Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 589 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit© S Oll STIMME Nr. 580 — Wien, Freitag, 23. Oktober 1936 Ins Silberne Buch des Keren Kaiemeth wird jeder Freund des Keren Kajemeth eingetragen, der im Jahre S 36”— durch seine Büchse abführt Präsident Roosevelt an die Hadassa-Konvention Philadelphia, 21. Oktober. (JTA.) Bei Anwesenheit von mehr als 2000 Delegiertinnen aus 45 Staaten der USA. wurde in Philadelphia die 32. Jahreskonferenz der amerikanischen Frauen- und MädchenorganLsation Hadassa, . der die Betreuung des jüdischen Gesundheitswesens in Palästina obliegt', eröffnet. Frau Felix M. Warburg berichtete über die Arbeit der Hadassa in Palästina, die dort eim großes Netz mustergültiger medizinischer Anstalten unterhält, die ganz unpolitisch und unparteiisch geleitet werden. Dieses Werk soll jetzt gekrönt werden durch die Errichtung eines medizinischen Zentrums, das der Hebräischen Universität in Jerusalem angegliedert und zu einer medizinischen Fakultät ausgebaut werden soll. Bereits am Eröffnungsabend wurden im Sitzungssaals 75.000 Dollar für das medizinische Zentrum aufgebracht. Es wurde mitgeteilt, daß eine Summe von 550.000 Dollar auf Termin gezeichnet wurde. Unter großer Spannung der Mitglieder der Konvention wurde das folgende Telegramm des Präsidenten, der Vereinigten Staaten Franklin D. Roosevelt an die Hadassa verlesen; Die Hadassa weiß die Probleme der Volksgesundheit vernünftig anzupacken, insbesondere durch hygienische und prophylaktische Maßnahmen. Ich vertraue darauf, daß die auf der Konvention der Hadassa erörterten neuen Ideen sich als nützlich erweisen und die schöne humanitäre Arbeit zur Linderung menschlicher Leiden, die die Hadassa auf sich genommen hat, fördern werden. Der Gouverneur des Staates Pennsylvanien George H. Earle hielt eine, auch durch den amerikanischen Rundfunk übertragene Ansprache, in der er erklärte, es sei zu verstehen, daß angesichts der tragischen Not vieler Juden der Zionismus von aufgeklärten Menschen in der ganzen Welt gefördert wird. Der Pogrom in Polen Warschau, 21. Oktober. (JTA.) Dienstag kam es an der Warschauer Handelshochschule wiederum zu antisemitischen Ausschreitungen. Die nationalistischen Hochschüler stellten die Forderung auf, daß die jüdischen Studenten entweder die sogenannten „Ghetto-Bänke“ in der linken Saalhälfte einnehmen oder den Vortragssaal ganz räumen. Als die jüdischen Studenten sich weigerten, dieser Aufforderung Folge zu leisten, wurden sie von den Nationalisten schwer mißhandelt und aus den Sälen hinausgeworfen. Achtzehn jüdische Studenten der Handelshochschule erlitten zum Teil erhebliche Verletzungen und mußten sich einer ärztlichen Behandlung unterziehen. Der Rektor wurde tätlich bedroht. Die Nationalisten entzündeten auch Rauchbomben. Der Rektor ordnete die Schließung der Hochschule an. Ähnliche Vorkommnisse, wenn auch minder schweren Grades, ereigneten sich, gleichfalls am Dienstag, an der Warschauer Polytechnik. Die Juden wurden von den Nationalisteft schwer mißhandelt und mit Gewalt aus den Sälen gedrängt. Acht jüdische Studenten des Polytechnikums wurden verletzt und durch die Rettungsgesellschaft verbunden. Die Vorlesungen wurden auf einen Tag unterbrochen. * Lemberg, 21. Oktober. (JTA.) Bei Eröffnung des neuen Semesters an der Lemberger Universität hielt der Rektor eine Ansprache, in der er die Studenten aufforderte, in einer ruhigen Atmosphäre den Studien zu