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Die Stimme · 1937-06-27 · Heft 655 (27.6.1937) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 655 (27.6.1937)
Date
1937-06-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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tof . on tnMMI Nr. 6B5. — Wien, Sonntag, 27. Juni 1937, Allgemeine Zionlstenl Laßt Euch nicht irrefiihren! Die wahrhaften Allgemeinen Zionisten kandidieren unter Führung von Dr. Oskar Giilitbaum, Sabine Passweg und Dr. Frey nur auf der Liste „Nationaler Block1' Aenderungen im Bericht der Palästina-Kommission London, 24. Juni. In dem Bericht der Palästina-Kommission sind in letzter Stunde noch wesentliche Änderungen vorgenommen worden. Wie der „S t a r“ meldet, ist das ursprünglich für den jüdischen Staat vorgesehene Ge-, hiet in Nordpälästina erheblich vergrößert worden. Weiter sei für Jerusalem und die benachbarten heiligen Stätten eine Regelung getroffen worden, derzufolge’ diese nicht, wie vorgesehen, gänzlich von dem neuen jüdischen Staat getrennt würden. Mit diesen Zugeständnissen hoffe man, den jüdischen Widerstand gegen die geplante Aufteilung Palästinas überwinden zu können. Jüdischer Schutzstaat ohne Sitz im Völkerbund? Nach einer Meldung des „Evening Standard“ beabsichtigt die englische Regierung, die Rückgabe des Mandates über Palästina an den Völkerbund auszusprechen. Gleichzeitig soll sie beantragen, das jüdische Gebiet als ein autonomes Staatswesen zu erklären, Haifa, Nazareth und Jerusalem unter britischem Mandat zu belassen und das übrige arabische Gebiet mit Transjordanien zu vereinigen. Man glaubt, daß die Juden dann die engere Verbindung mit England wünschen werden. England würde dann das jüdische Land nicht als Dominium aüfnehmen, sondern als Schutzstaat wie etwa Süd-Rhodesien, wobei die Landesverteidigung und die äußeren Angelegenheiten in britischen Händen verbleiben würden. Bei dieser Art der Lösung würde der jüdische Staat kein Mitglied des Völkerbundes werden. * Es handelt sich wieder um noch unbestätigte Gerüchte, die allerdings mit starker Bestimmtheit auftreten. Wenn solche Pläne wirklich bestehen sollten, so müßten sie mit dem erbittertsten Widerstand der Juden bekämpft werden. Denn eine Lösung, die das jüdische Gebiet auf eine Stufe mit Zululändern stellt und den Juden jede politische Bewegungsfreiheit nimmt, ist in jeder Hinsicht unannehmbar. Sie vereitelt den nationalen Sinn des Zionismus und sie nimmt dem jüdischen Staat, der sich allen außenpolitischen Interessen Englands widerspruchslos fügen müßte, jede Möglichkeit, irgendwie auf das Schicksal der Juden in der Galuth einzuwirken. Die Gefahr, die uns droht und uns stärker und tiefer treffen würde als jeder Akt der Hitler-Gesetzgebung, kann nur durch eine einheitliche zionistische Front gebannt werden, und diese Front kann nur der kommende Kongreß schaffen. Es ist eine Lebensforderung der Stunde, daß alle Zionisten zur Wahl gehen und ihren Willen kundtun, daß alle Sonderinteressen von Parteien oder Gruppen zurückgestellt werden und nur das eine Ziel herausgestellt wird: Ein freies, unabhängiges, jüdisches Land, das sich seine Entwicklung und seine Politik selbst