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Die Wahrheit · 1907-04-12 · Heft 14 (12.4.1907) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1907
Issue
Heft 14 (12.4.1907)
Date
1907-04-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Otstkrr-ungar. Kantoren -Zeitung. 5V jähriges AmtsjuNiliinm. Uebee die anläßlich des 50 jährigen Amtsjubiläums des Oberkantors David Ko hu in Arad am 1. Pessachtage veranstalteten Feierlichkeiten wird uns folgendes mitgeteilt: Im Tempel, in welchem die Gemeindemitglieder in Übernus großer Anzahl erschienen waren, wurde der Jubilar als Koken anfgerufen. Beim Betreten des Altars wurde er durch einem vom Regens-Chori Heinrich S t r o cke komponierten Chorgesang begrüßt, dessen der feierlichen Gelegenheit angepaßten Text der Gemeinderepräsentant Advokat Dr. Carl R a d ö, Sohn des Obernotär Leopold Rosenberg, verfaßt hat. Nach beendeter Verlesung des Koken-Thoraabschnittes betrat in Verhinderung des in Abbazia weilenden Oberrabbiner Dr. Alex. R o s e n b e r g, Rabbiner Dr. Ludwig Vagvölgyi den Altar, fprach ein längeres Gebet und erteilte gleichfalls als Koken dem Koken-Jubilar den Segen. Hierauf sprach Religionslehrer und Oberrabbiner-Stellvertreter Jonas K r a u s z, der an diesem Tage dem Jubilar zu Ehren als Baikore fungierte, einen selbst verfaßten, auf die freier Bezug habenden Miscrkekeraok, worauf mit wiederholtem Chorgesang die Synagogenfeier, welche auf die zahlreich Anwesenden einen tiefen Eindruck machte, ihren Abschluß gefunden hat. In der Wohnung des Jubilars erschienen nach dem Gottesdienste die Gemeinderepräsentanz vollzählig, der Beamten- und Lehrkörper, der Synagvgen-Gesangverein, das Chorpersonal, eine große Zahl Gemeindemitglieder und ganz besonders viele Damen. Im Namen der Gemeinde sprachen Gemeindepräses Advokat Dr. Siegmund Nemeß und Präses-Stellvertreter Theodor O t t e n b e r g. Generaldirektor der Araber ersten Sparkassa, dem Jubilar die volle Anerkennung der Gesamtgemeinde für sein 50 jähriges hervorragendes Wirken aus und in Begleitung der herzlichsten Wünsche für ihn und feine Familie überreichten sie ihm das wertvolle Ehrengeschenk der Gemeinde. Im Namen des Beamten- und Lehrkörpers begrüßte und beglückwünschte den Jubilar Obernotär Leopold R o s e u b e r g, derselbe der ihn zur Zeit seiner Anstellung im Jabre 1857, dann zu seinem 25 jährigen Amtsjubiläum im Jahre 1882 und zu seinem 40 jährigen Amtsjubiläum im Jahre 1897 begrüßt und beglückwünscht hat. In seiner Ansprache gab der Redner dem Gedanken Ausdruck, daß miau Gottesdienst in unserer Gemeinde die Domäne des Jubilars ist, jenes Gebiet, auf dem er nun schon ein halbes Jahrhundert Vorzügliches -geleistet hat und noch immer leistet, was nicht nur in der Arader Gemeinde, sondern in allen jüdischen Gemeinden des Landes und weit über dessen Grenzmarken hinaus bekannt und anerkannt ist. Wir gehen ins Gotteshaus — fuhr der Redner fort — wenn wenn wir im frommen Gebete Gott, dem Herrn der Welt, unsere Ehrfurcht bezeugen wollen. Es zieht uns ins Gotteshaus, wenn Freude in unsere Häuser einzieht und wir Gott unseren ehrfurchtsvollen Dank darbringen wollen. Und wir stüchten ins Gotteshaus, wenn Leid und Schmerz uns drückt und wir im Gebete Kraft und Erhebung zu Gott suchen und finden wollen. Wenn immer aber, in welcher Stimmung und mit welchen Gefühlen immer wir das Gotteshaus betreten und der Sangmeister David, Oberkantor David Kohn steht vor dem Altar, da sind es sein Gesang und fein Gebet, die uns zu Gott, dem allgütigen Vater im Himmel, erheben, da sind es sein Gesang und fein Gebet, die wahren und getreuen Ausdruck geben unseren