Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 9 (29.2.1924)
- Date
- 1924-02-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 12 Drimmer, Tochter des Herrn Salo Drimmer und seiner öattin Fanny, geb. Ronane, eine Enkelin des berühmten Löbl Lebenheim (Kolhare), statt. Eine große Zahl von Gästen, die für die Wertschätzung des Brautpaares und dessen Familien beredtes Zeugnis gab, füllte das Gotteshaus bis aui das letzte Plätzchen. Die Beamtenschaft der Firma Peter Boschans Söhne, bei welcher der Brautvater Disponent ist, erschien korporativ, an der Spitze die Firmenchefs Armin und Oberregierungsrat Franz Boschan. Herr Rabbiner Dr. Taglicht verlieh nur den Gefühlen der zahlreich versammelten Freunde passenden Ausdruck, als er aui die hohe Wertschätzung hinwies, die den Eltern des Brautpaares, von deren Leben er ein schönes Bild entwarf, von weiten Kreisen gezollt wird. Man schätzt bei ihnen, hob er hervor, die vornehme Gesinnung, die innige Familien- und selbstlose Menschenliebe, die Treue, Tugenden, die auch den schönsten Schmuck des Brautpaares bilden. Herr Oberkantor M. Mat y a s trug unter Orgel-, Cello- und Chorbegleitung die Hochzeitsgesänge in bekannt meisterhafter Weise vor. Todesfälle. In Budapest ist am 19. d. M. der Oberrabbiner Dr. Elias Adler nach einer Operation im 53. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, der an der Rombach-Synagoge tätig war, erfreute sich sehr großer Beliebtheit. Er vertrat die mittlere konservative Richtung im Budapester Rabbinat und stand im Rufe eines bedeutenden Talmudgelehrten. Die Trauerzeremonie, zu der sich auch Deputationen aus der Provinz eingefunden hatten, nahm unter außergewöhnlich großer Beteiligung am 21. d. vormittags %12 Uhr in der Rombach-Synagoge, wo der Verstorbene aufgebahrt worden war, ihren Anfang. Von der Kanzel des Tempels widmeten Rabbiner Moses Feldmann, Oberrabbiner Dr. Julius Fischer, Dr. Alexander L e d e r e r, Präsident der Budapester Religionsgemeinde, und Tempelvorsteher I. <L. Rosenberg dem Verblichenen tief empfundene Nachrufe. Von der Rombach-Synagoge bewegte steh der unübersehbare Leichenzug zu dem Großen Gemeindeiempel in der Tabakgasse, wo von der Rampe aus Oberrabbiner Dr. S. H e v e s i herzliche Worte des Abschiedes von dem im schönsten Mannesalter verstorbenen Freund und Amtskollegen sprach. Am Friedhof hielten Kultusvorsteher Dr. Emil Zahler und der Bruder des Dahingeschiedenen Dr. Ignaz Adler, Oberrabbiner von Bekesgyula, Nachrufe. Die kantorale Funktion versah unter großer Assistenz Oberkantor Abraham söhn. Auf Ersuchen des Vorstandes der Pester israeMschen Religjonsgemeitnide waren während der Trauerzeremonie (von 11 bis 1 Uhr) sämtliche Budapester jüdischen Geschäftslokale geschlossen. Am 19. Jänngr starb in New-York der weltberühmte Oberkantor und Komponist Pinchas Minkovski in einem Bostoner Spital an den Folgen einer Blutvergiftung. Minkovski, der ein Alter von 65 Jahren erreichte, war als „König der Chasanim" in Europa sowohl als in Amerika angesehen. Geboren als Sohn eines Kantors in Bjelo-Cerkov bei Kiew trat er als Knabe in den Chor seines Vaters ein. Als Abkömmling berühmter Talmudisten ließ der Vater-ihm eine streng jüdische