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Die Stimme · 1936-12-01 · Heft 601 (1.12.1936) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 601 (1.12.1936)
Date
1936-12-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 601. — Wien, Dienstag, 1. Dezember 1036. Dfi stimmi Soft« 5 M. A. Wiesen: Neues hebräisch-deutsches Wörterbuch Benjamln-Harz-Verlag, Wien-Jerusalem, 1936, 370 Seiten. Der hervorragende hebräische Dramatiker, dem wir die gründlichste Abhandlung über die hebräische Sprache („Torath halaachan“) verdanken, beschenkto unser Schriftum mit einem neuen Wörterbuch, in welchem besonders auf die Richtigkeit der Aussprache und der Vokalisation Bedacht genommen wurde. Obwohl das vor etwa einem Jahrzehnt von M. D. Groß heransgegebone und im Harz-Verlag soeben in neuer Auflago erschienene hebräisch deutsche Wörterbuch noch heute als ein ausgezeichnetes Ililfswork herangezogen werden darf, bedeutet Prof. Wiesens Publikation eine Bereicherung des Gebietes, weil der Bearbeiter auch die in den letzten Jahren vom offiziellen Spraehinstitut („Waad halaschan“) geschaffenen Neubildungen in einer besonderen Abteilung untergebracht hat. Durch die Beigabe einer Zusammenstellung der meistgebrauebten Kürzungen zeichnet eich Wiesens Wörterbuch besonders aus. Chajlm Bloch. Karten für die Große Makkabäer'eier im Großen Konzerthaussaa am 8. Dez I. J. sind bei folgenden Stellen erhältlich: 1. Zionistischer Landesverband und Zion. Bezirkssektiou Innere Stadt, I., Marc Aurelstraße 5, U 22-2-11. 2. Zionistische Bezirk <soktion II., Prater- ■ Straße 13, R 42-4*07. 3. Zionistische Bezirkssektion Prater, II., Stuwerstraße 1, R 40-1-86 L. 4. Zionistische Bezirkssektion Landstraße, Wiener Ring Caf6, I., Stubenring 18; Anfragen: S. Gaspard, B 23-7-32. 5. Zionistische Bezirkssektion IV/V, Hauslabgasse 2; Anfragen: Zach. Schreier, U 28-1*06. 6. Zionistische Bezirkssektion VI/VH, Loquaiplatz 11, B 25-1-84 Z. 7. Zionistische Bezirkssektion VIII/IX, Währingerstraße 6—8, R 52-0-12. 8. Zionistische Bezirkssektion X., Perncrstorferstraße 25; Auskunft: Erich Jelliuek, A 30-1-17. 9. Zionistische Bezirkssektion XII., Caf6 Mariensäle, Auskunft: Dr. Richard Pokorny, R 26-0-12. 10. Zionistische Bezirkssektion XIII., CaM Hietzingerhof; Auskunft: Eugen Prager, I., Opernring 13, R 22 0-31. II. Zionistische Bezirkssektion XIV/XV, Herklotzgasse 21; Anfragen: Dr. Karl Jellinek, R 354-08. 12. Zionistische Bezirkssektion XVI/XVII, Frauengasse 9; Auskunft: Heinrich Löwy, A 29-8-68. 13 Zionistische Bezirkssektion XVIII., Weimarerstraße 7; Auskunft: A. Alexandrowitz, U 21-3-08. 14. Zionistische Bezirkssektion XIX.; Auskunft: Prof. Dr. W. Stein, A 18-6-66. 15. Zionistische Bezirkssektion XX., Jägerstraße 30. 16. Zionistische Bezirkssektion Zwischenbrücken, XX., Universumstraße 62. 17. WIZO, L, Schottenring 25, A 11-6-26. 18. Ring der Altherrenverbände, I., Kohlmarkt 8, U 28-4-37. 19. J. K. J., I-, Goldschmiedgasse 9. 20. Jüdische Kulturstelle, I., Kai 3, R 28-2-Se. 21. Bücherstube Rath, II., Taborstraßo 20 a, R 45-8-05. 22. Papiergeschäft N. Drimmer, I., Schottenring 33, A 12-7-78. 23. Bücherstube Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, B 25-6-75. 