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Die Wahrheit · 1923-12-02 · Heft 24 (2.12.1923) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 24 (2.12.1923)
Date
1923-12-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Nr; 24 Zeremomerrsaale des Stadttampds die Trauung des Frl. LM Poppe r, Toohter des allgemein gfeachteten Steueramtschefs der israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Adblf Popper, mit Herrn Jur. Dr. Felix Roth,- statt. Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach hielt an das Brautpaar eine herzinnige Ansprache. Oberkaiitor Rudolf Koigan versah die kaiitorailen Funktionen unter Assistenz des Chores und Ha-rrnondumbegileiitung immeisterhaftier Weise. Amtslubiläen. Am Sabbat Chanuka feiert der Budapester Oberrabbiner Sr. Ehrw. Dr. S. H e v e s i das 30jähige Jubiläum seines Amtsantrittes. Für diese Feier ist ein Empfang der ungarischen Kultusgemeinden zu Ehren des weit über die Grenzen seines engeren Vaterlandes bekannten und hochgeschätzten Mannes vorbereitet. Die Budapester Kuliusgemeinde trifft große Vorkehrungen, um ihren geistigen Führer, aus diesem Anlasse gebührend zu ehren. So ist eine Festsitzung, eine großangelegte Tempelfeier und die Herausgabe von 10 der hervorragendsten Predigteil Dr. H e v e s i s in einer Prachtausgabe geplant. Außerdem werden die Budapester Chewra Kadischa, die dortigen jüdischen Wohltätigkeits- und Frauenvereine und die Studentenschaft, deren Lenker und Berater Dr. H e v e s i in Leid und Freud war und ist, dem geliebten Oberrabbiner große Sympathiekundgebungen bereiten. — Herr Dr. Julius Max Bach begeht am Sonntag, den 9. Dezember d. J., sein 25jähriges Jubiläum als Rabbiner und Prediger der israelitischen Kultusgemeinde Wien im 16. Bezirke. Aus diesem Anlasse findet im Tempel XVL, Hubergasse 8, am obgenannten Tage (8. Chänuka-Abend) um 4 Uhr nachmittags ein feierlicher Gottesdienst statt. — Am L. Dezember 1. J. sind fünfundzwanzig Jahe vergangen, seitdem der wegen seiner Rednergabe und Gelehrsamkeit weit über die Grenzen seines engeren Wirkungskreises bekannte Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Z w i 11 a u (Mähren), Ehrw. Dr. Kanter, das hehre Amt eines Seelsorgers bekleidet. Todesfälle. Nach langem, über ein Jahr währendem Siechtum ist am 16. Oktober 1. J. der Grazer Oberkantor Paul Horn gestorben und wurde am 18. Oktober unter Beteiligung der fast vollzählig versammelten Gemeinde, nachdem der Sarg vorher vom Trauerhause in den Tempelhof geführt wurde, wo vor geöffnetem Gotteshause Herr Oberkantor Friedrich ein El mole rachamim erschütternd rezitierte, zu Grabe geleitet. In der dichtgefülltei: Zeremonienhalle hielt Landesrabbiner Dozent Doktor Herzog, nachdem die üblichen Gebete verrichtet wurden und der jüdische Gesangverein ein ergreifendes Lied vorgetragen hatte, dem Verstorbenen einen Nachruf. Hierauf wurde der Sarg zu Grabe getragen und als derselbe versenkt war, hielt der Präsesstellvertreter der Gemeinde, Herr Adolf Ren di, im Namen der Gemeinde, selber erschüttert, einen tiefempfundenen Nachruf, der alle Zuhörer zu Tränen rührte. Am Schlüsse sprach hoch der greise Direktor Herr Anton Ungar im Namen der Beamtenschaft, worauf Scholle auf Scholle fiel. Die Abendschatten senkten sich, als die Leidtragenden den Friedhof mit dem Gedanken verließen, einen prächtigen, guten Menschen verloren zu