Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 47 (18.12.1914)
- Date
- 1914-12-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. DjWWMhE dieselbe» iricht beinüffitzt: sind, in Lvkalen,-wrii die rituelle» Gesetze nicht berücksichtigt werde.«, zu verkehrend Diese- Auiprache, welche mit einelst begeisterten ^,Hoch"-Ruse /ans Seiiie-Majestät den Kaiser, in den alle Anwesenden jubelnd einstinnntenendete, fand lebhaften Anklang^ Es wurde sohin Tee den Anwesenden verabreicht, welche auch dem Verein namhafte Spenden znwandten. Herr Dr. Joses Z ist s e r hielt auch eine Ansprache/ in der er insbesondereauch darauf verwies, daß bei den galizischen Juden die' Gastfreundschaft besonders ausgebildet ist und daß es sich gerade.jetzt, in diesen schweren Zeiten, zeigt, wie die in'.Wien wohnhaften Juden sich ihrer ans den Ostprovinzen geflüchteten Brüder in der Not annehmen. Sohin übernahm das .Wirtschaftskomitee, bestehend aus den Damen und vier Herren des Verelnsvorstaildes, mit dem um die Gründung des Vereines sich besonders verdient gemachten Herrn I. Siegl als Obmann des Wirtschastskomitees an der Spitze die Leitung der Teehalle, die sich bereits eines bedeutenden Zuspruches Wien. (Ausspeisung galizischer Flüchtlinge.) Ueber Anregung des in der Leopoldstadt bekannten Arztes, Herrn Dr. Gustav Kohn. H., Roten Srerngaffe 6 nnd seiner Gattin Flora, haben es einige Herren und Damen nnternommen, 50 Flüchtlingen mittags und abends kräftige Suppe sowie Brot zu verabreichen. Diese bescheidene Ausspeisung ist im Laufe der zwei Monate zn einer ganz respektablen Größe angewachsen, und heute können wir sagen, daß wir täglich 1000 Personen ausspeisen. Obwohl dies hauptsächlichst ans eigenen Mitteln geschieht, indem unsere Damen einen großen Teil der Suppe spenden, allen voran Fron Mizzl Pi o w a t i, ist uns diese große Ausspeisung nur dadurch ermöglicht, daß roir die Aufmerksamkeit gütiger Menschen erregt haben, die uns durch Spenden unterstützten. In den uns von.Herrn R. O. Weil kostenlos für die ganze Dauer der Aktion zur Verfügung gestillten Räumen verteilen wir auch abgelegte Kleider, Schuhe nnd Wäsche, in drinaenden Fällen auch neue Kleider und Schuhe und hat Herr Isidor K ö n i g allein mehr als IM Kinder bekleide!; dann gibt es wöchentlich Liebesgaben in Form vyn Mehlspeisen. Nun, wir tun alles, was nns möglich ist, um unseren armen Heimatlosen ihr trauriges Los zu verbessern. Unser dringender Wunsch geht nur dahin, daß wir unsere Aktion, deren segensreiches Wirken schon von einigen öffentlichen Funktionalen anerkannt wurde, auch über die ganze Kriegsdauer führen zn können, müffeu daher trachten, durch mitfühlende Menschen mit Mitteln unterstützt zu werden. Wir appellieren daher au alle gleichgesinnten Menschen, unserer Flüchtlinge in der Weise zu gedenken, daß sie uns mit Geldspenden oder Brot unterstützen nnd hoffen wir, in Anbetracht der angeführten Gründe, uns nicht vergebens an das gute Wiener Herz gewandt zn haben. Gütige Spenden wolle man einsenden au Herrn Dr. Gustav Kohn. . Wie«. (Verband der i s r. R e l i g i o il s l e h r e r an den österreichischen Mittelschulen.) Derselbe hielt am 7. Dezember l. I. unter dem Vorsitze seines Obmannes, Rabbiner Dr. M. Rosenmann, die erste Ansschußsitznng in diesem Schuljahre ab, in welcher derselbe über die im Kultus- und Unterrichtsministerium in Angelegenheit der Staudesinteressen stattgehabte Audienz eingehend Bericht erstattete. Sodann lvurde der Beschluß gefaßt, aus dem Berbandsvermögeu einen Betrag für die österreichische Kriegsanleihe zu zeichnen. Wie». (Jüdischer Turnverein L e o p o l d st a d t.) Wie wir bereits berichtet haben, findet am Sonntag den 20. Dezember d. I. in den Festsäleu des „Hotel Bayrischer Hos" die diesjährige Ma kkabäerfeier des „Jüdischen Turnvereins Leopoldstadt" statt. Eintrittskarten sind im Vorverkauf am Turnplätze, H., Leopoldsg. 