24. Bücherstube Löwit, I., Wollzeile 6, R 21-4-25. 25. Eugen Prager, I., Opernring 13, R 22-0-31. Privater Sdiülerhort CENTRAL Taborstraße 8 B Tel. U14-908 Die Generalversammlung der Wizo II, Unter dem Vorsitz von Frau Josefine Mod- Ungar hat am 17. d, M. die Gemralversammlung der WIZO ll stattgefunden. Nach den Referaten der Kommissarinnen, die über durchwegs befriedigende Ergebnisse ihrer Arbeit berichten konnten, wurden die Wahlen vorgenommen. Einstimmig —irden Frau Modlinger zur Leiterin der Grmpe und die Damen des Ausschusses wiedergewählt. Den Abschluß bildete der Bericht der Präsidentin Frau Sofie Löwenherz Uber den letzten WIZO-CotmcU in Zürich, Schon letzt Beginn der Vorbereitungskurse zur Aulnahmsprilfung Klavierunterricht MeisterschQler Prof. Schmidts ÄtIM ■JÜÄI mm mm mmmm JUtfo lütodee, Diesen Sonntag wurden fertige Arbeiten abgegeben, und noch etliche Spenden. Wir beschäftigten uns aber ausschließlich mit der Zusammenstellung des Prgoramms für unsere Chanukkah-Feier der „Kinder-Stlmme“, die einen sehr lustigen Verlauf zu nehmen verspricht. Näheres über unsere Chanukkah- Veranstaltung in der Freitag-Nummer. —■ Unsere Arbeit für Mifal Bizarron geht weiter. \SlSs Chanukkah-Voibeieitungen Wißt ihr auch alle, daß am 24. Kislew (Dienstag, d. 8. Dezember) der Vorabend des Chanukkahfestes ist? Habt ihr schon überlegt, wem ihr zum Feste eine Freude — ein Geschenk machen wollt? Und was ihr euch wünscht? Nun, wem fallen da gleich hundert Wünsche zugleich ein, für sich und seine Lieben? Oft ist’s aber so, daß gerade wenn man sich etwas wünschen soll, einem nichts einfällt — und gar ein Geschenk! Dies ist doch unnütz und jenes fällt mir zu schwer... Nun, gerade die Sachen, die nicht nützlich sind, machen häufig die meiste Freude. Da will ich euch mm raten, wie man sowas macht. Wer von euch aber etwas besonders Schönes zu schenken versteht, der soll es mir auch mitteilen, daß wir uns auch mit ihm freuen und von ihm lernen können. Zuerst: Wie mache ich eine Menorah? Nicht in jedem Hause ist eine gegossene oder geschnitzte Menorah. Da formte ich einmal eine aus Ton. (1 bis 2 kg Ton genügen, 1 kg kostet S —.63.), Ich knetete ein stehendes Dreieck, und aus der'Basis des Dreiecks, direkt mit ihm verbunden — keine Hohlräume, auch noch so kleine, darf man beim Formen lassen, darinnen bleibt Luft, die sprengt dann beim Trocknen die Form —, ein nicht sehr breites Rechteck, das sehr genau und symmetrisch ausfallen mußte. Aus dem Dreieck nahm ich allen Ton heraus, daß nur die Schenkelbalken blieben. Diese formte ich zu stacheligen Ranken und verband diese wiederum mit einigen wenigen Ranken, damit sic Halt gewinnen könnten. Es sah aus, ale wären sie so gewachsen. In das liegende Rechteck waren acht Mulden und eine neunte in der Mitte, die wenig herausragte, ganz gleich groß zu formen, was nicht ganz leicht ist. Da mußte ich Geduld haben. Aber dann war die Menorah auch wunderschön. In jede Mulde — man kann sie eiförmig’, rechteckig oder rund machen und sie noch verzieren — steckte ich dann dio kleinen Kerzen. Ihr könnt natürlich aijph einen großen oder einige kleine Magen-Davids als Hintergrund bilden. Oder sonst ein Ornament. Die Tou-Menorah muß auf einem Brett gemacht werden, erst