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Die Stimme · 1936-10-30 · Heft 592 (30.10.1936) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 592 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite s Oft ItlMMI Nr. 592 — Wien, Freitag, 80. Oktober 1806 frledländet « Oeotscti «ien XL Zentralfriedhot. netten dem uitenstettengasse to l . Tor üamstag geschlossen Der „Jüdiscli'kultiirelle Elternbund“, Wien, I., Seitenstettengasse 2, als Herausgeber der Zeitscbrift „Jüdische Jugend« erklärt, mit der zu den Kultuswahlen angemeldeten Liste „Jüdische Jugend« (Listenführer: Malkiel Grünwald) in keinem wie immer gearteten Zusammenhang zu stehen. Im deutschen Kerker Gedenkfeiern für Avigdor Baumlnger Zu einer würdigen und sehr eindrucksvollen Feier gestaltete sich die Trauerkundgebung des Misrachi-Landesverbandes, welche am 25. d. M. anläßlich des Ablebens des früheren Kultusvorstehers und Vizepräsidenten de« Misrachi, Herrn Avigdor Bauminger, im Verbandsheim des Misrachi, Wien, H., Praterstraße 60, stattgefunden hat. Mehrere hundert Personen ehrten das Andenken des treuen Gesinnungsgenossen auf diese Weise, darunter die Delegationen der Tempelvereine und Vertreter der religiösen Verbände, ferner die zahlreichen Freunde, welche sich zum engsten Kreis des Dahingeschiedenen gezählt hatten. Der Präsident des Misrachi-Landesverbandes Rabbiner S. Friedmann eröffnete die Feier mit Worten des Gedenkens. Er gedachte der fallenen Brüder im beilgen Lande, Helden, die ihr Leben auf dem Felde der Ehre gelassen: in- Erez-Israel, der Stätte unserer Sehnsucht, unserer Rettung und Zukunft. Mit warmen Worten gedachte er dann des treuen Kämpfers Avigdor Bauminger, der zu einem Begriff unter seinen Freunden und Mitmenschen geworden, dessen Streben und mustergültiges Leben ein hohes Ideal bedeutete: Der Aufbau der jüdischen Heimat im Geiste der Thora und der heiligen Gesetze. Kultußvorsteher Dr. M. Rosenberg würdigte in seiner Rede die Verdienste, welche sich der Verewigte und sein Vorgänger in der Kultusstube um die gesamte gesetzestreue Judenheit erworben hatte. Gerade in diesen Tagen, führte der Redner aus, wo eine Entscheidung über die Zusammensetzung des neuen Kultusvorstandes fallen soU, wird die gesetzestreue Judenheit Wiens dafür Sorge tragen müssen, daß das Erbe Avigdor Baumingere erhalten bleibe und zum imvergänglichen Angedenken seines Namens werde. Herr Rabbiner M. Z i c k e r schilderte die ideale Persönlichkeit des Verstorbenen. Seine Idee: Leben und Lehre miteinander in Einklang, zu bringen, müsse als das Vermächtnis Avigdor Baumingers angesehen werden. Den Abschluß der Feier bildete das El Male Rachmim-Gebet, vcrgetragen von der meisterhaften Gesangskunst des Herrn Oberkantors G. Margulies. Sonntag, den 1. November, präzise 19.30 Uhr, findet im Verein Ahavath-Aohim, VT., Millergasse 43, eine große Trauerandacht für Avigdor Bauminger, gewesener Kulfcusrat der Iraelitischen Koltusgemeinde Wien, und Vizepräsident der Misrachi-Wien, statt. Gedenkreden halten Rabbiner M. Zikier und Kulfcusvoreteber Dr. Mendel