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Die Stimme · 1936-07-02 · Heft 560 (2.7.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 560 (2.7.1936)
Date
1936-07-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 560 — f Wien, Donnerstag, 2. Juli 1936 DU STIMMI Sott® 9 2261 Olim im Mai Jerusalem, 26. Juni. (JTA.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß Im Monat Mai 2261 Juden nach Palästina eingewandert sind. Die landwirtschaftliche Siedlungsgenossenschaft Jerusalem, 26. Juni. (Palcor.) Der Keren Hajessod hat für £ 50.000 Stammaktien der Palästinensischen landwirtschaftlichen Siedln ngsgenossenschaft erworben, die auf Grund der Entscheidung des Luzerner Kongresses die Zentralorganisation für nationale Siedlung ist. Der Keren Hajessod ist Inhaber der Gründeraktien. Zum Zwecke der Erweiterung und Stärkung des nationalen Siedlungswesens werden 200.000 Aktien im Werte von je £ 1 im Ausland auf den Markt gebracht werden. Die Keren-Hajessod-Aktion in Südafrika, die von Professor Brodetsky, Frau Sieff und Baruch Zuckermann durchgeführt wird, hat bereits £ 100.000 eingebracht und hat sich zu einem großen Erfolg gestaltet. MOBEL-WINTER für Celegenheltsktfufe Wien, VIII., Stadtbahnviadukt 23 bei terdienfelderstraße Telephon: A 21*5-31 Wirtschaftliche Neugründungen in Palästina Jerusalem, 28. Junii. (JTA.) In den letzten Tagen sind in Palästina vierzehn neue Handelsgesellschaften, darunter mehrere ausländische, registriert worden. An der Spitze der neuen Gesellschaften steht ein Kreditinstitut mit einem Kapital von 50.000 Pfund, das Kredite an Unternehmungen öffentlichen Charakters gehen will. Ferner wurde eine Bodenikaufsgesellschiaft mit einem Kapital von 10.000 Pfund eingetragen. Diese Neugründungen zeigen, daß das Wirtschaftsleben Palästinas sich, ungeachtet der Unruhen, weiterentwiickelt. Jung bleiben ist besser als verjüngen. Jung bleibt, wer seinen Körper richtig pflegt. Täglich Massage mit DI ANA-Franzbranntwein mit Menthol regt den Blutkreislauf an, stärkt Muskeln und Nerven. DIANA-Franzbrannfcwein ist seit Jahrzehnten in seinen Erfolgen anerkannt. Nach einer Massage mit Diana vollbringen Sie Ihr Tagewerk frisch und elastisch und fühlen sich jünger als Sie sind. Ebenso wertvoll für andere Zwecke der Körperpflege. Verlangen Sie ausdrücklich DIANA. Weisen Sie minderwertige Nachahmungen zurück. Voller Betrieb Im Hafen von Tel-Aviv Jerusalem, 25. Juni (Palcor). Ab heute ist die Ausladung sämtlicher Arten von Waren an der Anlegestelle in Tel-Aviv erlaubt. Ursprünglich war bekanntlich nur das Löschen bestimmter Waren gestattet. Jüdische Schiffe, welche den Verkehrsdienst zwischen den Mittolmeerhäfen versehen, haben Tel-Aviv in ihren Fahrplan aufgenommen. Für nur Steuerberatung Stundenbuchhaltung Bilanzen, Revisionen Organisation erstklassigeFachleute Kostenloser Besuch! Allen Chefs empfohlen. Anträge unter „Fachmann“ an die Verwaltung der „Stimme“. Briefzensur Jerusalem, 28. Juni (JTA.). Die Palästinaregiertmg hat eine allgemeine Briefzonsur für Ausiandssenclimgen eingeführt. Zu diesem Zweck wurdo eine Zensurstelle mit 26 Beamten errichtet. Auch über die nach dem Auslande reisenden Personen wird eine strenge Kontrolle ausgeübt. Bei einem Araber, der nach Ägypten ausreisen wollte, wurden wichtige Briefe beschlagnahmt, die er dem ägyptischen Komitee zur Unterstützung der Streikbewegung in Palästina Übergaben sollte. „Doar flajom“ meldet, daß die Rogierung einen Betrag von 1000 Pfund konfisziert habe, der von New Yorker Arabern an den Großmufti für das toikkomite0 Ses^t KQräsa 100 st 36 Or. AlMULY Zigarettenhülsen