bis sie ganz trocken ist, darf man sie herunternehnien, sonst verbiegt oder zerbricht man sie. Unter das Brett und auf den Fußboden breitet man Papier, damit Tonkrümch en nicht vertreten werden. Und nun Geschenke, praktische und liebe: Eine Stoffbörse, in der die Muttor Schlüssel oder wichtige Kleinigkeiten extra verwahren kann. Ein Riechkissen — du nimmst ein kleines Stück Seide oder sonst was Zartes, Helles, schneiderst draus ein Säckchen oder ein Herzchen, stickst darauf ihren Namen oder „loh liebe dich“ oder ein Scherzwort, dann füllet du es mit Lavendel (jetat mit Tannennadeln) und jedesmal, wenn Mutter den Wäscheschrank aufmacht, duftet ihr das Säckchen entgegen und erinnert sie an deine Liebe. DanD für die Geschwister: Da gibt’s Puppen, Puppenkleider, Häuschen zu machen, einen Hühnorhof aussobneiden und aufkleben, daß alles stehen kann, Tintenwischer und Deckel für die Mitschüler, bunto Papierkörbchen und Bildchen. Auch ein Dichterwort oder ein Spruch, den wir lieben, kann, schön geschrieben und eingerahmt, Freude machen. Nur mußt du eben wissen, welches Wort — wem Freude macht. Dann weiß ich noch lustige Chanukkah- Überrasohungeii, die nicht viel Arbeit kosten — aber die kann ich in der „Kinder- Stimme“ nicht verraten, sonst machen alle dasselbe! Die sage leih nur jedem allein ins Ohr, wer es wissen will, in meiner Sprechstunde: Jeden Mittwoch von 5 bis 6 Uhr nachmittags ln der Redaktion der „Stimme«, I., Marc-Aurel-Str. 5. Und was wünscht i h r euch denn? Ein Buch, ein Spiel, ein Vergnügen? Und wenn ihr nun beim Wünschen seid, überlegt recht, daß ihr nur gute und wertvolle Sachen wünscht, die euch immer wieder Freude machen! Und wenn ihr euch Gesellschaftsspiele oder Bücher wünscht, wählt jüdische an erster und nicht a.n letzter Stelle! Der Keren Kajemeth führt herrliche Spiele und Bücher, die schön ausgestattet und illustriert sind, ebenso die jüdischen Buchhandlungen. Gerne will ich euch die Titel solch schöner Bücher und Spiele angeben, ihr müßt mir nur mitteilen, was euch am meisten interessiert und wie alt ihr seid. Dodah Lilli. Die Richterin Deborah unter der Dattelpalme Von Theodor Herzl. (Rückübersetzt von L. Grttnwald.) Der verlorene Sohn 2. Fortsetzung! In jenen Tagen widerfuhr dem Königshause ein Unglück: Amitaj, der _ einzige, noch ganz junge Sohn des Königs verschwand ganz plötzlich! Es gab keinen Ort, wo man den jungen Fürßtensohn nicht suchte — vergeblich! Das Königskind war und blieb verschwunden. Ein Gerücht aber ging im Volke um, daß es von Übeltätern gestohlen und in einen tiefen Brunnen gesteckt worden wäre. Und wirklich — nach etlichen Monaten wurde aus dem Fluß, der beim Garten des königlichen Lustschlosses vorbeifloß, die Leiche eine« Kindes herausgezogen, die schon ganz unkenntlich geworden war. Nur an den Resten der Kleider erkannte man, daß es Amitaj, der Königssohn, war. Und der alte König trauerte um seinen Sohn und wollte sich nicht trösten lassen. Der Kummer tun sein Kind verstörte sein Herz so sehr, daß er sich nicht mehr um die Geschäfte des Regierens kümmern konnte, und so setzte er seinen Bruder in sein Amt ein. Und nicht lange dauerte es, da starb der gute König1 vor Unglück und Kränkung. Sein Bruder trug