bestimmt und das auf gar nichts verzichtet. Die Vorkämpfer für den ALLGEMEINEN ZIONISMUS unter Führung von Dr. Oskar Griinbaum kandidieren ausschließlich für den „NATIONALEN BLOCK“. Keine Stimme der mit Binjan Haarez gekoppelten Liste der Weltvereinigung (Gruppe A)! Die Opposition gegen den Mufti Jerusalem, 21. Juni. (Palcor.) Die Opposition innerhalb des Arabischen Obersten Komitees hat beinahe vollkommen aufgehört, sich an der Tätigkeit des Komitees zni beteiligen, ohne jedoch offiziell ihren Austritt anzuineMen. Soviel ist aus einem aus zuverlässiger arabischer Quelle stammenden Berichte ersichtlich. Das Fernbleiben Nashas hi bis anläßlich der Audienz, die der High Gommissioner vor kurzem einer Abordnung des Komitees gewährte, wird auf diese Weise erklärt. Ein überfall aus Versehen Auf einen jüdischen Autobus, der au6 Jerusalem zum Toten Meer unterwegs war, wurden mehrere Schüsse abgegeben. Untersuchungen ergaben, daß die Schüsse von Gegnern des Emir Abdullah in der Absicht abgefeuert wurden, die nach Amman reisende® palästinensischen Abordnungen, die von der arabischen Oppositions-Partei entsandt waren, in ihrem Montag um halb 9 Uhr abends VORTRAGS-ABEND im Hotel Continental: Probleme des XX« Zionistenkongresses« Es sprechen: Rat der Stadt Wien Doktor Jakob EHRLICH, Staatsrat Dr« Desider FRIEDMANN, Präsident der Kultusgemeinde, Dr« Oskar GRÜNBAUM, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, Dr. Henny LICHTENSTEIN-RAPPAPORT, Ing. Robert STRICKER, Vizepräsident der Kultusgemeinde. Das Kinderheim in Stuppadi-GIoggnitz k2’\f F ■Ä w. "SSSSSS L'Vh'J; •- sfeü? mm mm Dieses Bild zeigt die Front des neuen Kindererholungsheimes der Kultusgemeinde in Sluppach-Gloggnitz. Von Jahr zu Jahr erweitert die Kultusgemeinde ihre Fürsorgetätigkeit, wobei sie ihre besondere Sorgfalt der her anwachsenden Generation zuwendet. Der katastrophale Geburtenrückgang macht es uns zur Pflicht, zur Erhaltung und Pflege der Kinder, die wir haben, alle Opfer zu bringen. Niemand darf sich ausschließen, denn niemand kann mit ruhigem Gewissen auf Urlaub gehen, solange er nicht seinen Beitrag für die Kinder geleistet hat, die nur mit Hilfe der Kultusgemeinde Erholung und Kräftigung finden können. Mehr als 4000 arme Kinder wurden im Jahre 1936 in den Erholungsheimen der Kidtusgemeinde verpflegt oder mit Hilfe von Beiträgen der Kultusgemeinde aufs Land geschickt. Heuer müssen es noch mehr sein. Die Gemeinde braucht viel Geld für die armen Kinder — gebt reichlich für die Aktion „Kinder aufs Land”! SPENDEN NIMMT DIE FÜRSORGEZENTRALE L, SEITEN STETTEN GASSE 2, ENT¬ GEGEN. Postscheckkonto B 29.659. Vorhaben zu stören. Aus Versehen wurde jedoch der jüdische Autobus angegriffen. Parteigänger von Nashashibi legten bei der Regierung energischen Protest ein, worauf starke Polizeipatrouillen zur Bewachung der Chaussee nach Transjordanien abgeordnet wurden. Tagung des Kleinen Aktions-Komitees J rusalem, 23. Juni (JTA.) Das Kleine Aktions-Komitee hat am 21. Juni in Jerusalem eine^ Sitzung abgehalten. Die Vertreter der Poale Misrachi waren beauftragt worden, für scharfe Resolutionen gegen eine Teilung des Landes und gegen jede Lösung, durch die .die jüdischen