Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 527 (28.2.1936)
- Date
- 1936-02-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit© 2 DIB 8TIMMB Nr. 527 — 28. Februar 1986 SONDERZUGE zu Ostern n«ii Polen und Czernowitz Abfahrt 1. und 5. April ..ORBIS", I., Kärntnerstraße 41, Tel. R 21-5-78 OESTERS. VERKEHRSBÜRO, I., Frledrlchstr. 7, Tel. B 27-500 u. OESTERR. VERKEHRSBÜRO, I., Graben 20, Tel. U 20-0-35 Reisebüro „IRÜT", I., Karlsplatz 1, Tel. ü 44-5-79 Forderungen der jüdischen Hochschuljugend Der XVIII. ordentliche Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Österreichs „Judäa“ fand am 22. und 23. Februar unter äußerst zahlreicher Be te-iligung statt. Der Tagespräsident Doktor Eduard Pachtmann mit den Beisitzern Dr. Adolf Leser und Ing. Dietmar Gold Schläger hatte Gelegenheit, die Herren Biindeskulturrat Hofrat Prof. Dr. S. Frank furter, Dir. der Universitätsbibliothek i. R Vizepräsident der Israelitischen Kultusge meinde Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Kultusvorstand Dr. I. Klaber, Dr. Berger und Dr. Pickholz vom Zionistischen Landeskomitee, die Leiterin der Mensa academica judaica Frau Helene Kanitz, Herrn Theodor Grubner von der Judenstaatspartei u. a. zu begrüßen. Die Gäste richteten an den Delegiertentag herzliche Begrüßimgsworte, die von den Die Buchhandlung Richard Lanyi, I., Kärntnerstraße 44 (Telephon B 25-6-75) gibt bekannt, daß der neue 10. Katalog soeben erschienen ist. Auf Verlangen gratis und franko. anwesenden Hochschülern mit' Begeisterung aufgenommen wurden. Nach einem erschöpfenden Bericht des geschäfteführenden Vizepräses, Herrn abs jur. Jakob Landau, entspann sich eine lebhafte Debatte, an der viele Delegierte teilnahmen. Nach dem Bericht des Obmannes des Permanenzausschusses Josef Fränkel wurden nach einstimmiger Erteilung des Absolutoriums mit besonderem Dank, folgende Herren in den neuen Ausschuß gewählt: Präses abs. jur. Jakob Landau, ferner die Herren: cand. jur. Emanuel Frischwasser, cand. techn. Max Haber, cand. jur. Heinz Kohn, cand. jur. Marcel Pachtmann, Dr. Med. Arnold Sonnenschein, cand. med. Paul Szmuszkowicz. Zu Revisoren wurden Dr. Wana und Dipl.-Kaufm. Kalman Singer gewählt. Es wurden schließlich folgende vier Resolutionen angenommen: 1. Der Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Österreichs „Judäa“ wendet sich auch auf diesem Wege an die „Nationale Union der Studentenschaft Englands“ und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf die jetzige Politik der Palästinaverwaltung, welche einen Legislative Council, der gegen den Willen des jüdischen Volkes und gegen den Geist der Balfour-Deklaration verstößt, einführen will, einen Bodenverkauf an der akademischen Bürger und dann der anderen Bürger vergiftet. Und gerade deshalb geht unser Wunsch dahin, daß der Kampf der jüdischen Studentenschaft Polens erfolgreich sei, weil ihr Kampf auch unser Kampf ist. 3. Der Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschtiler Österreichs „Judäa“ verurteilt in aller Entschiedenheit den unjüdischen Antrag, der die Autonomie der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens zu untergraben versucht, Die jüdische Studentenschaft Österreichs billigt alle Schritte des Vorstandes, welcher die Einheit der Israelitischen Kultusgemeinde befestigen soll, und sie erklärt feierlich, daß sie sich voll und ganz der Führung der Wiener Kultusgemeinde zur Verfügung stellt. 