obliegen. Dabei wies der Rektor darauf hin, daß die Zahl der jüdischen Studenten stark gesunken ist; im Jahre 1921 machten die jüdischen Studenten noch 43.6%, im Jahre 1935 16.3%, im Jahre 1936 nur noch 14% der Gesamtstudentenschaft aus. * Warschau, 21. Oktober. (JTA.) Während der antisemitischen Unruhen an den Hochschulen ereigneten sich auch in den Straßen von Warschau Angriffe auf Juden. Drei Juden wurden erheblich verletzt und mußten die Hilfe der Rcttungsgesellschaft in Anspruch nehmen. Jüdische Abordnung bei Schacht WIZO Prater Die WIZO Prater veranstaltet im Sektionsheim, II., Stuwerstraße 1, Samstag, den 24. d., um 9 Uhr abends, einen Teeabend. Es wirken bekannte Künstler mit. Regiebeitrag 1 Schilling. Hebräischkurse der Sekt. VIII/IX Wie alljährlich werden auch heuer in der Sektion VIII/IX Hebräischkurse unter bewährter Leitung für Anfänger und Vorgeschrittene abgehalten. Anmeldungen täglich, außer Freitag, von 7 bis 9 Uhr abends im Sektionsheim, IX., Währingerstraße 6—8 (Eingang Hörigasse 2), Telephon R 52-0-12. Sektion VIII/IX Freitag, 23. Oktober 1936, um 8 Uhr abends, Onegg Sabbath, Zionistische Bezirkssektion 8/9, Währmgerstraße 6/8 (Eingang Hörlgasse 2). Bezirkssektion IV/V, Wien, IV., Hauslabgasse 2: Das Heim, ist täglich ab 6 Uhr geöffnet, Wahllisten liegen auf und die Wähler erhalten Informationen. Alle Gruppen der „Zionistischen Liste“ werden zur Mitarbeit aufgefordert. Die Mitarbeiter haben sich möglichst täglich zur Berichterstattung einzui'inden. Donnerstag — allwöchentlich — findet ab Y8 Uhr abends ein Hebräisch-Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene unter Leitung des Herrn Dr. Brüll statt. Anmeldung im Heime. Freitag — allwöchentlich — um 8 Uhr abends Onegg Sabbath. Samstag — allwöchentlich — um 8 Uhr abends gesellige Zusammenkunft bei Bridge, Rummy, Schach und anderen Gesellschaftsspielen. Der Kindergarten, unter Leitung der bewährten Kindergärtnerin, ist bereits eröffnet. Anmeldungen täglich im Heime zwischen 9 und 12 Uhr vormittags lind sonst zu jeder Zeit beim Obmann Fritz Müller, IV., Argentinierstraße 62. Montag, den 26. Oktober: Wichtige Besprechung der Mitglieder, 8 Uhr abends. Billiger Sonderautobus auf den Semmering. Die Hakoah führt am Sonntag, den 1. November, einen besonders verbilligten Sonderautobus auf ihr Schutzhaus am Semmering. Fahrpreis S 6.50. Abfahrt Sonntag, 7 Uhr, vom Klubheim in der Wiesingerstraße 11. Rückkunft ungefähr 20 Uhr. Fahrt im modernen Überlandautobus. Anmeldungen und Auskünfte im Sekretariat der Hakoah, I., Wiesingerstraße 11. Die jugendliche Pianistin Ruth Hilde Somer spielt in ihrem Konzert am Samstag, den 14. November 1. J., mit den Wiener Sympho- | nikern unter Leitung Prof Konraths im Großen Musikvereinssaal vier Klavierkonzerte, und zwar Bach D-Moll, Mozart D-Dur (Rondo),- Mendelssohn G-MoII und die ,Ungarische Phantasie“ von Lizet. Die Künstlerin hat bereits mit ihren Konzerten im In- und Auslande sen- , sationelle Erfolge erzielt. In der laufenden Konzertsaison wurde Ruth Hille Somer für den 24. Jänner 1937 als Solistin bei einem außerordentlichen Symphoniekonzert der tschechischen Philharmoniker unter Prof. Georg Szell in Prag verpflichtet Dann folgen im März ' eigene Klavierabende in Prag (zum zweiten Male). Zürich und Agram sowie ein Konzert im Rahmen der Abonnementkonzerte der Filarinonica Romana in Rom Ruth Hilde Somer ist die Tochter unseres Gg. Dr. Marem Somer. Alt-Herren-Verbände der Z. M. V« Bei dem am 19. Oktober im Klubsaal