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Die Stimme · 1937-05-20 · Heft 644 (20.5.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 644 (20.5.1937)
Date
1937-05-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Wien, Donnorsta.g, 20. Mai 1937. — Nr. 044. Oll STIMMI 8elte 3 Der Pretest der Wiener Zionisten: „Wir erwarten energischen Kampf!" Der Zionistische Landesverband für Österreich und der Hechaluz Haklal Zioni haben folgendes Telegramm an das Einwanderungsdepartement der Jewish Agency in Jerusalem gerichtet: Die sogenannte Zertifikatzuteilung ist gleichbedeutend mit einer Verhöhnung des jüdischen Volkes und des Mandats. Wir erwarten energischen Kampf um gerechte große Schedule. Landesverband und Hechaluz Haklal Zioni. Wir kämpfen und arbeiten weiter... London, 18. Mai. (JJA.) Die Studiengruppe der palästinensischen Arbeiterschaft hat in London die Darlegungen der Vertreter der palästinensischen Arbeiterschaft vor der Kgl. Kommission in Buchform herauegegeben. In der Einleitung heißt es: Es ist möglich, daß die Kommission eine Erweiterung der engen Kanäle empfehlen wird, durch die der jüdischen Jugend bisher der Zuzug nach Palästina gestattet wurde, oder daß sie verlangen wird, sie noch mehr zu verengen. Wie immer aber die Empfehlung ausfallen wird: man darf nie vergessen, daß die zionistische Arbeiterbewegung schon vor dem Mandat bestanden hat und daß sie fortfahren wird, zu arbeiten, zu kämpfen und ihre Rechte auszuüben, ob nun der Bericht für ihre Bestrebungen günstig ausfallen wird oder nicht. Denn es ist der arbeitende, zu schöpferischem Leben zurüokkehrende Jude, der in dem Komplex, der in diesem Winkel der Welt wirkenden Kräfte der wichtigste und entscheidende Faktor ist.“ DIESES ZEICHEN bürgt für Qualität. An ihm erkennt man EISEN-Feinwurst- und Selchwaren die sich durch ihre Bekömmlichkeit und ihren Wohlgeschmack auszeichnen. Man schütze sich vor minderwertigen Erzeugnissen, denn der Gaumen läßt sidi nicht täuschen! Zionisten Polens an die Exekutive Warschau, 18. Mal. (JTA.) Das Zionistische Koordinierungs-Komitee, dem Vertreter aller zionistischer Parteien angehören, hat nach Referaten von Dr. K1 e i n b a u m und Dr. H e 11 m a n n über die Tagung des Aktionskomitees und die gegenwärtige Lage in Palästina eine längere Debatte über die neue Schedule geführt. Es wurde einstimmig beschlossen, im Namen der gesamten Zionistischen Organisation Polens die Exekutive der Jewish Agency telegraphisch aufzufordern, die von der Regierung bewilligte niedrige Zahl von Zertifikaten nicht anzunehmen. Ferien in Champery - Valais 1050 m (Schweiz) JUNI BIS SEPTEMBER Sport, Unterricht Töchterpensionat Bloch Chalet Sevigne, Champery Liga für das arbeitende Palästina gegen jede Konzession Warschau, 18. Mai. (JTA.) Das Zentralkomitee der Liga für das arbeitende Palästina hat beschlossen, den Waad Hapoel der Histadruth energisch aufzufordern, die neue Schedule abzulehnen. Gs wird die gesamte Bewegung zum Protest und Kampf gegen die Absicht einer Schmälerung der jüdischen Rechte und gegen Konzessionen an die arabischen Politiker auf Kosten der brennenden Lebensinteressen der zionistischen und chaluzischen Bewegung aufgerufen. In den in den nächsten Tagen stattflndenden Schekelversammlungen sollen entsprechen^ Protestresolutionen gefaßt werden. Oie scharf-scharfe Klinge, die den wildesten Bart in einem Schwung umlegt, ist SWING Agudah bei Waudtope Jerusalem, 17. Mai. Die Agudath Israel hateine Erklärung veröffentlicht, in der gegen die geringe Einwanderungs-Schedule protestiert wird. Eine Abordnung der Agudah hat beim High Commissioner vorgesprochen, um mündlichen Protest gegen die Schedule einzulegen. „Ein Hohn auf unsere Lage!