Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 9 (27.4.1923)
- Date
- 1923-04-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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DieWayryeii: Ne. 9 Seite 18 Todesfälle. Am Montag, den 9. April fand in Baden das Leichenbegängnis des Herrn Sigmund Rausnitz, Seniorchef des Restauranis Rausnitz in imposanter Weise statt. Der Verblichene war eine lange Reche von Jahren Vizepräses der Kultusgemeinde und Vorsteher -er Chewra-Kadischa, für deren Gedeihen und Entwicklung er, mit Hintansetzung seiner eigenen Interessen, unermüdlich und aufopferungsvoll arbeitete. Für die große Beliebtheit und Wertschätzung seitens der Gesamtbevölkerung Badens zeugte die Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung an dem Leichenbegängnisse. Dieser gute edle Mensch hat soviel Wohltaten und Zedoke geübt, soviele Arme, Witwen und Waisen unterstützt, daß er bei der ganzen Einwohnerschaft Badens, die richtige Würdigung fand. Der Leichenzug bewegte sich vom Trauerhause über die Grabengasse, vor dem geöffneten Tempel, dessen täglicher Besucher der Verbliebene war. Halt machend. Am Friedhose sprach Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner W. Reich, und schilderte in tief ergreifenden Zügen die Verdienste des seltenen Mannes. Die kantoralen Funktionen versah Kanwr H a l e w i. Von der Zeremonienhalle bis zum Grabe stand die Badener Feuerwehr, deren Mitglied der Verschiedene war, in Parade Spalier. Es war ein wahrer Kidusch-Haschem, so viele Nichtjuden beim Leichenbegängnisse zu sehen. Zum Zeichen der Trauer wurden am Rathause, bei der Sparkaffe und beim Feuerwehr-Depot Trauerfahnen gehißt. Möge sein Andenken gesegnet bleiben. In Trnava (Slovakei) ist am 27. März d. I. im Alter von über 80 Jahren Herr Adolf Bardach, Holzhäudler und längjähriges Vorstandsmitglied der dortigen orth. isr. Kultusgemeinde, sowie der Chewra Kadijcha gestorben. Derselbe entstammte einer hochangesehenen alten Rabbinerfamilie. Er zeichnete sich durch wahre Gottefurcht und Frömmigkeit, sowie großen Wohltätigkeitssinn aus. Er besaß außerdem ein bei Kaufleuten selten vorkommendes großes hebräisches und talmudisches Wissen. Der Verblichene, der sich in der ganzen Slovakei großer Beliebtheit erfreute, wurde am 28. März d. I. unter großer 'Beteiligung aller Kreise der Bevölkerung zu Grabe getragen. Friede seiner Asche! Ehre seinem Andenken! Austritte aus dem Judentums. Gruft Bach, geb. 18. Mai 1898,- Wien, 2., Förstergasse 7. — Theresia Benedikt, geb. - Klaber, .geb. 25. Juni 1888, Wien, Hilfsarbeiterin, 20., Dresdnerstraße -bl. — Elsa Brecher, geb. 20. Februar 188b, Wien, Firmengesellschafterin, 13. Kremsergasse 4. — Friedrich Lothar BraSlaff, geb. 30. August 1907, Wien, Mittelschüler, 18., Gentzgaffe 61. — Robert Eisler, geb. 8. Juni 1900, Wien, Mechaniker, 12., Breitenfurterstraße 27. — Grete Fischer, geb. 22. April 1888. Wien Kontoristin, 13, Rupertgaffe 3. — Richard Gutmauu, geb. 27. Mai 1863, Wien, 2., Czerning. 12. — Theodor Koh«, geb. 1. August 1900, Wien, Telegraphenoffiziant, 13., Kienmayergasse 11. — Dr. Haus Löwy, geb. 13. Juli 1893, Karlsbad, Jurist, 7., Lerchenfeldelderstraße 71. — Alexander Meisel, geb. 21., August 1904, Wien, Privatbeämter, 20. Leystraße 75. — Sidouie Mezei, geb. Pollitzer, geb. 13. März '1898, Stampfen, Buchhalterin, 9. Lustkandlgaffe 4. — Dr. Helene Pollak, geb. Reitmann, geb. 6. Juni 1893, Czernowitz, I., Rosenbursenstratze 4. — Herbert Pollak, geb. 23. April 1889, Reichenberg, Kaufmann, 1., Rosenbursensir. 