Rosenberg. Ehrt durch zahlreiches Erscheinen dae Andenken des verdienstvollen Gesinnungsgenossen. Hebräisehkurse der Sektion VIII/IX Die Kurse haben unter bewährter Leitung begonnen und finden statt für Anfänger Dienstag und Donnerstag von halb 8 bis halb 9 Uhr, für Vorgeschrittene Montag und Mittwoch von halb 8 bis halb 10 Uhr. Anmeldungen täglich, außer Freitag, von 7 bis 9 Uhr abends im Sektionsheim, IX., Währingerstraße 6—8 (Eingang Hörigasse 2), Telephon R 52-0-12. Berlin, 26. Oktober. (JTA.). Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) hat am 24. Oktober eine Verfügung erlassen, der gemäß in ganz Deutschland jüdische Versammlungen, Vorlesungen und sonstige öffentliche Zusammenkünfte „bis auf weiteres« verboten sind; Versammlungen, die für die laufende Woche angesetzt waren, mußten abgesagt werden. Dies bedeutet, daß die deutsche Judenheit „bis auf weiteres«, das heißt, für unbegrenzte Zeit, mundtot gemacht wird. Unter das Verbot fallen auch alle zionistischen Versammlungen und Zusammenkünfte. Am gleichen Tage erließ die Gestapo eine Verfügung, wonach ee einzelnen Juden und jüdischen Organisationen verboten sei, einen direkten Kontakt mit- Gestapo-Ämtern oder einzelnen Beamten zu unterhalten; weder ein Jude privat, noch ein Vertreter einer jüdischen Organisation darf in einem Gestapo-Amt erscheinen, um im Interesse eines Verhafteten vorzusprechen oder Informationen über sein Schicksal einzuholen. Auch jüdischen Anwälten ist eine persönliche Voreprache untersagt; falls sie etwas über das Schicksal verhafteter Klienten erfahren wollen, wird ihnen anheimgeetellt, an die Geetapo zu schreiben; diese werde je nach Gutdünken antworten oder auch nicht Diese bedeutet, daß im Falle der Verhaftung eines Juden dessen Angehörige auf lange Zeit hinaus der Hoffnung beraubt sind, etwas über eemen Aufenthalt und sein Schicksal zu erfahren. Darüber hinaus hat diese Verfügung die Befürchtung' aufkommen lassen, daß eine neue Welle der Verhaftungen von Juden in Deutschland bevorsteht. Viele andere Zeichen deuten darauf hin, daß der schon seit dem letzten Nürnberger Parteitag bestandene verschärfte antijüdische Kurs noch weiter verschärft wird. Unter den Juden in Deutschland ist die Stimmung eine überaus gedrückte. Während im ganzen Reich jüdische Versammlungen verboten wurden, wurden allein in der Stadt Leipzig für die laufende Woche 60 große Versammlungen mit antijüdischem Programm angesetzt. Ähnliche große Versammlungsserien finden jetzt überall im Reiche statt. Die Hungerpeifsche Hiobsbotschaften treffen aus verschiedenen Teilen der deutschen Provinz ein. In Glowitz, Pommern, wird von den Ämtern streng darauf geachtet, daß an Jud Milch, Fleisch, Butter, Eier und alle .sonstigen Lebensmittel niebtverkauft werden. In Schönlanke.. Westpreußen werden die noch verbliebenen jüdischen Einwohner, scharf verfolgt mit der offenbaren Absicht, auch sie zum Fortziehen zu veranlassen. In den letzten Tagen wurden sieben jüdische Einwohner in den Straßen überfallen und schwer verprügelt. Ein scharfer Terror herrscht besonders