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Die Wahrheit · 1909-06-04 · Heft 22 (4.6.1909) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 22 (4.6.1909)
Date
1909-06-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 4. Dl? Wahrheit Nr. 22. Nr. 21. Der Hang des Weibes zum Manne der niederen Rasse. Ebenda S. 4. Als homo mixbus mediterraneus hat Meininger bei den Weibern entschieden viel Glück gehabt. Nr. 25 bitte ich ganz zu lesen, da das ganze Heft von den schmutzigsten und giftigsten Pfeilen gegen das jüdische Volk strotzt. Ich greife auf gut Glück einige Blödianismen und Niederträchtigkeiten heraus: Was ist die arische Rasse? Es gab vor langer Zeit schon Menschen, die aus dem jetzt untergegangenen Erdteile Atlantis lebten. Aus einer ihrer Unterrassen, den Ursemiten, gingen die Arier hervor. Sie wurden aus den Besten und Edelsten ausgewählt und nach Hochasien gebracht, wo sie in einer langen Periode zu einem großen Volke auswuchsen und von ihrer Heimat aus nach und nach Kolonien ausschickten. Ein Teil blieb in Palästina zurück und vermischte sich mit den Ureinwohnern (Menschen der dritten Wurzelrasse), so daß eine schlechtere Rasse entstand — die jüdische. . . Nur wenige jüdische Familien, wie die Abrahams, Davids, Josefs können sich arischer Abstammung rühmen. Nr. 19—20, S. 8. Ist einmal diese Denkungsart (die edle arische!) herrschend geworden, dann werden auch andere Leute so. klug sein, wie die russischen Juden, welche, wie sie nur können, vom Militärdienst ins Ausland entftiehen, mit ganz verschwindenden Ausnahmen während des letzten Feldzuges sahnenftüchtig wurden. (Niedriger hängen!) Noch ein Zitat aus Nr. 25 . . . wenn die Inden steigen, so geschieht es nicht durch schöne Mittel, sondern durch häßliche ... Die Hauptschuld trifft unsere Frauen, die nicht germanisch empfinden. Ebenso wird der Tag kommen, wo man die Mischlingsbrnt — Euphemismus der Rassigen für Juden, rvie der Ausdrnck „Fremde" bei dem rumänischen Gesetzesrate — vom Erdboden hiuwegtilgen wird. Ebenso wird der Tag kommen, wo man ernstlich an der Aitssührung meines Vorschlages ans der niedrigen Rasse eine neue Sklavenart zu züchten, schreiten wird uiw. Nun das alles ist sehr alt, sagt man, wozu diesen Blödsinn auftischen? Ich weiß es. Von Bileam bis Chamberlain konnten die Weisen der Außenwelt uns unsere religiös-sittliche Ueberlegenheir nicht verzeihen. Sinai, sagt der Talmud, heißt der Berg, aus dem wir die Thora empfingen, weil wir uns durch diese Tatsache den Haß aller übrigen Völker zngezogen, wie ist sein wirklicher Name? L'horeb. Die Parole von der Minderwertigkeit der jüdischen Rasse, von der Zwecklosigkeit ihres Daseins und von der Notwendigkeit ihrer Degenerierung ist. wie aus den Thesen des großen Rassentheoretikers Haman zu entnehmen ist, Rache für die ethisch-religiöse Ueberlegenheir, Rache für das „Du hast uns auserwählt von allen Völkern, Du hast uns geliebt, hast an uns Wohlgefallen gefunden und Du erhöhest uns über alle Zungen und Sprachen". Dieses Selbftbewnßtsein, im Besitze der Wahrheit zu sein, und der aus diesem Bewußtsein stammende Gedanke der transzedenten Ueberlegenheit und die felsenfeste Zuversicht auf den endlichen Sieg der Wahrheit, rechnet man uns als Todsünde an, als Ueberhebung. als Frechheit, Herrschsucht und wie alle die liebenswürdigen Titulaturen heißen. Dieser Messiasglanbe, von dem die ganze zivilisierte Welt zehrt, ohne dem sie schon heute zurück reif für den Urwald wäre, bleibt, wie paradox es auch klingen mag, unser Schandfleck. Selbst Gfrörer, zu der Zeit, wo er seine Geschichte des Urchristentums schrieb, da er durch Vertiefung in die jüdischen Geisteserzeugnisse sich vor denselben einen hohen Respekt heranslas, konnte doch seinen Unwillen gegen das Bewußtsein des Auserwähltfeins, ja sogar gegen die Messiasidee des jüdischen Volkes nicht unterdrücken. So sagt er über die jüdische Messiashoffnung Bd. 3, S. 8: „Der wilde Haß gegen jedes Fremde, welcher in der Brust eines jebeit Juden kochte, erregte den Widerwillen der Römer; der Mangel an soldatischem Geist, welcher die Kinder Israels damals wie jetzt auszeichnete, dxr lächerliche Widerspruch zwischeil beit großen politischen Hoffnungen, mit denen sie sich blähten und den Mitteln der Ausführung, machten sie deii Herrn der Welt im