4. Der Delegiertentag des Gesamlverbandes jüdischer Hochschüler Österreichs „Judäa“ unterstreicht die Wichtigkeit der Eröffnung eines jüdischen Studentenheimes und fordert den Hochschulausschuß auf, energische Schritte zu unternehmen, damit der Zweck der Stiftung zur Gründung eines jüdischen Studentenheimes ehebaldigst verwirklicht werde. ROCHEUE HUDSON CESAR ROMERO. IN _ GRAMMOPHONHAUS EXCEISIOR WIEN, I., FRANZ JOSEFS-KAI 15 JfiffgctllA |flinctlAVi Das Emek-Lied aus dem Tonfilm „Land der Vere u beißung“ und viele palästinensische Horras, hebräische auf Scnallplatten und jüdische Lieder. Erstklassige musikalische Aufnahmen. AUS DEM NEUEN PROGRAMM I 1134 B’Shuw Adonai (Psalm 126), Peter UPCHER (Baß): a) Awlnu Malkelnu) b) Hava Nagilah. 1135 a) Haleta Ts’eera; b) Unser Ribbinu; c) Der Rebbe hat geheißen; d) Hieneh Mah Tov; e) Böker. - Ui - - - - - - - ----- --- . •AB WBVTE IH KRIVIKINO der vorliegende Entwurf mit einer größeren Ziffer auf der Ausgabeng e i t e als auf der Einuahmenseite und demzufolge mit einem rechnungsmäßigen Abgang aibsohließt. e hat g 1130 Seleotfon of Palestine, Folk Songs. II. Teil! Gesang: M. ROTH, Tenor mit Orchester. 1137 Hatikwa. Techesaknah. Großes Lukraphonorchester m. Männerchor unter Leitung v. Werner SEELIG-BASS. 1138 a) Neyer Chasen; b) Am Maschiaoh; e) Bal-agule, d) A d In Toyre mit Gott. Gesang: ALEXANDER (Tenor m. Orgel). Ferner neue Aufnahmen von Oberkantoren Kupfer, Pinkas und Schwarzmer. Die Budgetdebatte Dienstag und Mittwoch wurde in öffentlichen Plenarsitzungen des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens die Budgetdebatte abgeführt. Wir haben in unserer letzten Nummer die Zigern des Budgets veröffentlicht, aus denen die vorbildliche Ordnung des Haushalts und der Erfolg ihrer Arbeit hervorgeht. An den Sitzungen nahmen (außer den Unionisten, die ja ihre Mandate niedergelegt haben) alle Vorstandsmitglieder teil, aber auch von Seiten des Publikums gab sich größtes Interesse für die Debatte kund. In großangelegter Rede erläuterte zunächst der Präsident der Kultusgemeinde unter größtem Interesse der Anwesenden die Ziffern des Budgets. Er verstand es, den trockenen Zahlen des Voranschlages Leben zu geben, es gelang ihm, aus ihnen ein plastisches Bild einer ungeheuren, weitverzweigten, sorgenreichen, aber auch erfolgreichen Arbeit zu entwerfen. Es war, so konnte man sagen, eine Reportage quer durch das Leben der Wiener Judenschaft. Sachlich und gründlich war die Debatte von Anfang bis zu Ende. Am ersten Tag prach nach dem Präsidenten noch Dr. Jakob Ehrlich, der sich in eindrucksvoller Weise mit den Unionisten auseinandersetzte und die Leistungen der Kultusgemeinde kapitelweise beleuchtete, ferner Dr. Leopold PIaschk.es, der der Finanzverwaitung und der esamten Leitung der Kultusgemeinde seine volle Anerkennung aussprach und sich mit Fragen der Berufsumsohichtung befaßte. Am zweiten Tag der Debatte sprach Dr. Rosenberg, der gleichfalls die hohen Leistungen der Kultusgemeinde rückhaltlos anerkannte und einige Wünsche bezüglich einer intensiveren Förderung einzelner Gebiete des rituellen Lebens vorbrachte. Ein sorgfältiges Budget Unsere Budgetierung unterscheidet sich in einem Punkt von den Präliminarien der IinioiMStisohen Majorität, die vor uns da war, früher hat man dem Kultusvorstande ein äquilibriertes, ausgeglichenes Budget unterbreitet und trotzdem haben sich Defizite ergeben. Bei uns ist es umgekehrt. Wir präliminieren so