im Kreise Güdingen in der Gegend von Worms, wo man es darauf.abgesehen hat, daß sämtliche jüdischen Geschäfte in arischen Besitz übergehen. Immer furchtbarer gestaltet sich das Schicksal der jüdischen Gefangenen in den Konzentrationslagern. In Dachau gibt es Juden, die seit 1933 in den Kohlenbunkern untergebracht sind. Diejenigen, die bis jetzt am Leben geblieben, sind zu Skeletten abgemagert. Sn Lager Sachsenburg befinden sich znblreiohe Juden, die wegen „Rassenschande“ festgenommen wurden, bevor' noch die Nürnberger Gesetze in Geltung waren. Da man ihnen den Prozeß nicht machen; kann, werden sie eben im Lager behalten und furchtbar behandelt. Interventionen beim sächsischen Statthalter Mutschmann haben nie Erfolg; seine stereotype Antwort lautet: „Kommt bei m ir nich t in Frage!“ Bezeichnend für den neueft Kurs ist es, daß der Stellvertreter des Reichskanzlers, Rudolf Heß, ganz im Lager der extremen Antisemiten steht und die antisemitischen Parolen ausgibt. Der neue Kurs wird „auf den Wunsch des Führens“ selbst zurückgeführt. ynyyfTTTyyymmfyyyyyyfffn Warum droht dem öffentlichen jüdischen Leben der Verfall? Well es Jedem, der auf seinen Ruf, seinen Namen und seine Ehre etwas halt, Überwindung kosten muß, mit Leuten, wie den Unlonisten, an einem Tisch zu sitzen Die Arbeit des Keren Kajemeth Silberbuch-Elntragungen von Büchseninhabern erfolgen, wenn im Laufe eines Jahres 8 86.— in der Büchse vor gefunden werden. Es kann auch eine vom Büchseninhaber namhaft gemachte Person eingetragen werden. Tischri-Aktlon. Vom Tempelverein XIX.. (Dollinergasse) erhielt der Keren Kajemetn bisher an Thoraspenden S 460.—. Die Cbdwra Kadischa XV. bat dem Keren Kajemeth als Anteil an den Nedafim S 25.— abgeführt. „T e f i 11 a t h Jeschurunf*. der regelmäßig die Thoraspenden an KKL. abführt, erlegte S 36.—. Vom Bethaus „Beth Jakob“ IX erhielt der KKL. u. z. durch Gg. Littmann Kallmann S 34.75 und durch Herrn Piernikarz S 26.50. Das Bethaus Telemanngasse führte S 22.— ab. „Tomchej Jeschurun Zwischen-, brücken“ hat S 19.— erlegt. I „A n s c h e j das W a z e d e k“ XX zahlte S 15.— ein. „ J e s c h u a s Achim“ U hat S 31.31 abgeführt. Von Klosterneuburg erhielten wir S 41.—. Von Wiener-Neustadt erhielten wir S 10.—. Die Vertrauensmänner des KKL. in den Tempeln und Bethäusern werden dringend gebeten, die Abführung der Nedafim an den KKL. beschleunigen zu lassen. Die Tempel erhalten dann künstlerische Bestätigungen, die im Tempel zu affichieren sind. Felix Pollak-Garten. Auf-diesen Garten sind eingegangen: Frau L. Ehrenwald, Ujpest, 10 Bäume; Herr und Frau Dr. A. Sternberg, Budapest, 10 Bäume; Herr und Frau A. Mater, Budapest, 13 Bäume; Herr und Frau E. Pollak, Budapest, 12 Bäume; WlZO-Gruppe, Budapest, 3 Bäume. Sefer Hajeled-Eintragungen. Anneliese Mannheim, Offenberger. Silbernes Buch des Keren Kajemeth« Elehanan Wellt so h, Graz, durch «eine Chawerim (Nr. 517 u. 518); Gertrud Berger — Ing. Jakob Rathsprecher anl. ihrer Vermählung (Nr. 519)L Dir. Richard und Olga Berger —> Simon und Regine Rathsprechet (Nr. 520). „Moladtl“-Almanach für Lehrer, Jugend und Volk, Jahrgang 2. Der heue Jahrgang dieses Almanaohs auf das Jahr 5697 ist erschienen. In der nächsten Nummer werden wir ihn besonders besprechen. Preis gebunden. S 3.