höchsten Grade verächtlich". Wir brauchen uns also nicht zu wundern, daß die Freigelassenen von der Feder ihren herrschenderi Herrn, nachdem das gebildete zwanzigste Jahrhundert das Gottesgnadentum nicht anerkennt, von Teufels Gnaden kredenziert. Von Teiifels Gnaden herrschen wir über die Schwachen zu ihrem Wohle. Welche Frechheit von den schwachen Juden, sich für die Erfasser der Wahrheit zu halten und an den endlichen Sieg derselben zu glauben! Die moderne Psychologie ist volnmtaristisch, der Wille ist primär, der Intellekt sekundär. Findet eine Zeit, besser, finden die Starken, daß ihre faktische Macht sich nicht mehr mit den Anforderungen und herrschenden Ideen der Zeit verträgt, so sucht man nach einer neuen Theorie, um ihre Macht zu rechtfertigen. Und die gelehrten Sklaven, die für ihre Herren die anstrengende Geistesarbeit besorgen, lauschen denselben nach Art gut dressierter Hunde ihren Willen ab und schaffen eine neue Theorie. Als man aber - einsah, daß die Unterscheidung zwischen Israel und Inda nicht recht geht, als man einsah, daß insolange das, was dem Inden das Teuerste und Heiligste, auch das Teuerste der ganzen Menschheit bleibt, die bodenlose Verachtung doch nicht am Platze ist. als man einsah, daß insolange die Menschheit dem jüdischen Messiasideal und dem aus seiner Mitte 'hervorgegangenen Messias huldigen wird, der Thron Satans noch immer nicht für die Ewigkeit gezimmert ist, da machte man den letzten Schritt, man vertauschte die Bibel mit Tontäfelchen, Moses mit Hamurabi, den bethlemitischen Messias mit Buddha, Konfuzius ja sogar mit dem Semiten Mnhamed — immer besser, als dem jüdischen Volke Dank schuldig zu sein. Es wird gewiß niemand annehmen, daß ich mich gegen vergleichende Wissenschaften, die streng logisch und sachlich gehalten, so manches Wertvolle, wenn auch nicht Umwälzendes zutage fördern, anflehne. Nur die auf bewußter Lüge und im besten Falle auf bodenlose Hirngespinste anfgebaute Afterwissenschaften, die moderne Kagliostromanismen, denen auch sonst ehrliche Forscher auf den Leim gehen, muß zurückgewiesen werden. Hat es sich doch ein sehr berühmter jüdischer Professor, dem Chamberlain nicht verdient das Wasser zu reichen, sich nicht nehmen lassen, über ihn zu referieren und sich seine Freundschaft als Glück anzurechnen. Gegen dieses Gebaren, gegen das Ernstnehmen dieser psenden gedungenen Baalspropheten ist es, wogegen wir energisch protestieren müssen. Wer mir einreden will, er ist logisch oder empfindungsgemüß gezwungen an meine Minderwertigkeit zu glauben, der ist mein persönlicher Feind, zwischen dem und mir kein persönlicher Verkehr, geschweige denn gemeinsame Arbeit stattsinden darf. Das sind meine Gedanken, als mir gleichzeitig mit der „Ostara" die Vierteljahresschrift des Doktor Altschüler in die Hände fiel. Dr. I. Sinnreich. Gin Ulan — Gin Uollr. Vom Bureau der Wiener „Jto"-Organisation wird uns die Rede, die Israel Zangwill am 15. Mai in der Great Assembly-Hall in London gehalten und in welcher er über die Aktionen der „Jto" zur Erwerbung eines jüdischen Territoriums in erschöpfender Weise berichtete, zur Verfügung gestellt. Bei dem großen Interesse, das diese Frage in allen jüdischen Kreisen erregt, halten wir es. für angezeigt, die Rede vollinhaltlich wiederzngeben. Das Bild, das unser Präsident eben von einem Lande mit Freiheit, Glück und Frieden entworfen hat, ist ein Bild des Landes, in dem wir englischen Inden zu leben das Glück haben. Die Engländer verkünden jetzt besorgt, daß ohne mehr Dreadnongths, ohne einen Zwei-Müchte-Standard in ihrer Flotte, dieses große, glückliche Land nntergehen müßte. Auch die englischen Inden stehen im Rufe nach dem Zwei-Mächte-Standard für England nicht zurück. Aber für das jüdische Volk war es immer Sitte, den Kein-Mächte-Staudard zu proklamieren. Juden müssen sich ängstlich vor jeder Maßnahme zur Selbsthilfe hüten. Nun, meine Damen und Herren, der Kein-Mächte-Standard wurde vor ungefähr zweitausend Jahren versucht, und die Folgen davon, waren für uns — Verfolgung, Massaker, Erniedrigung,; moralische und physische Degenerierung. Der Kein-Mächte- Standard muß fort!! Eine ausgedehnte Konzentrierung jüdischer Bevölkerung! muß in einem ansgewählten Lande gepflegt werden, nicht nur

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