4— Otto Politzer, geb. 10. Oktober 1904/Wien, Praktikant, 8., Lust- ^kandlgaffe 4. — Karl Raubitschek, geb. 36. April 1846, Pischelly, 18. Alseggerstraße 19. — Heinrich Reiß, geb. 30. Juli 1883,Wien, Chauffeur, 13., Wattmanngaffe 31. — Marta Reiß, geb. 2." Juni 1889, Triest, Lehrerin, 9., Grünethorgäffe 13. — Regine Scheyer, geb. Thiring,^geb. 12. Februar 1877, Wien, 13., Feldmühlgaffe 15.— h . ' - . Paul Weiß, geb. 14. Jänner 1900, Wien, Elektrotechniker, 18., Hauptstraße 57. — Dr. Bela Weiß, geb. 9. Jänner 1880, Kecskemet, Bankbeamter, 1., Rudolfsplatz 1. — Leo Siegfried Zellnik, geb. 10. Dezember 1869, Prag, 2., Czerningaffe 7. Fernsprecher. Tritt Brandeis, Hamburg. Auf Ihren rüppelhaften Brief ist manches zu entgegnen. In erster Linie, daß „bei uns in Norddeutschland" die Träger des Namens Brandeis keine Juden sind. Vielleicht trifft dies bei Ihnen zu. In diesem Falle wäre die Frage berechtigt, seit wann Sie ein Träger des Nichtjudentums-sind, denn unseres Wissens ist bis auf den heutigen Tag der Name Brandeis in der Prager Judenschaft sehr verbreitet. Für Ihr junges Renegatentum spricht sehr der unflätige Ton, mit dem Sie von Ihrer ehemaligen Religionsgenoffenfchast sprechen. So tun alle, die sich nicht zu erkennen geben wollen. Zu alledem stimmt der abgedroschene Spaß, daß Sie einen Betrag „stiften" wollen, wenn alle Juden sich wieder in Palästina ansiedeln wollen. Sie würden aber, wie eben Leute Ihrer Kategorie, nicht Wort halten, denn Sie hätten dann niemand, an den Sie schreiben könnten. Eröffuuugsanzeige l Speisehaus Hermine Eichner, Baden, Rollettgaffe 7, ab 1. Mai wieder eröffnet. x Die mit X dezeichneten Notitzen und Artikeln sind entgeltliche An kündigungen (§ 26 des Paßgesetzes). Briese an die Schnstleitung. jW| Hottenrott einst und jetzt. „Die Juden Muster der Nächstenliebe." Zu dem Artikel „Wie die Antisemiten Gott lästern und den Bibeltext fälschen", erlaube ich mir folgendes zu bemerken : Hottenrott war vor längerer Zeit in Münden Redakteur an einer Zeitung. Während dieser Zeit verkehrte er höchstfreundschaftlich mit meinen Eltern hier, war häufig deren Gast, zeigte großes Interesse für die jüdische Religion und ließ sich von meinem Vater, dem Lehrer der hiesigen Gemeinde, über vieles aufklären und unterrichten. Das veranlaßte ihn, während dieser Zeit einen längeren Artikel über die Sitten und religiösen Gebräuche der Israeliten zu schreiben, indem er die Juden geradezu als Muster und nachahmenswertes Beispiel von Frömmigkeit, Pietät, Nächstenliebe usw. seinen nichtjüdischen Mitbürgern hinstellt und den Judenhaß verabscheut! Es ist vielleicht nicht unangebracht, den wütenden Judenhasser Hottenrolt an seine „Jugendsünden" zu erinnern. (Otto Wert heim, Hann.-Münden. fe&uitzhukabßsix und T^u^hukmhlc . . . ühefd&va&rtr* cS&r WM MM «Ti Wien. I. Bezirk, Fleischmarkt Nr. 26 Seidenstoffe fisr KBeider und Butter. Herr' ticke Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maro« punie etc., su staunend billigen Preisen. - - Telepon Nr. 79.201 mjd 79.202. ■ > — krSrrttt Sptziatos aller Qualitäten