Freuden und unseren Leiden, unserem Glücke und unserer Trauer. Nach dieser, hier nur in kurzem Auszuge mitgeteilten Rede, die sowohl auf den Jubilar wie auf die zahlreichen Festgäste mächtigen Eindruck übte, hielten noch Dr. Carl Rado im Namen des Synagogen-Gefangvereines, der unter Führung der Präsidentin Frau Alfred N e u m a n und der Vizepräsidentin Frau Josef Asfael erschienen war, und der Organist Julius Szilügyi im Namen des Chorpersonals herzliche Ansprachen, denen die Verlesung der aus allen Teilen der Monarchie und aus dem Auslande eingelangten Begrüßungstelegramme, unter diesen auch die Gratulation des österr.-ungar. Cantoren-Bereines, folgte, womit die schöne und erhebende Feier, die dem Jubilar, wie auch seiner Gemeinde zur Ehre diente, ihren Abschluß gefunden hatte. 25 jähriges Amtsj«bttä«m. Am ersten Tage des Pafsafestes sind es 25 Jahre geworden, seitdem Oberkantor Alfred Tauber an der Synagoge des Tempelvereines Wieden-Margarethen in Wien fungiert. Obwohl sich der Jubilar jede Feier verbeten hatte, hielt es der Vorstand für eine Ehrenpflicht, dem verdienten Oberkantor, welcher mit seltener Pflichttreue und unermüdlicher Ausdauer seine Funktionen als Oberkantor und Chordirigent versieht, durch Ueberreichung eines wertvollen silbernen Ehrenbechers auszuzeichnen und auch vom Vorstande des österr.-ungar. Kantorenvereines war eine überaus herzliche und ehrende Gratulation eingelangt. Oberkantor Tauber, einst ein vorzüglicher Konzert- und Opernsänger, welcher seine Ausbildung am Wiener Konservatorium erhielt, war durch 10 Jahre, von 1869—1879, Kantor der Wiener Kultnsgemeinde am Tempel der Leopoldstadt, welche Stellung er verließ, um einem Rufe nach New-Aork als Oberkantor zu folgen. Familienverhältnisse riefen ihn wieder nach Wien zurück, wo er seit 25 Jahren seine derzeitigen Funktionen ansübt. Tauber erfrem sich durch seine musterhafte Lebensführung und sein offenes, gerades Wesen der Achtung aller seiner Standeskollegen und der Gemeindemitglieder seines Bezirkes. Eine ganze Generation, welcher er im Jugendgottesdienste die Weihe der Gesänge des Schir-Zion zn Gehör und Gemüt führte, ehrt in ihm den Meister des Tempelgesanges, der mit seinem träftigen Bariton als ein berufener Interpret unseres unvergänglichen und unvergeßlichen Meisters Salomon Sulz er gilt. Wir vereinigen uns in dem herzlichen Wunsche aller seiner Verehrer und Gönner, daß es dem verehrten Jubilar noch eine lange Reihe von Jahren gegönnt sei, seinem schönen Berufe, ungebeugt von der Last der Jahre, in gleicher pflichttreuer Weise Nachkommen zu können. Danksagung. Für die zahlreichen herzlichen und ehrenden Sympathiebeweise, die mir anläßlich meines fünfzigjährigen Amtsjubiläums zukamen, statte ich allen lieben Freunden und Kollegen, insbesondere aber dem Vorstande des österr.-ung. Kantoren-Vereines in Wien und des mährischen Kantoren-Vereines in Brünn meinen tiefgefühlten Dank ab. Arad, im April 1907. Oberkantor David Kohn Cantoren-Ausbildung-. Oberkantor Jacob Bauer ■■■■. Wit^n, II. Bezirk, Novaragasse Nr. 27 — — | erteilt nach bewährter, praktisch vielfach erprobter | Methode Unterricht in allen cantoralen Fächern. Sprechstunden im Bureau der Redaktion „Die Wahrheit“ j („Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung“): j vormittags 9—10 Uhr, nachmittags 3—4 Ubr. i____ Kranke Stimmen.! Kantoren, die durch schlechte Methoden oder Ueber- ’■ anstrengung an ihrem Organ Schaden genommen haben, werden in kürzester Zeit wieder hergestellt. Sprechstunden täglich von 11—12 Uhr, Wien, IX, Glasergasse Nr. 10, Tür II.

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