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Die Wahrheit · 1910-02-11 · Heft 7 (11.2.1910) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 7 (11.2.1910)
Date
1910-02-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7. Die Wahrheit Seite 9. (Alle Rechte Vorbehalten.) Gill neues Acht. Bon Adolf Heinrich Landau (Wiener-Neustadt). (Fortsetzung.) „Ich schätze Sie sehr, liebes Fräulein; aber nichts kann mir s o teuer sein, daß ich ihm meine Liebe zur Mutter opfern könnte." Das Fräulein wandte sich unwirsch ab. „So, jetzt ist sie beleidigt," sagte Dr. Süß. ..Ein netter .Käfer, mein Konzipient macht ihr auch den Hof. Warten Sie nur, ich werde sie bald versöhnen." Bis zur Quadrille blieb Dr. Fuchs, dann empfahl er sich von allen herzlich.- In der nächsten Sitzung des großen Rates wurde über Antrag des Dr. Ehrlich allen Funktionären für ihre hervorragendenden Leistungen während der Feiertage der Dank ausgesprochen und ins Protokoll aufgenommen. Der alte S t e i u h e r z beantragte, Seiner Ehrwürden für die Abhaltung der Vortrüge eine Remuneration zu gewähren. Dieser Antrag S t e i n h e r wurde unter großem Jubel akzeptiert, denn nun war es evident, daß der Friede dauernd sei. * * * Seitdem Dr. Fuchs wußte, daß er zum neuen Jahre das Defiuitivum erhalten werde, besprach er mit seiner Mutter eifrig alles Notwendige. Gerade saßen beide da und erwogen, ob es nicht augezeigt tväre, im Novembertermin zu kündigen, da die Wohnung zu klein sei, da klingelte es draußen. Dr. Fuchs öffnete und eine ältere Frau trat ein. „Womit kann ich dienen?" fragte er. „Ich möchte Sie bitten, Herr Rabbiner, mir in einer wichtigen Angelegenheit Gehör schenken zu wollen." Dr. Fuchs führte die Frau ins Zimmer und bot ihr einen Stuhl an. „Darf meine Mutter zugegen sein?" „O ja. Ich komme nur fragen, ob Herr Rabbiner geneigt wären, ein Mädchen ans reichem Hanse zu heiraten." „Ist denn Reichtum alles?" „Ich glanbe, wenn man die Wahl zwischen einer reichen und einer armen Braut hat, wird man doch nicht lange überlegelt!" „Ja. wenn zilm Reichtum alle gitten Eigenschaften hinzutreten," meinte Frau Fuchs. „Das Mädchen ist gebildet und aus einem frommen .Hanse," sagte die Frau. „Ich kann es Ihnen ja sagen, es ist das Fräulein Weinmann." „Kommen Sie im Aufträge der Eltern?" fragte Dr. Fuchs „Ja, aber bitte um Diskretion." „Ganz gewiß. Ich möchte Sie nur aufmerksam machen, daß ich kaum drei Monate hier bin und die Mädchen noch zn wenig kenne. Ich werde auch nicht früher heiraten, bis ich nicht definitiv angestellt bin. Bitte, vielleicht dann wieder nachznfrageu." „Können mir Herr Rabbiner nichts Bestimmtes sagen? Es heißt, daß Sie das Fräulein Heller vorziehen. Soll ich vielleicht da vermitteln?" „Mein Sohn wird nach seinem Wunsche und nach seinem Geschmacke wählen," erwiderte Frau Fuchs. „Aber doch nur ein reiches, gebildetes Mädchen?" Dr. Fuchs erhob sich und die Frau verstand seinen Wink. „Vor allem soll eine Gattin ein gnres Herz haben, eine gute Erziehung und einen edlen Charakter. Auch Wahrheitsliebe und Sinn für Ordnung und Häuslichkeit sind llotlvendig. Reichtum und Bildung kommen erst an letzter Stelle." Er begleitete die Frau bis zur Türe. Dann sagte er zu seiner Mutter: „Wenn liur schon die Grete da wäre, daß ich endlich ^einmal.Ruhe habe!" — Am 30. Oktober fuhr er nach Wien. Er wollte die ibrei freien Schultage bei seiner Braut verbringen. Er nahm in einem Hotel Logis, wo es ihn besonders freute, daß an den Türen Mesusofch*) waren. Wie wohl war ihm, endlich ivieder Großstadtluft atmen zn können. Wien war ihm nie so schön vorgekommen, wie jetzt, wo er es nach drei Monaten lvieder