RAX IOO St. 30 Gr. Kurzbericht aus Palästina Haifa, 29. Juni. 4 Die Sicherheit im Lande ist unvermindert gefährdet. Es gibt kein« Straße, kein Geleise, keine Leitung, keinen Pfad, keinen Pardeß umd keinen Wald, der vor den Überfällen gesichert ist. Alle Beschwichtigungen oder Meldungen, die von einer Besserung sprechen, sind, gelinde gesagt, eben Beschwichtigungen! Die palästinensische Regierung kann seit vielen Tagen nicht einmal die lächerlich kurze Eisenbahnlinie zwischen Chedera und Tulkarem sichern. # Die Chauffeure. Wie im Jahre 1929, so vollbringen auch in diesen schweren Tagen die Autobuschauffeure wahre Heldentaten, fahren im dichten Kugelregen (keine Übertreibung!) und retten die ihnen anvertrauten Fahrgäste, wenn sie auch ihr eigenes Leben gefährden! * Die gehässige Statistik. Die palästinensische Regierung manipuliert mit einer Statistik, um immer wieder den Anschein zu erwecken, als ob es sich um Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern handle ' und die Engländer nur da sind, um die Ordnung zwischen den Streitenden herzustelien. Selbst für das englische Parlament wurdien diese bewußt zufrisierten Zahlen (man spricht von mehr als 400 verhafteten Juden, als ob auch sie Bomben werfen, aus dem Hinterhalt schießen, das Militär angreifen und Telephondrähte zerschneiden würden) zur Verfüung gestellt. * Das belagerte Jerusalem. Von dem großen Städten jüdischer Ansiedlung leidet nun seit vielen Wochen am meisten Jerusalem. Nach 7 Uhr abends darf niemand auf die Straße, jeder Weg ist unsicher, da die Straßen auch außerhalb der Altstadt wenig übersichtlich sind. Dazu kam ein Fleiseherstreik, weil die Regierung die jüdischen Schlächter zwingen wollte, das Vieh in der gefährdeten Altstadt zu schlachten. Dazu kommt die Isolierung, da weder der Verkehr Haifa—Jerusalem noch Tel-Aviv—Jerusalem auch nur halbwegs gesichert erscheint. * Heue jüdische Berufe. Der langan dauernde Streik hat wieder in Haifa und Tel-Aviv, aber auch in Jerusalem zu lebenswichtigen Berufen geführt: es gibt wieder jüdische Schuhputzer, jüdische Gemüsehändler, jüdische Straßenarbeiter usf. Hoffentlich ist das keine vorübergehende Erscheinung. — Die schwer erschütterte Wirtschaft Palästinas braucht immer mehr das eigene „geschlossiene Wirtschaftsgebiet“, vollkommene Unabhängigkeit von anderen, ohne unbedingten Boykott gegen andere. * Organisation bei den Arabern und Juden. Der arabische Streik und seine Nebenerscheinungen sind zweifellos wunderbar organisiert, wenn auch Terror und Gewaltakte mitspi’elen. In den Handlungen liegt System und eiserner Wille! — Bei den Juden organisiert man den kommenden — Wiederaufbau, die Unterbringung der „Flüchtlinge“; man leidet, aber man läßt sieh nicht provozieren. b. r. HÖHENLUFT - HÖHENSONNE Gebirgskinderheim Konradsgut 1280 m, ALPEN-MILCH, ALPEN-BUTTER, erstklassige Verpflegung. Besondere Berücksichtigung schlecht essender Kinder, Heimarzt, Spiel, Sport Gymnastik, Ferialunterricht, Französisch, Englisch,Hebräisch. Auskünfte und Prospekte: SCHÜLERHEIM STADTPARK, III., Hansalgasse 6, Tel. B 54-9-86, Dr. E. ALDOR, XVII., Goldscheidgasse 6, Tel. B 40-3-53. Die Kämpfe bei Nablus Jerusalem, 29. Juni. In einem Regierungscommuniquö wird mitgeteilt, daß bei den Kämpfen in den Gebieten von Nablus, Tulkarem und Cbanluiban in der zweiten Hälfte der vorigen Woche schätzungsweise 54 Personen getötet und 93 verletzt wurden. Eine Gruppe von etwa 20 Arabern griff am 28. Juni unweit von Hebron eine Abteilung britischer Polizei an. Auch eine britische Militärwache bei Hebron wurde beschossen. In Hebron wurde der Ausnahmszustand verhängt. 