de« Caf6 Bristol abgehaltenen Gesellschaftsabends erläuterten die Herren Siegfried Mehler und Max Geller in kurzen Vorträgen die Aufgaben und Ziele des Verbandes. Der Besuch an diesem ersten Abend war über Erwarten groß, und über 80 Couleurbrüder konnten den seit vielen Semestern unterbrochenen Kontakt wieder aufnehmen. Wir veranstalten am kommenden Montag, den 26. Oktober, um 8 Uhr abends, im Klubsaal des Caf6 Bristol unseren zweiten Geeeliechaftsabend mit Damen und erbitten die pünktliche und bestimmte Teilnahme unserer Alten Herren. Es spricht Dr. I. H. Körner. Jüdische Bühne Die Jüdische Bühne (II., Praterstraße 60), gibt Freitag, den 23. Oktober, ihre vom letzten Samstag verschobene Eröffnungsvorstellung. Zur Aufführung gelangt die Komödie „Broadway Boy“, die bis 29. Oktober auf dem Spielplan bleibt. Sonntag nachmittags um Yt4 Uhr bei Abendbesetzung ermäßigte Preise. „Wie es euch gefällt“ spielt die Bergner, und wie die Bergner 64 spielt, so gefällt es euch auch diesmal wieder. Gfe^ gen Shakespeare-Verfilmungen wäre ja verschiedenes einzuwenden. Vieles, was auf der Bühne geniale Glut gewesen ist, wird gerade auf der Leinwand erkaltete Schlacke. Würde welk und schwerfällig, wäre nicht die Bergner da. Aber die Bergner ist hinreißend. Die schalkhafte Heiterkeit, die aus ihren Augen sprüht, die Melodie und Gefühleinnigkeit ihrer Sprache (wie lang ist es eigentlich her, daß sie Englisch zu lernen begonnen hat?), die reizvolle Linie ihrer Bewegung: all das klingt zusammen zu einer Symphonie, die, shakespearehaft-heiter erblüht, den Zuschauer fesselt und entzückt. Die JTA. berichtet aus Berlin: W5e verzweifelt sich die wirtschaftliche Lage der Juden in Deutschland infolge des auf die jüdisohen Geschäftsleute fortwährend ausgeübten Drucks, ihre Betriebe um jeden Preis an Arier zu verkaufen oder sie zu liquidieren, gestaltet hat, beweist die Tatsache, daß die jüdische Geschäftswelt sich zu dem waghalsigen Schritt entschlossen hat, eine Abordnung an das Reichswirtschaftsministerium zu entsenden und um Abhilfe zu bitten. Die Abordnung unterbreitete dem Ministerium eine detaillierte Liste der Fälle, in denen Beamte der Deutschen Arbeitsfront — diese werden mit Namen angeführt — einen Druck auf jüdische Geschäftsleute ausübten, ihre Betriebe in die Hände von Ariern zu übergeben oder sie zu liquidieren. Die Abordnung appellierte an den Reichswirtschaftsminister, dieser Aktion, die eine direkte Verletzung des Verbots des Reichskanzlers Hitler, „Einzelaktionen“ im Wirtschaftsleben zu unternehmen, bedeutet, Einhalt zu gebieten. Letzten Anstoß zur Entsendung der Abordnung gab das Eintreffen zahlreicher jüdischer Inhaber größerer Geschäfte in den Provinzstädten in Berlin, die erklärten, sich in einer mehr als verzweifelten Situation zu befinden, und die um Rechtshilfe gegen den Terror der Arbeitsfront und gegen persönliche Verfolgungen ersuchten. Aus der Gleichartigkeit der gegen verschiedene jüdische Geschäftsleute in verschiedenen Städten unternommenen und zum großen Teil auch bereits durchgeführten Aktionen ist zu ersehen, daß die Beamten der Deutschen Arbeitsfront bei ihrem Vorgehen gegen die jüdischen Geschäftsleute einer anscheinend von einer zentralen Stelle ausgehenden Order gehorchen. Wie schlimm es jüdischen Geschäftsleuten JÜDISCHER KAIENPER 23. bis 29. Oktober 1936) 7.