sab. Seine Braut konnte nicht genug fragen - und er nicht genug erzählen. Sie waren zitsammen in der Oper, im Burg- und Bolkslheater; er lebte förmlich auf an der Seile dieses reizenden Kindes, das sich so natürlich, so ungekünstelt gab. Vor der Abreise baten ihn die Eltern, den Hochzeitstag zu bestimmen, er aber überließ alles seiner Grete. Schließlich einigle mau sich für den 6. Jänner, denn zum neuen Jahre sollte ja Dr. Fuchs das Definitivnm erhalten. Der Abschied fiel ihm so schwer. Immer wieder umarmten sich die beiden, bis endlich das schrille Zeichen zur Abfahrt ertönte. Da sagte Grete lustig: „Ra. die zwei Monate werden ja auch bald vorüber sein!" Sie winkle solange, als sie den Zug sehen konnte, dann stoßen ihr die Tränen herab, denn sie hatte ihn wirklich lieb. *) Bibelsprüche tu Rollen. (Fortsetzung folgt.) 4V2%ige amortisable Bulgarische Staats-Gold-Anleihe vom Jahre 1909. Durch den Wiener Bank-Verein, die Kais. Kön. priv. Österreichische LUnderbank und die Anglu-Österreiehisehe Bank in Wien wird die bezeichnete Anleihe zur Subskription in Oesterreich- Ungarn, London, Hamburg, Belgien, Holland und in der Schweiz aufgelegt. Die Subskription findet am Donnerstag, den 10. Februar 1910 statt. Anmeldungen werden hei einem jeden der drei genannten Bankinstitute in Wien und bei deren auswärtigen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegengen online u. Der Subskriptionspreis beträgt auf freie Stücke 91 Krouen für 100 Kronen Nominal*, für Zeichnungen mit sechsmonatlicher und einjähriger Sperrverpflichtung 903/* Kronen für 100 Kronen Nominale. Die einzelnen Obligationen lauten auf 500 Frs. — 476 öaterr. Kronen und werden zum vollen Nennwerte innerhalb 50 Jahren laut Tilgungsplan rückgezahlt. Eine vorzeitige Rückzahlung oder Konversion ist bis Ende 1919 ausgeschlossen. Die Titres uud Oupons der Anleihe sind in Bulgarien für immer von allen gegenwärtigen und zukünftigen Steuern, Gebühren oder sonstigen Abgaben befreit. Kundmachung. Die stimmberechtigter. Herren Aktionäre der Niederösterr. Escompte-Gesellsckaft werden hiemit zu der am 4. März 1. J. um 5 Uhr abends im Gebäude der Gesellschaft. Freiung Nr. 8, stattfindenden s i e b e u u n d f ü n f z i g s t e n Generalversammlung eingeladeu, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Rechenschaftsbericht und Bi anz für das Geschäftsjahr 1909. 2. Bericht des Revisionsausschusses. 3 Antrag des Verwaltungsrates auf Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von Mitgliedern des Verwaltnngsi-ar.es. 5 Wahl von vier Mitglederi: in den Revisiousausschuss (§ 52 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche als solche drei Mon te vor dem Zusammentritte der Versammlung in den Aktienbüchern der Gesellschaft eingetragen waren und an der Generalversammlung teilzunehmen beabsichtigen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien vom 9. Februar 1 J angefangen bis längstens 18. Februar, 4 Uhr nach mittags, bei der Liquidator der Niederösterreichiscueu Escompte-Gesellschaft zu erlegen. Die Aktien sind, arithmetisch geordnet, mittelst einer einfachen Konsignation einzureichen, und dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehabeuer General-Versammlung die Aktien rückgestellt werden. Je ze ni Aktien geben das Recht auf eine Stimme. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch eineu anderen stimmberechtigten Aktionär auszuübeu, so hat er die betreffende, auf den Namen des gewählten Vertreters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimatiouskarte auszustellen. Wien, am 8. Februar 1910. Der Yerwaltnogsrat.

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