haben. Ehre seinem Andenken! — Ein Mann aufrechten Charakters, großer Vielseitigkeit und Begabung auf industriellem Gebiete ist mit Herrn Alois Schnitzer, dem Begründer der hochachtbaren Wiener Firma Löwy & Schnitzer, am 26. v. M. unter großer Beteiligung zu Grabe getragen worden. Treu, bieder und edelsinnig im Umgange, verdient dieser .Mann allgemeine Bewunderung und Verehrung durch sein bescheidenes Wirken von seiner frühesten Jagend bis zum Lebensende. An der Bahre erwähnte Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Doktor M. Grunwald die hohen Verdienste ^des Heimgegangenen, schilderte seine überaus große Liebe und Treue zu seinen in Gott ruhenden Eltern und zu seinen Geschwistern,, beleuchtete sodann das Familienleben des Verblichenen, dessen. Hingabe-für das Wohl und Wehe seiner Kinder beinahe als einzig dastehend bezeichnet werden kann. Herr Dr. Wilhelm Knöpfelmacher widmete dem Verewigten im Namen der' B. B. einen würdigen Nachruf. Am offenen Grabe sprach Herr N. R e i s n e r im Namen der Mitarbeiter des Verewigten tiefempfundene Worte des Dankes, Durch seine einfache und schlichte Art zu helfen, wo es zu helfen gab, wird Alois S c h n i t z e r unvergeßlich bleiben all denen, die sein stilles ^irken^uj}^^ hatten. Eile kantorale Funktion versah Herr 06erkantor M. Matyas unter großer Assistenz.. — Dienstag, den 6. November d. J. wurde in Baden bei Wien Herr Moritz Bronner im Alter von 82 Jahren, unter überaus großer Beteiligung zu Grabe getragen. An. der Bahre standen die Witwe des Verewigten. Frau Rosa Bronner, und. die als Philäntropen bekannten Söhne Bankier Jacques Bronner aus Berlin, Samuel Bronner, Präsident der Adriatischen Bank, Wien, Direktor Leopold Bronner, Direktor Gustav Bronner, Breslau, die Töchter, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter und Enkelkinder. Sein jüngster . Sohn, Herr Verwaltungsrat Heinrich Bronner, war durch. Kränk-, heit verhindert, dem "Vater, das letzte Ehrengeleite zu.geben. Unter den zahlreichen Trauergästen sahen wir. die Vorsteher der Kultusgemeirlde Baden, Herrn Rabbiner" Dr. Bauer, : Wien, und hervorragende Vertreter der Bank- und Industriewelt. Im Trauerhause sprach ein inniges Gebet Herr Rabbiner Dr. 'Drobinsky aus Wien, ' der ehemalige Rabbiner der Heimatsgemeinde des Verblichenen. Nach Absingen eines Psalmes wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben. Nun nahm der Leichenzug, begleitet von Waisenkindern, seinen Weg an dem hellbeteachteten Gotteshause vorbei zur letzten Ruhestätte. In der Zeremonienhalle hielt Herr Rabbiner Dr. A. Frankfurter aus Döbling, ein Freund des Hauses, einen warmen Nachruf, indem er ein getreues Lebens-, bild des Verstorbenen entwarf und namentlich die. vorbildliche Pietät aller Kinder und Schwiegerkinder, sowie die; besonders aufopfernde Hingabe der seltenen Gattin in bewegten Worten schilderte. Alle verließen den Gottesacker., in dem Bewußtsein, daß ein harmonisches jüdisches Leben hier seinen Abschluß gefunden habe. Das Angedenken dieses wahrhaft Frommen wird in seinen edlen Kindern weiter leben. B. Benedikt. Seidenhaus BUHSTBDT Wien L. Flelsdimarkl Nr. 58« EröBtes Spezialhaus aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleide» und Futter. Herrliche Brokate, Crepe de Chine, Crepe tfaroqulne etc., zu staunend billigen Preisen

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