—13. Chesdiwan 5697 Freitag (23.) Sabbath-Eingang 4Ü>, Samsta? (24.) Sabbath-Ausgang 512/ WoJienabsthnitt; l e < h l e < b a ergeht, die sich weigern, ihre Geschäfte abzugeben, beweist der Fall von Wolf Marg o 1 i n e r in Landsberg, Inhaber des bestfrequentierten Kaufhauses der Stadt, dem die Erlaubnis zur Weiterführung des Geschäfts unter dem Vorwand entzogen wurde, daß in den Geschäftsräumen keine Sauberkeit herrsche. 12.000 Agitatoren zur antiJQdisdien „Winter-Offensive" aufgeboten Berlin, 19. Oktober. (JTA.) Während die gegenwärtige antisemitische Kampagne in Deutschland unter der Losung „Kampf gegen jüdischen Bolschewismus“ geführt wird, gab eine soeben stattgefundene Konferenz von 3000 Kommissaren der Deutschen Arbeitsfront die Losung aus: „Kampf gegen jüdischen Kapitalismus.“ Einer der Führer der Arbeitsfront, Klaus Selzner, kündigte die Ausschaltung der „jüdischen Banken“ aus der deutschen Wirtschaft an. In mehr als 120 Spezialkursen werden jetzt ungefähr 12.000 Nationalsozialisten als Agitatoren zur Führung der diesjährigen Winterkampagne für antijüdischen Boykott ausgebildet. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—, Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50, Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Redaktion und Administration: Wien, I., Marc- Aurel-Straße 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktionsschluß Montag und Mittwoch vormittags. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zio , nistidcher Landesverband für Österreich. Wien. I., Marc Aurel-Straße ö. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg, Wien, l., Marc-Aurel Straße 6. — Druck: Vernay A. G., Wien, IJU OaniBiueg&sso 10« KINOPROGRAMME Vom 23. bis 26. Oktober BURG-KINO '-Äa-r Uraufführung Elisabeth Bergner in „Wie es £ucg gefüllt" (As you like it) Beginn: 8/*4, Va6, V«8, ‘/«10 Uhr. KREUZ-KINO feTfSSa URAUFFÜHRUNG PROLONGIERT Preston Foster in „Keine Gnade“ Beginn: 4. •''«6. 8. ‘<*10 Uhr ELITE-KINO tfÄ Uraufführung Irene Dünne« Robert Taylor in „Mein Leben gehört Dir“ Beginn: Va4, VA */a8, ValO Uhr. KINO KERN im Prater Olr. Kern & Perlmann - Telephon R 40-0-40 Erstu. Alleinaufführung für Prater u. Leopoldstadt Fred Astalre« Ginger Rogers in ,Die Matrosen kommen1 Wochentags 5.7 9 Uhr Sonntages 2. */,4.‘/«it, */,M. »/,l(i Uhr KINO TEGETTHOFF Im Planetarium am Praterstern TeL R 41-0-26 Erstu. Alleinaufführung für Prater u. Leopoldstadt Der Spitzenfilm iler Metro-Goldwyn-Galasalson Louise Rainer, William Powell, Myrna Loy ln „Der König der Frauen“ Dauer |eder Vorstellung 3 Stunden Wochentages f>, l/,9 Uhr. Sonntages ‘/.S, V,ö. */,9Uhr IMPERIAL-KINO 1., Rotenturmstraße 19 Telephon : U 22-1-12 Uraufführung Elisabeth Bergner in „Wie es Eucß gefüllt" (As you like it) Beginn : lM, ‘/*6. l/«8, l/«10 Uhr ROTENTORH Uraufführung Miriam Hopkins« Merle Oberon« Joel MacCrea „WIR DREI“ Beginn: 4. 8/A ‘ a8. ‘/«10 SCHAFFER-KINO «Ä” Ab 80. Oktober Franziska Gaal« Hans Jaray in „Fräulein Ulli“ Beginn bei diesem Film: ‘/*3, %6> 9 Uhr KRYSTALL-KINO lln Prater; StraBe des i. Mai Nr. 40 Telephon R 48-2-75 Uraufführung für den Prater Freddie Barfholomew in „Der kleine Lordu Wochentag»; 5, 7, 8 Uhr. 8onnu.Feiertage: '/44, '/,b, ‘/«fl, ‘/«IO Uhr nnPfl-HINn VIL, Mariahilf erstraße 120 ilHrH UlllU Telephon B 83-0-68 Uraufführung Elisabeth Bergner in „Wie es JE ucß ge füllt* (As you like it) Beginn: ‘M. ‘/«fl. *10, 910 Uhr LEOPOLDSTÄDTER¬ VOLKSKINO ferm Telephon R 49-0-23 Wochentags: %6, 7*8, 740 Uhr f Sonntags und Feiertage ah V»4 Jjbi iiotiuparh-Kino Uraufführung Elisabeth Bergner in „Wie es Euch gefällt“ (As you like It) Beginns VA VA VA fi**