vorsichtig, daß sich unter Umständen ein Ausfall bei der Erstellung des Etats ergibt. Wir führen aber die Geschäfte so, daß am Ende des Jahres dann das Gleichgewicht tatsächlich da ist. Es ist unser Stolz, daß wir die Finanzwirtschaft unserer Gemeinde so führen, Dr. Graubarth, der sich als Vertreter der I daß sie als beispielgebend Revisionisten bezeichnete, sagte, der Vorbezeichnet werden kann. Es gibt wenig Köranschlag müsse jeden Juden mit Bewuudeperschaften öffentlicher Art und wenig rung und Dankbarkeit für die Gemeinde- Körperschaften privater Airt, die darauf hinführung, aber mit Verachtung den unionistiweisen können, daß ungeachtet der Stürme sehen Deseuxteren,gegenüber erfüllen. Er im Wirtschaftsleben ihre finanzielle verlangte eine intensivere Förderung der Grundlage vollkommen u n- Hachschara durch die Kultusgemeinde. erschüttert geblieben ist. Ich habe Dr. K1 a b e r befaßte sich mit Fragen der die Absicht, von diesem Platze aus mit Jugendorganisation und der Jugendausbiljenen Herren, die aus dem Kultus Vorstand düng, namentlich dem Problem der Jugendauegesohieden sind, einen Streit zu führen, ■bundie. Ich will die Vorlage sachlich begründen. Dr. Landau «örterte Fragen der Fürsorge, «*».*<* mioh gezwungen, amt namentlich der Wanderfürsorge und der Angriff der leteten Zeit zurückzukommen. In einem Blatte lese ich: Die maßgebenden ßtaatli- Emigrantenhilfe. Vizepräsident Oberbaurat Stricker setzte sich mit der Union auseinander, worauf Präsident Dr. Friedmann das Schlußwort hielt. Der Voranschlag wurde en bloc einstimmig angenommen. Solenne« fjflft guuerfÄfffg Söaecfctumt eben Stellen kümmerten sich bisher niei um das Budget der Kultuagemeände und Wir veröffentlichen heute das Expose des I machten nicht einmal von ihrem A u f- Präsidenten Dr. Desider Friedmann. Den sichts- und Kontrollrecht Ge- Bericht über den weiteren Verlauf der De-1 brauch. Wenn aber eine derartige Wirtbatte tragen wir in der nächsten Nummer I schaft einneißt und zugleich invden jüdischnach. Die Rede des Präsidenten Friedmann mundet das grobe aromatische Zum Nachtmahl Simmbtoi in dünne Schnitten mit Butter, Käse oder Honig. Ambrosiabrot, Früchtenbrot, Aufbaunahrung I In den besseren Delikafessenhandlungen und Bäckereien zu haben. Juden beschränken und eine spärliche Einwanderung nach Palästina zulassen will. Die jüdischen Hochschüler Österreichs appellieren an die Studentenschaft der englischen Mandatarmacht und ersuchen sie, im heiligen Kampf um das Recht für das so schwer gehetzte Bibelvolk, welches ins Land der Propheten, wo es endlich Ruhe und Freiheit erhofft, zurückkehren will, behilflich zu sein. 2. Der Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Österreichs „Judäa“ grüßt ihre Brüder, die jüdischen Hochschüler Polens, welche sich würdig und ehrenvoll gegen die entwürdigende Einführung eines „Ghettowinkels“ an den polnischen Hochschulen wehrt. Ein Antisemitismus, der von den Hochschulen aus verkündet wird, ist der gefährlichste und blutigste, weil er zuerst die Seelen Der Präsident gedachte zunächst des Heimgangs des Vaters des Mitglieds des Kultusvorstands Siegfried Graubarth, Simon Graubarths, und des Todes Moses Werners. Die .Anwesenden erhoben sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen. Dann übernahm Oberbaurat Stricker den Vorsitz und Dr. Friedmann erstattete sein Budgetreferat. Er führte ans: Meine sehr geehrten Herren! War führen heuer diese Finanzdebatte