>f Berlin, 18. Mai. (JTA.) Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat an die Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem das folgende Telegramm gerichtet: „Die Juden Deutschlands empfinden die bewilligte Anzahl von Zertifikaten als einen Hohu auf ihre Lage und den allenthalben bestehenden Drang nach Erez Israel. Die’ Zionistische Vereinigung für Deutschland vertraut der Exekutive in ihrem unermüdlichen Kampfe um unsere verbrieften Rechte und uim Vergrößerung der Schedule.“ Tagung des Weltverbandes in Palästina Anläßlich der Anwesenheit des Doktor Scihwarzbart und Dr. S t tf’jß p in Palästina fanden einige Sitzungen des Irgun der Allgemeinen Zionisten statt. Es wurde ein genauer Bericht über die gegenwärtige Lage des Irgun, über die schweren Bedingungen, unter denen der Irgun seinen Weg in Palästina geht, erstattet. Der Irgun bemüht sich, die Rechte seiner Mitglieder zu schützen. Die Leibung des Irgun betonte, daß die Tätigkeit in der Galuth zugunsten des palästinensischen Allgemeinen Zionistischen Bewegung in der Dr. Schwarabart und Dr. Stupp unterstrichen den besondern Enthusiasmus der Allgemein-Zionistischen Bewegung in der Galuth für die erfolgreiche Tätigkeit des Irgun der Allgemeinen Zionisten in Palästina. DieAllgomoine Zionistische Bewegung sieht im Irgun die Quelle der Erstarkung des Allgemeinen Zionismus und der Verwurzelung seiner Idee im Jischuw. Die Gäste versprachen, daß der Weitveriband der Allgemeinen Zionisten mit allen Kräften den Irgun unterstützen werde. Dr. Schwarabart, Dr Rottenstreich und Dr. Stiupp besuchten die Kibbuzim in Petach- T&kwah und Gedera. Der Irgun zählt heute 2500 Mitglieder, davon über 300 in Reohoboth allein. In Gliedern besuchte Dr. Schwarabart den Kibbuz des Akiba. Bei seiner Rückkehr besuchte er die wichtigsten Kolonien, den Kibbuz des Hanoar Haaioni in Kfar Atah und den Kibbuz Winai in Kwar Usoliah. Die vereinigten Zentralen des Weltverbandes hielten naah der Sitzung des Aktionskomitees eine Besprechung ab, in der die Richtlinien für den Kongreß beschlossen wurden. Weiters wurde eine Kommission gewählt, die die Aufgabe bat, die beiden Gruppen des Akiba zu vereinigen. WIZO, des Makkabi und einem Vertreter der Judenstaatspartei begrüßt. Das Ortskomitee des K. K. L. überreichte dem Gast ein Diplom des K. K. L. In Sofia hielt Dr. Schwarabart eine Reihe von Besprechungen ab und schloß seine Anwesenheit mit einem Vortrag über die gegenwärtige politische Situation Ln der zionistischen Bewegung. Dr. Schwarabart benützte die Gelegenheit, um verschiedene soziale, kulturelle und politische Institutionen zu besuchen. Seine Anwesenheit in Sofia gestaltete sich au einer imposanten Manifestation für den Weltverband Allgemeiner Zionisten. In Budapest hielt Dr. Schwarabart Besprechungen mit der Zentrale des Landesverbandes sowie mit der Leitung der allgemein-zionistischen Gruppe ab. Sein Besuch wird viel zur Belebung und zur Förderung der zionistischen Organisation Ungarns beitragen. In Wien hatte Dr. Schwarabart Gelegenheit, mit den führenden Mitgliedern des Landesverbandes Kongreßprobieme zu besprechen und vor den Vertrauensmännern im Lokale des Rings der A. H.