach dem großen Erfolg wohl dauernd im Vergmügungsleben Wiens einbürgern wird1, dauerte bis zum Morgengrauen und kam die tanzlustige Jugend auf ihre Rechnung. Vorträge. Im Bethause „Mikdaseh Meat" finden jeden Samsag um 3% und um 5 Uhr reUgionswissenschaftliche Vorträge des Rabbiners Dr. Wundermann statt diesichseaiegfnau^ ifficf Hmm s nu-bau*k]-.. * "•fre» fc g kleid*n *olien ^^f^:bstene ^^:^i^9u^19 "^^pfcSS^ssn*. i -i- Restaurant Buth II., Hollandstraße Nr. 14 Vornehmes Restaurant mit erstklassiger Küche Menü zu S 1 80 und 2.20 Übernahme von Diners und Soupers in und ausser Haus Jeden Samstag und Sonntag Souper öansant Jeden Sonntag Tünf~1iQr-Zee mit Tanz Zum Besuch ladet höfl. ein J. GUTH, Besitzer- JAC. MAYER Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fabrik Zentrale: Detail verkauf: Wien IL, Glockengasse 24 Wien II., Taborstraße 44

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.