1800 iüdische Sonderpolizisten in Palästina Jerusalem, 29. Juni. (JTA.). Die Zahl der jüdischen Sonderpolizisten, die zur speziellen Bewachung der jüdischen Siedlungen und der jüdischen Wohnviertel in den Städten eingestellt wurden, hat bereits die Ziffer 1800 erreicht. Die Jewißh Agency hat bekanntlich von der Regierung die Einstellung von 2500 jüdischen Sonderpolizisten gefordert. Die iiidlsche Polizei im Kampf Jerusalem, 29. Juni. (JTA.) Arabische Banden haben Rischon le Zion zweimal angegriffen. Sie wurden von jüdischer Hilfspolizei, die durch Militär verstärkt war, abgeschlagen. Ein weiterer Angriff erfolgte auf Kirjat Anawim. Die Polizei erwiderte die Schüsse der Angreifer mit Maschinengewehrfeuer. In eine jüdische Orangenpflanzung Baza, in der Nähe von Petach Tikwa kam ein Araber und verlangte Wasser. Nachdem er getrunken hatte, zog er den Revolver und feuerte vier Schüsse auf Y. Reinhard, den Mann, der ihm das Wasser gereicht hatte, ab. Dieser hatte sich schnell zu Boden geworfen, so daß die Schüsse nicht trafen, sondern in die nächsten Bäume einschlugen. Der Araber entfloh, konnte aber später festgenommen werden. Tapferkeitsauszeldinungen für Jüdische Polizisten Jerusalem, 29. Juni. (JTA.) Der Leiter der Palästina-Polizei, R. G. B. Spicer, hat zwei jüdischer Polizisten, diie die Mörder des am 19. April getöteten Elieser Bisutzky ergriffen und die Jaffaer PoÜzeistation vor den Folgen eines Bombenanschlages dadurch gerettet haben, daß sie eine brennende Bombe unter Lebensgefahr unschädlich machten, Tapferkeitsanszeichnungen verliehen. Außerdem wurden ein jüdischer Polizist und ein jüdischer PoEzeikorporal zu einer Auszeichnung Waffen im griechischen Kloster in Bethlehem Jerusalem, 26. Juni (Palcor). Bei einer Durchsuchung im griechischen'Kloster bei Bethlehem wurden zwei Gewehre, Sprengstoffe, 500 Patronen und eine primitive Kugelform gefunden. Der Abt wurde verhaftet. Seine Bitte um Freilassung gegen Kaution wurde abgelehnt. Die Truppen, die den Bezirk v o n Nablus nach den Terroristenbanden durchsuchen, haben den Befehl erhalten, ihre Aktion solange fortzusetzen, bis die Banden liquidiert sind. BAD PISTYAN SAVOY-PENSION HAVAS Neues, modernes Haus; ohne Pensionszwang. Auch Pauschalkuren ab Kc 86.—. Auskunft nur durch Dr. med. Havas, Bad Pistyan. 6. S. R. Erklärungen des italienischen Generalkonsuls Jerusalem, 25. Juni (Palcor). „Haarez“ veröffentlicht ein Interview mit dem italienischen Generalkonsul, Conunendatore de A n g e 1 i s, in dem dieser die Behauptungen, daß Italien den arabischen Streik finanziere, energisch dementiert. Er betonte, daß Italien Frieden mit der Welt und insbesondere mit den Mittelmeerländern wünsche und an der Wiederherstellung normaler Zustände in Palästina in- RESTAURANT STEFANIE 11272 II., Taborstraße Nr. 12 Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner Bekannt gute Küche / Gepflegte Getränke Aufmerksamste Bedienung / Zeitgemäße Preise Reichhaltige billige Menüs, sowie alle Spezialitäten / Schöner schattiger Garten 1 wwmwwmw—m&tmmtmrnmmnwiifmuv teressiert sei. Der Generalkonsul erklärte ferner, daß er sich nach seinen Instruktionen von jeder Tätigkeit, die zu einer Spannung der Beziehungen mit Palästina führen könnte, f e r n z u h a 11 e n habe. Die italienische Regierung bemühe sich um die Ansiedlung von Fellachen ln Äthiopien. Comni. de Angelis dementierte ferner die Behauptung, daß Italien dem Zionismus feindlich gegenüberstehe; er unterstrich vielmehr Italiens Interesse an dem jüdischen Aufbauwerk in Palästina. Die Schretkenslißel Im Pazifik Der Film seltsamer Abenteuer Ab 3* Juli: Impertol-Rino, 1. * Schurarzenberg-Kino Marin-Theresien-Kino, VII. Flieger-Kino, IX. ■■■■mm Unlversal-Film PatäsUMMiscUe Hotozen aus flieset 2eit Von M. Y. Ben-gavriel Ein etiwas kostspieliger Humor: In der Altstadt von Jerusalem bat eine Anzahl streikender arabischer Kaufleute an ihren geschlossenen Läden Zettel folgenden Inhalts angebracht: „Laden zu vermieten. Nähereis beim High-Commiseioner.