-Verbände zu referieren. Die Besprechungen in Wien ergaben eine vollständige Harmonie mit den politischen und taktischen Ansichten der Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten und bilden einen guten Auftakt zur Kongreßwahlagitation. iiiiiimniimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiMiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii» Ein Anachronismus Als der Jischuw in Palästina noch unbedeutend war, konnten auf Grund der Kongreßwalilbestimmungen in Palästina naturgemäß nur wenige Delegierte zum Kongreß entsendet werden. Der Jischuw fühlte sich dadurch benachteiligt. Die Kongreßdelegierten sahen ein, daß es notwendig sei, dem Jischuw die Möglichkeit zu geben, beim Kongreß stärker vertreten zu sein. So wurde schließlich vor vielen Jahren ein Kongreßbeschluß gefaßt, wonach zur Erlangung eines Mandates zum Kongreß in Palästina nur halb soviel Stimmen notwendig sind ajs in der Galuth. Damals war dieser Beschluß richtig. Heute aber, wo der Jischuw offiziell 340.000 Seelen, in Wirklichkeit aber mehr zählt und wo außerdem die Zahl der Zionisten in Palästina im Verhältnis zu den Nichtzionisten größer ist als in irgend einem anderen Land, liegt kein vernünftiger Grund vor, Palästina bei den Wahlen zum Kongreß noch länger zu bevorzugen. Vernünftigerweise müßte die Bevorzugung Palästinas bei der Kongreßwahl sofort aufgehoben, zumindest aber schrittweise abgebaut werden. Trotz allen Bemühungen ist es aber bisher nicht möglich gewesen, das durchzusetzen. Alle diesbezüglichen Bemühungen des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten sind bisher ergebnislos geblieben. Der Hauptwiderstand liegt bei der Arbeiterpartei, die in Palästina ihre stärkste Position hat. Das ist ein Beispiel mehr für eine Demokratie mit doppeltem Boden. Beim kommenden Kongreß müssen von den gerecht denkenden Delegierten, ohne Ansehung ihrer Parteistellung alle Anstrengungen gemacht werden, um die heute ungerechte und sinnwidrige Bevorzugung Palästinas bei der Kongreßwahl aufzuheben. Sache der Zionisten ln der Galuth ist es aber, durch energische Schekelagitation und starke Wahlbeteiligung dafür zu sorgen, daß die Galuth beim Kongreß ihrer Bedeutung entsprechend vertreten ist, um Ihre gerechten Forderungen durchzusetzen. In kaum zwei Wochen geht die Schekelagitation zu Ende. Nützt die Zeit! Erwerbt und verhaltet den Schekel! Billige jüdische Bücher in ungebrauchtem Zustande zu tief herabgesetzten Preisen! Aron, Isak: Denkwilnliffkciton 1730—1817. Horansgcgcben von Z. Holm. Leinen (S 12.—) ....... S 4.20 Balla, Ignaz: Dio Rothschilds. Illustriert. Broschiert . . S 2.10 Leinen .S 3.15 Budde. Karl: Geschichte der althebräisehen Literatur. Apokryphen und I’seudepigraphen von A. Bert,holet. Leinen S 6.80 Cohen, Hermann: Der Begriff der Religion im System der Philosophie. Broschiert .S 1.80 Deussen, Paul: Die Philosophie der Bibel. Broschiert . , S 2.10 Gebunden .. . . S 3.15 Geiger, Ludwig: Abraham Geiger. Leben und Lebenswerk. Mit einem Bildnis und Beitrügen von Blbogen, Irom. Löw, S. Posnanski, F. Perles, M. Stern, H. Vogelstein usw. 605) Seiten. Broschiert ..S 10.50 Huch, Ricarda: Der Sinn der Heiligen Schrift. (Insel-Verlag.) Broschiert ... ... S 1.50 Gebunden.S 3.15 Der Jude. Eine Monatsschrift, herausgegeben von Martin Buber. Probeband .S 1.— EinzeLheUe der Jahrgänge I bis VII (soweit vorrätig) ä.* S —.30 Leroy-Beaulleu, A.: Die Juden und der Antisemitismus. Israel unter den Nationen. Autorisierte Übersetzung, Broschiert, vergriffen! . S 5.25 Diese und alle übrigen Judaioa nur bei R. Löwit (Dr. Max Präger) Wien, I., Wollzeile 6-8 Tel. R 25-4 53 Wieder Exzesse von Betarim Tartu, 18. Mai. (JTA.) Der Direktor des Keren Hajessod in Jerusalem, Leib J a f f e, hätte in Tartu (der Universitätsstadt Estlands) einen Vortrag halten sollen. Ais er zu sprechen anfing, entfalteten anwesende Mitglieder des Brit Trumpeldor Plakate mit Aufschriften „Gebt dem Betar Zertifikate!