—. Histadruth Ivrith. Samstag, den 81. Oktober, X 9 Uhr abends, spricht Herr Rabbiner Doktor A. Kaminko im Heim der Histadruth, n„ Kleine Möhrengasse 3, über das Thema „Das IV. Buch Esra.“ Es geht um Ihr kostbarstes Gut, „Ihre Augen!« Lassen Sie sich fachmännisch unverbindlich beraten von Optiker Karl Seidn e r, I., Franz-Josefs-Kai 83, und IL, Hollandstraße Nr. 7. (Siehe Inserat.) Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland:- Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich PengÖ 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, Übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Redaktion und Administration: Wien, I„ Marc- Aurel-Straße 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktions- Schluß Montag und Mittwoch vormittags. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, L, Marc-Aurel-Straße 5. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg,. Wien, L, Marc-Aurel-Straße 5, — Druck: Vernay A. G* Wien, IX., Canisiusgasse 8—10. KINOPROGRAMME Vom 30. Ok«. bis 2. Nev. BURG-KINO Uraufführung Viktor Mac Laglen, Claudel!« Colbert io „Die Wttstenleglon“ (Untier two flaggs) Beginn: 7*4, */96, 10 Uhr. « L Wollzeile 34 Tel'R 214WJ5 £ UTE-KINO Uraufführung Charles Laughton, Clark Gable in ,Meuterei auf der Bounty' Beginn: 7*4, 7,6, .7,8, */,10 Uhr. Toi. R M-S-1* Uraufführung James Cagney in „Ein schwerer Junge" - Beginn: 4, 7*6, 7,8,‘7*10 Uhr IMPERIAL-KINO l.. Rotenturmstraße 19 Telephon : U 22-1-12 Uraufführung; Ulktor Mac Laglon, Claudetta Colbert ii „Die Wüsfenleglon“ (Under two flaggs) Beginn : 7*4, 7*6. 7*8.. %10Uhr ROTENTURH»,, Uraufführung Miriam Hopkins« Merle Oberon« . Joel MacCrea „WIR DREI« Beginn: 4. 7*6. *-«8, %10 KRYST ALL-KINO *iatM. Ur«Q* a** i Mai Nt. 40 TaMphan R 40-M0 Uraufführung für den Prater Harry Baur in _ „Taraß Bulba Woehantan«; S> h * Uht. Sonnu.F«i*rtag«; %*, */»*», VA 7*10 Wir LEOPOLDSTÄDTER. VOLKSKINO Telephon R 49-0-23 Wochentage; ‘/»0, 7*8, 740 Uhr ßoontag« and Manag* ab 7*4 Ob* KINO KERN im Prater Dir. Kern A Perlmann - Telephon R 40-0-49 Erstu. Alleinauffllhrung für Prater u. Leopoldstadt Preston Foster in „Keine Gnade“ Wochentags: ft, 7.9 Uhr Sonntags: 2. */,4. V,<i. */,«. ‘/,10 Uhr KINO TEGETTHOFF (m Planetarium am Praterstern Tel R 41-0-26 Erstu. Alleinauffllhrung für Prater u. Leopoldstadt; Elisabeth Bergner in „Wie es Euch gefällt" Woöbeptaga: 6, 7, 9Uhr. Sonntag! 2, 7,4, 7»6, VA 740 Uhr SCHÄFFER-KlNOvÄu,lraÄ57 Franziska Gaal, Hans Jaray in „Fräulein Ulli“ Beginn bei diesem Film: 7,8, 7*6, 9 Uhr STflFA - K1I10 ^TekiphoD Bef833^8 Uraufführung Viktor Mac Laglon* Claudetta Colbert in „Die WUstenleölon“ (Under two flagge) Beginn; 7*4, Uhr IX* Währingerstraße 12 Telephon A 18-8-96 Uraufführung Viktor Mac Laglon, Claudetta Colbart lg „Dia Wüstenlegion" (Under two flagg«) fcgwM VA VA VA 8*

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