Erziehung angedeihen. Pinchas lernte bis zu seinem 18. Lebensjahr in Beth Hamidrasch, wobei er sich im Kantorenfach ausbildete. Er erlernte die russische und deutsche Sprache, ging dann nach Wien, studierte bei Prof. Rokitanski Stimmbildung und bei Prof. Robert Fuchs Theorie und Komposition. Seine erste Stelle als Kantor erhielt er in Kischinew, ging dann nach Cherson, dann nach Lemberg, von wo er in die große Synagoge von Odessa berufen wurde. Schon vor 36 Jahren erhielt Minkovski eine Berufung nach Amerika, wo er es jedoch nicht lange aushielt und nach Odessa zurückkehrte und in der berühmten Broder Synagoge Oberkantor wurde. In diese Zeit fällt auch der Beginn seiner literarischen Tätigkeit durch Veröffentlichung von Abhandlungen _über die Geschichte und Entwicklung der jüdischen Gesangskunst, die in russischer, deutscher und hebräischer Sprache erschienen. Im Jahre 1922 ging Minkovski nach Amerika, wo er mit großen Ehren aufgenommen wurde. Seine Frau weilt in Paris bei der einzigen Tochter, die mit dem Professor für Bakteriologie am Pasteur-Institut Dr. B e s r e k a verheiratet ist. Das Leichenbegängnis fand in Philadelphia unter überaus großer Teilnahme der Bevölkerung statt. Trauerfeier. Sonntag, den 17. Februar dl J. famid im Gemeindetempel, 16. Bezirk, Hubergaase 8, im Anschlüsse an den Abendigütte9dienst eine Trawerfeiier nach dem verstorbenen Kantor Julius Sanotritzky statt Nachdem Herr Oberkantor K o g a n den Psalm 49, komponiert von weEL Prof. S. Sulzer, mit Chor- und Hiarmoiniumibeglei'riinig äußerst wirkungsvoll zum Vortrag -gebracht, hielt Herr Rabbiner Dr. J. M. B a c h die Gedenkrede, m welcher er pietätvoll (der großen Verdienste und vorzüglichen Charaktereigenschiaften des Verblichenen gedachte, -der fast ein Memschenalter seinen hedJigen Beruf mit seltener Pflichttreue und Hingebung ausübte, und der nicht nur ein Kantor, sondern auch ein wahrer Scheliach Zifour seiner Gemeinde war. ------- Für die Umgestaltung und Erhaltung der „Wahrheit" ais Wochenschrift sind uns bis zum 25. d. M. weiters eingegangen: K 500.000, Oberregierungsrat Franz Boschan: je K 250;00O, S. B. und Bankier Adolf Raab (durch Max Schwager); K 200.000, Salo Drimmer; K 150.000, Generaldirektor Alexander Weiner; je K 50.000, Berta Kdrschanann, Desider Wollner; K 30.000, Stermscheim, Linz; K 10.000. Gustav Hager PI ABZ £0 Ii 9 t 4?E1Z!S7L VEREIN DER FREUNDE DES GROSSEN LEOPOLDSTÄDTER TEMPELS __WIEN IL, PRATERSTRASSE 52 V , ° ' ==\) IM FESTSAAL DES „HOTEL CONTINENTAL", WIEN IL, TABORSTRASSE NR. 6 ADAR II 14 5 6 0 4 -4 - GROSSE AKADEMIE - MITWIRKUNG DER DAMFN: MALVTNE STERENYI (Staatsoper), u. TRUDE VOIGT DER HERREN : RODERICH BASS, OSKAR BEREGI u. a. m. AnsddleOend BAÜUL & Veranstaltet vom Jugendkomitee des Vereines KÜNSTLERKAPELLE J. GEIGER UNTER PER SÖNLICHER LEITUNG DES DIRIGENTEN HHHMl»M«»WIM»»MimMMHHMimm»M,IW»«m »—■■—«■■■■■■■■■»»■■■■■■■■■ Seidenbaus HfllTOBT B WicB L, Fleitdimarkl Nr. .26 SpEzifllhBus aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleider und Futter. Herr- Hebe Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maroejutae etc., zu staunend billigen Preisen ' ' ' Telephon Nr. 79.201 nnd 79.202 ' ' imHUHHnnnNiMH •■■■CT.na.muai