im engeren Kreise ab als im vergangenen Jahr, nachdem am 4. d. M. elf Mitglieder des Kultus Vorstandes, die der Union österreichischer Juden augehönt hatten, ihre Mandate naedergelegt haben. Ich möchte vor allem faststellen, daß der Kultusvorstand in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung dazu berufen und verpflichtet ist, dieses Budget zu erstellen und für den Haushalt der Gemeinde für das Jahr 1936 Vorsorge zu treffen. Die Abwesenheit der Herren, die ihre Mandate niedergelegt haben, ändert nicht im geringsten irgend etwas an dieser Debatte und an der Beratung des Budgets. nationalen Parteiorganen darüber Klage I geführt wird, daß im staatlichen Voranschlag, für die jüdischen Kultusangelegenheiten nichts vorgesehen ißt — droht da nicht die Gefahr, daß sich die staatliche Finanzverwaltung eines schönen Tages dazu entschließen könnte, sich das Bud- Der Voramsohilag fet mit derselben Gründ-1®6ä« K.ihsg.mohd« etwas UolkeH geteilt md verberaten worden,. zu wollen... Heißt das nicht, wie in den vouangegangenen Jahren. Die , . , T7. ,, . . . n K,dl»,MMnein.de tot ml dl«™»,! Me. e-iei. I Autonom« der Kultusgcnmuido in Gefahr t)rangen?“ Wir haben Kontrolle nicht zu scheuen. Unser Budget und unser Rechnungsabschluß stehen jedem Gerne indem i t g 1 i e d zur Einsicht offen. An diesem Budget, das ich heute vertrete, haben die Herren von der Union mitgewinkt. Denn zur Zeit, als sie dom Kultusvorstamd angehörten, haben sie in allen Kommissio- Kultusgemeinde hat auch diesmal die glei ohen Grundsätze der Budgetierung beiibehal ten, die sich nach langjähriger Erfahrung als richtig und zutreffend erwiesen haben. Antiquariat 0 S. Rubinstein II., AsparnbrUekengasaa 3, Tel. R 4I-0-B7 Moderne Literatur, Hebralca, Judalea Am 3. März spricht faefltadeu* im Offenbaeh-Saal über „Die Wirklichkeit Palästinas" Karten im Büro des Zion. Landesverbandes, Wien, I., Maro Aurelstraße 5 (Tel. U 22-2-11); In allen Bezirks- Sektionen und bei der W1ZO, Wien, I., Schottenring 25 (Tel. A 11-6-26); Bücherstube R. Lflwlt, I., Wollzelle 6 (Tel. R 25-4-53); Jüdische Kulturstelle, I., Franz-Josefs-KaJ 3 (Tel. R 28-2-36); Bücherstube Rath, II., Taborstraßo 20 a (Tel. R 46-306); Bücherstube Lanyi, I., Kürntnerstraße 44 (Tel. B 26-3-33). Die Ziffern dieses Budgets sind erstellt I men bei der Beratung der betreffenden Kawonden, nach den Ergebnisziffem für daß pitel mitgewirkt, und die Herren haben sich Jahr 1935, wobei wfc in jedem einzelnen mit den Vorschlägen, die vom Finanzrefe- Zweig unseres Gemeindehaushaltes beob-1 renten gemacht wurden, einverstanaohtet halben, ob in dem betreffenden Kaden erklärt. pitel eine steigende oder fallende Tendenz Ich will nicht zu lange bei dieser Attacke zu beobachten ist. Ich glaube, daß eich diese verweilen. Sie wäre nur mit einem Wort, mit Art der Erstellung des Budgets als prin-1 dem Worte des Preußenkönigs zu beantzipiell richtig erwiesen hat, und daß wir Worten: „Niedriger hängen!“ keine Besorgnis zu hegen brauchen, wenn ich möchte nur eines abschließend dazu sagen: Eine so ehrliche, anständige, korrekte Finanzwirtschaft, wie wir sie hier führen, kann von jedermann kontrolliert werden. Jede8 Gemeindemitglied kann Einsicht nehmen und Erinnerungen Vorbringen, und glauben Sie mir, meine sehr geehrten Herren, dort, wo eine so ehrliche, anständige Finanzwirtschaft geführt wird, braucht man keinen Regierungskommissär und dort, wo sie anders geführt wird als bei