“ * Eine sehr vernünftige Maßregel in Jaffa: Das Militär fängt die Leute, die trotz des Verbotes nach sieben Uhr abends die Straße betreten, zusammen, drückt ihnen Besen in die Hand und läßt sie die Straßen fegen. * Ein neues, dem Leben abgelauschtes Kinderspiel in Palästina: Kinder spielen Radio, palästinensisches Radio natürlich. Eines macht den Ansager: „Gestern fand bei Nablus ein achtstündiges Gefecht zwischen zweitausend Soldaten und fünfhundert bewaffneten Arabern statt, an dem sich auch Flieger beteiligten. Tausende Schüsse wurden gewechselt. There were no casnalties. (Es sind keine Verluste zu melden.) * Ein neuer Schottenwitz: Warum hat die Regierung gerade schottisches Militär nach Palästina gebracht? — Weil die Schotten selbst mit Kugeln sparen. Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv hat endlich die Musik und das Tanzen in den Kaffeehäusern „als ungehörig in dieser schweren Zeit“ verboten. •ij Die arabischen Dörfer, in deren Nähe einige Überfälle vorkanien, werden von Truppen systematisch nach Waffen durchsucht. Die Einwohner sind natürlich nicht so dumm, ihre Waffen in den Häusern zu verstecken. Kommt es aber doch gelegentlich vor, daß in Häusern Waffen oder Munition gefunden wird, dann wird die Dummheit auf folgende Weise bestraft: Einer der die Trappen begleitenden Tanks, die am Dorfeingang postiert sind, wird gerufen, er nimmt einen Anlauf und fährt durch das betreffende Haus durch. Die Zerstörung von Häusern ist eine weit abschreckendere Strafe als Kerker, wie auch das in den letzten Tagen eingeführte Wegtreiben von Vieh und die Konfiskation der Ernte durch Truppen weit, größere Wirkung haben wird, als die Verhängung — zumeist uneinbringlicher — Kollektivetrafen auf Dörfer, die jüdische Pflanzungen verbrannten oder die Tclephonleitungen zerstörten. * In Palästina stehen bereits mehr als 1200 „Ghafirim“, jüdische Spezialpolizisten, unter Waffen. Die Uniform, die ihnen die Regierung gab, läßt sie etwa wie bewaffnete Hotelportiers in Pension erscheinen. Dies tut aber ihrer Tapferkeit, die sieh nur mit der unserer Chauffeure vergleichen läßt, keinen Abbruch. * In Tel-Aviv wurde ein verdächtiger junger Mann in Gesellschaft eines jüdischen Mädchens angehalten und gefragt, ob er Araber sei. In perfektem Hebräisch erklärte er entrüstet-, Jude zu sein und gab an, daß er Aharon Levy heiße. Im Polizehpiartier aber stellte es .sich dann heraus, daß er nicht, nur nicht. Aharon Levy heiße und auch nicht Jude, sondern vielmehr Araber, und zwar der Ikgüerungis-Veterinärarzt aus Gliaza war. Der arabische Streik ist vollständig. Und zwar so: Vor Abend fahren arabische Wagen, vollbepackt, mit. Waren aus Jaffa, an die Grenze von Tel-Aviv, wo sie abladen. In der Nacht dann kommen Autos aus Tel- Aviv, welche ihrerseits Waven für die Kauf- 1 euto in Jaffa abladen und die von diesen gebrachten nach Tel-Aviv mitnehmen. Die Kauf lernte aus Jaffa holen sich daun ihre aus dem jüdischen Tel-Aviv gelieferten Waren, führen eie aber nicht, in ihre Läden — denn der Geschäftsetroik Dt ja hundertperzentig —, sondern in ihre Privatwoh« muigen, nicht aber, um eich an ihrem Aig

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