Rechte in Palästina gemindert werden würden, einzutreten. Es soll ferner verlangt werden, daß das Aktions-Komitee erkläre, die Zionistische Organisation werde keinerlei Abkommen über eine solche Lösung ratifizieren. Schon wieder der Numerus clausus Die Forderung, den Numerus clausus für den Ärzteberuf einzuführen, die Professor Dr. Eiseisberg kürzlich aufgestellt hat, hat in weiten jüdischen Kreisen eine gewisse Beunruhigung hervorgerufen. Der Vizepräsident der Vereinigung jüdischer Ärzte, Primarius Dt. Kurt Tschiassny, äußert sich zu diesem Thema wie folgt: „Der Hinweis Prof. Eisels'berg auf diie „vornehmlich aus Galizien und der Bukowina stammenden Optanten“ mag von einzelnen, die es betrifft, als schmerzliche Kränkung empfunden werden. Ist sich doch so mancher, der Gut und Blut für das gemeinsame Vaterland geopfert hatte, bemußt, nur von dem gleichen Recht Gebrauch gemacht zu haben, welches dem einstigen Südtiroler, Triestiner, Dalmatiner usw. die Möglichkeit offen ließ, sich dem österreichischen Vaterland anzuschließen. Was die jüdischen Ärzte anbelangt, so llst die gesetzliche Verankerung des Numerus cla/us-us ohnehin durchdie Tatsachen in manchem s c,hon üherh.o 11. Seit Jahren erfolgt fast grundsätzlich keine Anstellung von jüdischen Jungärzten in den öffentlichen. Spitälern, des Krankenanstaltfonids. Die Gesamtzahl der derzeit in diesen Krankenhäusern noch tätigen jüdischen Ärzte beträgt kämm ein Dutzend, und zwar solchen, diie in syistemisierten Stellungen sich befinden. Anmeldungen jüdischer Aspiranten werden abgelehnt.“ Wir wollen noch bemerken, daß die aus Galizien und der Bukowina stammenden Optanten, von denen Professor Eiselsborg spricht, amch zu einem sehr großen Prozentsatz Deutsche sind, die im Osten der Monarchie im militärischen und sanitären Dienst gestanden waren. Überhaupt sind die Optanten zu 90 Prozent Deutsche aus den Sudpten- ULndera, aus Krain und Südsteiermark .und Mts Bosnien gewogen, Auch Polizeichef Splcer nach England Jerusalem, 21. Juni. (Palcor.) Der Chef der palästinensischen Polizei, Roy S p i c e r, auf den, wie gemeldet, in Jerusalem ein Attentat verübt wurde, hat einen der ver» hafteten Araber als Täter erkannt. Spicer tritt morgen eine Urlaubsreise nach England an. Agitationslokale des „Nationalen Blocks" 1. Bez.: Bauernmarkt 8 U 27-6-10 2. Bez.: Praterstraße 13 R 42-4-07 Praterstraße 30 R 45-1-60 U, Rotensterng. 12 R 41-1-15 U Prater: Stuwerstraße 1 R 40-1-86 U Erlafstraße 5 Schüttei: Schüttelstr. 67 B 57-2-46 3. Bez.: Löwengasse 45 U 18-6-76 4. Bez.: Hauslabgasse 2 U 40-1-89 Z 5. Bez.: Terrassen-Cafö, Margaretenplatz 4 A 30-0-30 6. Bez.: Mariahilferstr. 45 B 25-7-41 7. Bez.: Hermanngasse 9 8/9. Bez.: Hörigasse 2 R 52-0-12 Universitätsstraße 8 (Neue Welt) A 20-2-78 10. Bez.: Herndlgasse 23 Pernerstorferstr.. 25 12. Bez.: Sechshauserstr. 52 (Mariensäle) 13. Bez.: Cafd Hietzingerhof, Hietz. Hauptsstr. 22 A 56-5-34 14. Bez.: Schanzstraße 32 15. Bez.: Herklotzgasse 21 16/17. Bez.: Frauengasse 9 18. Bez.: Weimarerstraße 7, Semperstraße 21 19. Bez.: Iglaseegasse 22 B16-1-50 20. Bez.: Jägerstraße 30 A 41-1-01 Treustraße 7 Zwischenbrücken: 2. 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