“ Als versucht wurde, einen demonstrierenden Betar aus dem Saale zu entfernen, entstand ein solcher Tumult, daß sich die Polizei genötigt sah, die Versammlung zu schließen. Die Polizei untersucht den Tatbestand. Streng rituell Villenpension Kreuzberg Breitenstein am Semmering (1050), Tel. Nr. 11 bereits geöffnet. Leitung: Frau Lola Schiff Prospekte auf Wunsch Das Arbeitsabkommen der Revisionisten mit der Histadruth Jerusalem, 17. Mai. Der zwischen der Histadruth und der revisionistischen Arbeiterorganisation von Tel-Aviv abgeschlossene Vertrag ist das Ergebnis einer Reihe von Besprechungen, die auf Anregung von Pinhas Rutenberg im April in Haifa begonnen wurden. Das Abkommen hat Gültigkeit für ein Jahr und bezieht sich vorläufig nur auf städtische öffentliche und Bauarbeiten. Es besteht die Absicht, auch andere Arbeiterorganisationen zu dem zu schaffenden gemeinsamen Arbeitsamt in Tel-Aviv heranzuziehen, sowie weitere Arbeitsämter in Jerusalem und Haifa auf Grundlage eines binnen vier Wochen festzusetzenden Schlüssels zu schaffen. „Dawar“ erklärt, daß das Abkommen den Zweck habe, den Arbeitskonflikten in Palästina ein Ende zu bereiten. Die politischen Gegensätze zwischen der Arbeiterpartei und den Revisionisten würden fortbestehen, ohne aber auf das Gebiet der Arbeitsbeziehungen herüberzugreifen. Es sei zu hoffen, daß auch andere Organisationen, die der Histadruth nicht angeschlossen sind, dem Abkommen beitreten werden. In dieser schweren Zeit des antisemitischen Generalangriffs gegen das jüdische Volk bringt der Zionismus allein Trost und Hoffnung. Die Schwierigkeiten, die wir jetzt in Palästina haben, sind natürliche Schwierigkeiten des Aufbauwerkes und nicht Schwierigkeiten der zionistischen Idee. Unser Mut und unsere Hoffnung ist ungebrochen. Das müssen wir gerade in diesen Tagen, in denen wir zum 20. Zionistenkongreß rüsten, beweisen. Jeder Jude muß den Schekel erwerben. Jeder Judo muß zur Urne gehen. Wer nicht bis Ende Mai den Schekel erworben hat, verliert das Wahlrecht. Erwerbet und verbreitet den Schekel! Agitationsreisen Dr. Schwarzbarts Der Vorsitzende der Europazentrale des Welfcverbandos der Allgemeinen Zionisten, Dr. Ignaz S o h w a r z b a r t, hat auf der Rückreise aus Palästina die Landeegruppen dos Verbandas in Bulgarien, Ungarn und Österreich besucht. Er wurde in P1 o v d i v bandes, mit Dr. Albert Romano an der Spitze, begrüßt. Am Bahnhof von Sofia wurde er vom Präsidium der Landeegruppc der Allgemeinen Zionisten, von Dr. Nißsim Lewy, sowie von den Delegationen sämtlicher zionistischen Institutionen, vom Prä- (Sitz des Zion. Landesverbandes) am Bahnhof i siidium des Konsistoriums des Gomeinde- Jtooa Präsidium des Zionistischen Lamdesver-1 bundes in Bulgarien, vom Präsidium der Ausflug nach Eisenstadt Nach der glänzend verlaufenen Reise nach Nikolsburg veranstaltet die „Stimme“ im Einvernehmen mit dem Kulturreferat des Zionistischen Landesverbandes für Österreich Sonntag, den 23. Mal, eine Autobusreise nach Eisenstadt. Vormittags gelangen in Eisenstadt zur Besichtigung: Das berühmte Ghetto, der alte Friedhof und das Wolfsche Museum. Am Nachmittag findet ein Ausflug zum Neusiedler See statt. Um 5 Uhr Gardenparty im Jagdschloß Gloriette. Konzert einer berühmten Zigeunerkapelle. Anmeldungen im Büro des Zionistischen Landeskomitees, Wien, I., Marc-Aurel- Straße 5, Tel. U 22-2-11. Letzte Anmeldung bis Donnerstag abends. Abfahrt Sonntag, 23. Mai, pünktlich um 8 Uhr, Marc-Aurel-Straße 5. Ohne Wartezeit!

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