nun die Königskrone voll Pracht und Herrlichkeit; das Volk aber war nicht, glücklich bei diesem Tausch. So sehr sie .den alten König geliebt hatten, so sehr fürchteten sio den neuen. Und eine üble Nachrede ging um: daß durch ihn das Unheil über das Haus seines Bruders gekommen sei. Doch wer sein Leben liebte, sprach dies nicht aus. * Jahre waren dahingegangen und Deborah war nun ein großes Mädchen geworden — groß und sehr klug. Indem sie ständig die Streitigkeiten, die vor ihren Vater gebracht wurden und seine weisen Urteile mitanhörte, wußte sie um all das, was sie in ihren Herzen verbargen, ihre großen Bosheiten und ihre kleinen Listen. So ward sie wofee noch jung an Jahren, und als ihr Vater starb, wählten sie die Lento des Dorfes an seiner Statt zum Richter. Bald verbreitete sich im ganzen Lande die Kunde, daß in jenem Dorf an beeile des alten Richtens ein j junges, blindes Mädchen richte; und über ihre Urteile wurde gesagt, daß <de noch viel weiser wären a,ls die Urteile ihres Vaters. Da strömten von allen Enden und Ecken lie Menschen zu ihr zum Gericht, und wenn sie heimkehrten, vermehrten sie noch ihr Lob. Aber trotz aller Ehren wurde Deborahs Herz nicht, von Hochmut erfüllt;' immer tiefer forschte sie, die Wahrheit zu entltillen, zu entdecken und ans Tageslicht zu bringen. * Große Unruhen erhobeu sich im Lande: ein Gerücht ging von Mund zu Mund, der Fürstensohn Amitaj sei nicht gestorben, sondern von schlechten Menschen beiseite* geräumt worden. Und sobald er volle zwanzig Jahre alt sei, werde er in den Toren der Hauptstadt erscheinen und seinen Platz auf deim Königsthron einn’ehmen. Und ein neues Lied verbreitete sich im Volke, da« „Lied Amitais“. Einfach waren die Worte dieses Liedes, aber mit wunderbarer Zuversicht wurde es gesungen. Amitai ist nicht gestorben, Nicht ertrunken, nicht verdorben; Mit dir steigt, o Königssohn, Recht und Wahrheit auf den Thron. Dieses Lied sang man auf Straßen, Märkten und Plätzen, und auch bis zu dem Palast des Königs drang es. Der König hörte die Worte des Liedes — und wurde zornig. Einen strengen Befehl erließ er alsbald. Das Lied sollte nicht mehr gehört werden, soweit die Grenzen seines Reiches liefen. Doch von nun an — gab es kein Haus, in welchem es nicht von klein und groß gesungen wurde — aber ganz leise. (Fortsetzungfolgt.) Rätselecke Das große Preisrätsel; Dies ist das elfte Bild des großen Preisrätsels. Schreibt darunter den Namen der Person, die dargestellt ist, und zwar links mit deutschen, rechts mit hebräischen Lettern, und sendet dann alle 15 an die „Kinder-Stimnis“, I., Marc-Aurel-Straße 5. In jeder weiteren Nummer der „Kinder-Stimme“ erscheint ein weiteres Bild. Wer die richtigen Lösungen von allen (15) Bildern ein;- schickt, kann einen schönen Preis gewinnen; 1. Preis: Ein Photoapparat. 2. Preis: Ein Buch. 3. Preis: Schallplatte mit dem Emek-Lied. 4. Preis; Ein Quartett-Spiel: Große Männer des jüdischen Volkes. Und noch viele Trostpreise. mm Welcher Richter i®t es, der einen König salbte? »I Auflösung des biblischen Rätsels aus der vorigen Nummer: Elias, Könige, I. 17/6. Auflösung des Verwandlungsrätsels: Adam, Adar, Ader, Add, Abel.

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