8, während der Turnzeiten (Mittwoch und Samstag von 8 bis halb 10 Uhr), in der „Jüdischen Zeitung", im Cafe Straffenhof, II., Taborstr. 26, sowie in allen größeren Gast- und Kaffeehäusern des II. Bezirkes, außerdem in den Tabaktrafiken zu haben. Wie«. (Eine bescheidene Anfrage). Wäre es nicht möglich in unserem Tempel der Seite,isteittengaffe für das große Publikum die jüdischen belehrenden Vorträge am Schluffe der Abendandacht, wie in den Vorjahren, auch Heuer während des Winters einzuführen? Mit Sehnsucht werden gerade Heuer, mehr denn je, solche gottesdienstliche Reden erwartet. Wien. Sonntag, den 13. Dezember l. I. (I. Tag Chauuka) war der erste Jahrzeittag des Oberkantors Mayer Schorr y?. Ans diesem Anlasse haben sich eine Anzahl Vorstandsmitglieder des Tempelvereines „Beth - Jisrael", in welchem Tempel der Verblichene 20 Jahre verdienstvoll nnd segensreich gewirkt hat, mit den Funktionären, sowie den Familienmitgliedern und Freuiiden auf dem Friedhose eiugesnnden, um das Andenken des unvergeßlichen Oberkautors zu ehren. Nach Verrichtung der üblichen Gebete rezitierte OberkantorFränkl in wirkungsvoller Weise das „LI mole rachamim“. Das Präsidium des „Oesterr.-ungar. Kantorenvereines" war durch Funktionen verhindert, an der Trauerfeier teilzuuehmen. Wie«. Mittwoch abends, am Eingänge des 22. Kislev, starb hier Herr Josef Reiniger im Alter von fast 86 Jahren. Mit ihm verliert die Judenheit eine ehrwürdige Erscheinung, die ihresgleichen selten findet. Der Verblichene entstamnit einer alten jüdischen Gelehrtenfamilie nnd verband selbst mit reichem talmudischen Wiffen und gründlicher. Bibelkenutnis nmsaffende allgemeine Bildung. Seine Frömmigkeit ließ ihn ebenso alle Vorschriften des jüdischen Ritus mit minutiöser Genauigkeit beobachten, wie er den ethischen Grundsätzen unserer heiligen Religion sein ganzes Leben hindurch Rechnung ' trug. In jüngeren Jahren betrauten ihn seine Mitbürger mit dem Amte eines Bürgermeisters nnd Kultusvorstehers in Straßnitz. In dieser Stellung betätigte er die größte -Selbstlosigkeit nriMHliigebnng-für das' allgemeine Wohl. Als Denkmal seiner Amtstätigkeit besteht auch heute noch/die mehrklassigeBibelschule in Straßnitz. welche .er seinerzeit mit^lleberwindnug. vieler Schwierigkeiten ins Leben ries und organisierte. Seine Bescheidenheit, der makellose Charakter und das vornehme. Wesen schafften ihm zahlreiche Freunde.nnd' sichern ihm bei allen, die.ihn kannten, ein freundliches Augedenkeu. Das Leichenbegängnis fand Freitag nutet überaus großer Beteiligung vom Tranerhause ans statt. Herr Rabbiner Fürst hielt eine tiefempfundene Trauerrede. Herr Rabbiner Banmgarten widmete auf dem Friedhose herzliche Worte des Abschiedes dem Verstorbenen. . .; •: Mödling. Am 3. Dezember l. I. wurde der langjährige Kantor und Religionskehrer des Liesinger Tempelvereittes. Herr M. G. Allen-' berg, aus dem hierortigen Friedhose unter großer Beteiligung vieler Mitglieder, der Vertreter des Vorstandes und zahlreicher Schüler zNr ewigen Ruhe bestattet. Der Verblichene genoß allgemeine Verehrung in und außerhalb der Gemeinde. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Falk. Rabbi Dr. Bardowicz hielt dem dahiilgeschiedeilen pflichttreuen, würdigen und tüchtigen Beamten einen Nachruf. Im Namen des Vorstandes sprach Direktor Donnebaum Worte des Abschiedes, Pros. Nascher im Namen der Freunde und Schüler. Baden. Samstag, den 12. d. M. abends veranstaltete der hierortige Israelitische Franenvereiu, wie es alljährlich geschieht, ein Fest für unsere schulpflichtige Jugend, wobei dieselbe mit Winterkleidern und Wäsche reichlich bedacht wurde mid eine angemessene Jause folgte.! Zu diesem Wohltätigkeitsakte erschienen die Vorstandsvamen: Frau Julie Leitner, Präsidentin, Frau Rosa Schneider, Vizepräsidenlin, Frau Sofie Leitner, Fran Rosa Schey, Frau Rabbiner Reich, Frau Lina Kohn und Frau Freiwillig; von Herren waren anwesend: Herr Oberrabbiner W. Reich it»d die Herren Beiräte Moriz Leitner und Anton Schneider. Die Festlichkeit eröffnete Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner W. Reich mit einer erhebenden Ansprache an die Kinder, die nicht nur ihnen, sondern allen Anwesenden tief zu Herzen drang. Während des dargebotene,i Mahles, das auf Kosten der Vorstandsdamen dar« gereicht wurde, trugen, die Schülerinnen Maria Weiß, Ludmilla Frucht, Borisowitz und zwei Schwestern Baumsteiger rechr hübsch Gedichte vor, wofür sie allgemeines Lob und Anerkennung einheimsten. Der bezeichnete Fraueiiverein wird in dieser Woche ein weiteres Channkafest bereiten, das den Kindern der hier weilenden Flüchtlinge aus Galizien gewidmet sein wird. Haag. (D i e E i n n a h m e n des I ü d i s ch e n Nationalfonds im November.) DasHauptburean des Jüdischen Nationalsouds im Haag teilt uns mit: Die Spendenei,lnahmen des Jüdischen Nationalfonds im Monate November haben 38.656-39 Maik betragen. Hievon entfallen auf Nordamerika 9091-07 Mark, Rußland 7689.24, Südafrika 5512 03, Kanada 4599-50, Oesterreich 3660-08, England 1900-85, Dentschlaiid 1681-22, Holland 1271-55, Galizien 1270-54, Rnmäiuen 74080, Ungarn 630-44, Schweiz 323-57, Griechenland 186-70 nnd Schweden 98'80 Mark. Die Verwaltung des Jüdischen Nationalfonds ersucht alle Vertrauensmänner, die gesammelten Spenden unverzüglich au die Landessammelstelleil.abzuführen, damit die Beträge noch im Jahre 1914 ausgewiesen werden können. Verzeichnis der Nerstorvenen vom 6. bis iilklnsive 12. Dezember 1914. Josefine Gottlieb. Private, 62 I. Liebmauu Zuckermanir, Hausierer, 53 I. Katharina Spiegler geb. Böhm, Fabrikantenswitwe, 87 I. Keile Brett, Händlersgattin, 34 I. Jakob Spielmanu, Gastwirt, 40 I. Mendel Sternlicht, gewes. Kaufmann, 75 I. Babette Lazarus, Sanitätsratswitwe, 60 I. Adele Nelken, Bertretersgättin, 26 I. Süßet x. Sofie Czech geb. Kcitz, Private. .66 I. Hersch' (Hermann) Kuten, Privat, 57 I. Julie Straß geb. Weiner/Privat, .71 I. Adolf Abraham Straß, Privat. 78 I. Rosalie Hoffman«, Kanfmännswitive, 71 I. Susanne Zuckermann geb. Prager, Privat, 76 I- Leopold Goldschmidt, Kaufmailli, 58 I. Laura Kicsales geb. Hammer, Pfründnerin, 72 I. Sigmnnd Liebenheimer, Dauipfsägeverwalter, 41. I. Regina Wittner: Kansmannsgattin, 45 I. Mendel Specz (Sper), ohne Beruf, 84 I. Max Kraut, Pflegling, 68 I. Adolf Waffervogel, ohne. Beruf, 66 I. David Grünstem, Kassier, 75 I. Johanna Nadler, Privat, 61 I. Meier- Rock, Hilfsarbeiter. 57 I. Henriette Fr?iser, 13.1. Therese Weiß geb. Sonnenberg, Brauhausdirektorsgattin, 53 ,J.- Hermann Rosenzweig, Musiker, 53 I. Ignaz Schiff, Kaufmann,>42 I. Mürie Seidl, Privat. 24 I. Moses Ganz, Rechuungsunteroffizier IL Kl. (Zugssührer) des Jns.-Reg. Nr. 85, 6. Komp., 24 I. Hugo Lustig, Infanterist des Ins.- Reg. Nr. 12, 4. Komp., 23 I. Elias . Gütivirth'/-Hausbesitzerssohn. 17 Monate. Sem (Schayien Simon) Kohn, Kanfmann, 55 I. Franziska Eisner, ohne Berns, 76 I. Geriou Luwiß, Ersatzreservist des Landw.- Jnf.-Reg. Nr. 36. 1. M.-K., 24 I. Israel Horßovsky. Infanterist des Landw.-Juf.-Reg. Nr. 19, 32 I. Aron Helsgott, 1 Monat. Ernestine Lemmel geb. Schon, Pfründuerm, 71 I. Hermann'Ross,-ohne Berufs 85 I. Dr. Berthold Weber. Gerichtsadvokat, 47 I.? Moses Weißhaar, Papierhändler, 7DJ. Ignaz Schick, Privat,. 90-I. . Simon Fleischt, Baumeister, 52 I. Ignaz Friedmann. Jilfanterlst des Jns.-Reg. Nr. 85, 31 I. Simon Kößler, Branntweinschänker, 59 J.- Emannel Hänfling, Schuhmachergehilfenssohn 4 I.. Dorothea Frey i geb. Rosin, Kauf« mannsgattin 84 I. Adolf Baron,. Privat.61 I. Sabine Kriß geb- Allahand, Private, 75 I. . . - .